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Tierischer Trend

Wie geht man mit Alpakas auf der Hochzeit um?

Oberwiesenthal/Fürth (dpa/tmn)

Wer sich in den sozialen Medien Inspiration für die Feier holt, ist vielleicht schon auf sie gestoßen: Hochzeitsbilder mit Alpakas. Tier- und Hochzeitsprofis geben Tipps, wie gute Aufnahmen gelingen.

Von Jessica Kliem, dpa

Alpakas sind flauschig - und beliebte Fotomotive für Hochzeitsbilder. Doch auf der Feier selbst sollte man sie besser nicht einplanen. Foto: Westend61/dpa-tmn

Sie sind flauschig, niedlich - und sie scheinen ein gern gesehener Gast auf Hochzeiten zu sein. Wir sprechen nicht vom Onkel Hans oder Cousine Anne, sondern von Alpakas. Brautpaare buchen sie gerne als Motiv für ungewöhnliche Hochzeitsbilder. Mancher Alpaka-Hof bietet gar Alpaka-Hochzeiten an, berichtet Fritz-Jürgen Hieke, Vorsitzender des Alpaka Zucht Verbands Deutschland (AZVD).

Doch wer sich an seinem großen Tag mit den niedlichen Paarhufern ablichten lassen möchte, sollte das im Vorfeld gut planen.

Alpakas vorab kennenlernen

«Man kann mit Alpakas viele schöne Bilder machen», sagt Fritz-Jürgen Hieke, der im sächsischen Oberwiesenthal selbst Tiere züchtet. Doch dafür brauche es etwas Geduld, denn die Tiere müssen erst einmal Vertrauen aufbauen. «Das sind dem Menschen zugewandte Tiere. Aber sie gucken genau hin, was passiert.»

Er rät, dem Alpaka-Hof der Wahl erst einmal ganz in Ruhe vor der Trauung einen Besuch abzustatten. Und am großen Tag nicht mit der ganzen Hochzeitsgesellschaft anzureisen. Auf einen Transport der Tiere für ein Foto sollte man besser sogar verzichten, denn das bedeute für Alpakas Stress.

Auch Sarah Kiehl vom Bund Deutscher Hochzeitsplaner rät davon ab, die Tiere auf der Hochzeitsfeier selbst einzubinden oder gar eine Begrüßung mit Alpakas direkt nach der Trauung einzuplanen. «Ich würde empfehlen, dass man das entweder abgrenzt und zu zweit am Tag der Hochzeit macht», so die Hochzeitsplanerin.

Oder man setzt das Fotoshooting nach der Hochzeit an, natürlich noch mal im Hochzeitsoutfit. Das klingt ungewöhnlich - ist aber bei manchem Brautpaar immer schon so gewesen, denn es nimmt aus dem vollen Ablaufplan einer Hochzeit etwas Stress. Das ermögliche auch dem Brautpaar, die Zeit mit den Tieren besser zu genießen, so Kiehl.

Zeit für den Fototermin einplanen

Ein weiterer Vorteil eines separaten Fototermins: Man muss seine Gäste nicht warten lassen. Eine Stunde könne man als Paar zwar durchaus von der eigenen Hochzeit verschwinden, so Kiehl. Etwa nach dem Anschnitt der Torte, wenn alle an der Kaffeetafel sitzen. Das dürfte allerdings je nach Entfernung des Alpaka-Hofes nur knapp schaffbar werden.

Denn schon ein normales Hochzeitshooting dauert etwa eine Stunde, sagt Fotografin Stephanie Kunde vom Bundesverband der Hochzeitsdienstleister. Sobald Tiere ins Spiel kommen, sollte man eine halbe Stunde mehr einplanen. Das gelte auch für Paare, die sich zum Beispiel mit ihren eigenen Hunden oder auch mit Pferden ablichten lassen wollen. «Herrchen und Frauchen sind aufgeregt, das überträgt sich einfach und dann dauert das immer länger», so Stephanie Kunde.

Vorsicht mit dem Brautstrauß

Sie rät außerdem, die eigenen Vorstellungen im Vorfeld genau mit dem Hochzeitsfotografen zu besprechen. «Es gibt natürlich auch Leute, die vielleicht nicht so eine Affinität zu Tieren haben», sagt Kunde. Das sollte man abklären.

Zudem muss man sich klar machen, dass die Outfits dreckig werden könnten. Für Bräute, die Wert darauf legen, dass das Kleid blütenweiß bleibt, sind Fotos mit Tieren daher eher weniger zu empfehlen. Ein besonderes Risiko bei Alpakas: Die Tiere können spucken.

Das kommt zwar laut dem Züchter Fritz-Jürgen Hieke äußerst selten vor. Er selbst sei in seinem Leben erst einmal von einem Alpakahengst bespuckt worden. Doch Rangeleien um Futter sollte man besser vermeiden und lieber keine Leckerli für die Tiere mitbringen. In solchen Situationen würden die Tiere doch oft spucken, so Hieke.

Er rät auch davon ab, den Brautstrauß zum Fototermin mitzubringen. «Das sind Pflanzenfresser, die nehmen vielleicht auch gerne mal einen Happs», sagt der Züchter. Und das kann sogar zur Gefahr für die Tiere werden, denn nicht alle Blumen sich für sie genießbar.

Junge Tiere nicht streicheln

Der Züchter rät, auf der Weide am besten nicht direkt auf die Tiere zuzugehen, sondern ruhig abzuwarten, bis sie sich von selbst nähern. Und dann erst mal schnuppern lassen. «Die Tiere sind neugierig», so Hieke. «Wenn das einer macht, kommen die anderen auch.»

Wer sich nicht nur mit Alpakas ablichten will, sondern sie auch gerne streicheln möchte, sollte ebenfalls langsam vorgehen. «Das Tier muss selber kommen, muss es zulassen», so Hieke. Wichtig: Nicht direkt an den flauschigen Kopf des Alpakas fassen, sondern langsam vom Hals in Richtung Rücken streichen.

«Tiere, die jünger als ein Jahr sind, besonders die Hengste, sollte man nicht anfassen», rät der Alpaka-Besitzer. Sie können bei zu viel menschlicher Nähe eine Fehlprägung entwickeln. Die an sich so friedlichen Tiere werden dann aggressiv. Wer all das beherzige, könne aber ein «lockeres, schönes Bild» mit nach Hause nehmen, sagt der Züchter.

Einen schönen Tipp hat noch Hochzeitsplanerin Kiehl: Die Alpaka-Fotos als Überraschung im Nachgang an die Gäste senden, etwa mit der Dankeskarte.

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