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Nach dem Fest

Ein zweiter Nutzen für den Weihnachtsbaum

Berlin (dpa/tmn)

Die Feiertage sind vorbei, der Weihnachtsbaum hat seine beste Stunden hinter sich. Trotzdem: Bitte werfen Sie ihn nicht einfach so weg. Denn der Baum kann mehr als nur ein Weihnachtsbaum sein.

Von Antje Clara Bücker und Simone Andrea Mayer, dpa

Manche Zoos freuen sich auch nach dem Fest noch über gespendete Weihnachtsbäume - als Spielzeug oder gar Futter für ihre Tiere. Foto: Wolfgang Kumm/dpa/dpa-tmn

Raus mit der Deko, weg mit dem Baum? Das große Aufräumen beginnt nach dem Weihnachtsfest. Doch bitte werfen Sie Ihren Weihnachtsbaum nicht weg - er kann noch weiter verwertet werden.

Und damit tun Sie auch noch etwas Gutes: Zum nachhaltigen Wirtschaften gehört es, alle möglichen Produkte so lange wie möglich zu verwenden. Und das ist selbst bei einem gefällten Baum möglich, der übrigens laut Bundesverband der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger in Deutschland mit einer Höhe von zwei Metern rund 12 bis 14 Jahre lang herangewachsen ist.

Ihr Weihnachtsbaum kann

  • ein Zuhause werden für Tiere

Ein Haufen aus Zweigen in einer Gartenecke wird zu einem Rückzugsort für die Tiere im Winter. So mancher Vogel verkriecht sich hier, etwa wenn Gefahr lauert. Igel und Insekten überwintern darin. Wer einen Haufen im Herbst mit Schnittgut und Laub angelegt hat, kann nun die Reste des Weihnachtsbaums zum Auffüllen verwenden. Das Grüngut verrottet mit der Zeit, und der Haufen sackt in sich zusammen.

Aber tun Sie das nicht im Wald. Es ist in der Regel nicht erlaubt, Pflanzenreste dort einfach abzulegen, sprich zu entsorgen. Dafür kann es ein Bußgeld geben.

  • Pflanzen schützen

Draußen im Garten können die abgeschnittenen Zweige Pflanzen im Beet und in Blumenkästen vor Frost schützen. Besonders gut eignen sich dafür Fichten: Ihre Nadeln fallen bis zum Frühjahr nach und nach ab. Die damit geschützten Pflanzen bekommen so langsam mehr Licht und Luft. Und wenn die Zweige schon im Wohnzimmer viele Nadeln verloren haben? Einfach mehrere Lagen übereinanderstapeln.

  • zu Kompost und neuer Gartenerde werden

Geschreddert kann der komplette Baum auf dem Kompost landen und zu wertvollem Humus oder Dünger werden. Die Zweige sind sogar nötig bei der Kompostierung, vor allem wenn auf der Rotte viele feuchte Obst- und Gemüsereste entsorgt werden. Denn sie brauchen Luft zum Verrotten.

Daher sollte man zu feuchte Reste aus der Küche oder den nassen Grasschnitt nicht einfach so auf den Haufen geben, sondern klein geschnittene oder gehäckselte Zweige und Äste mit dazugeben. Dazu rät das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft.

  • zu Tierfutter und -spielzeug werden

Einige Wildtiergehege, Wildparks, Zoos und Förster nehmen Weihnachtsbäume gerne ab - als Spielzeug oder Futter etwa für Elefanten, Kamele, Hirsche oder Wisente. Auch manche Kommune leiten die eingesammelten Bäume an Zoos weiter.

Das nadelige Grün schmeckt auch vielen Haustieren. «Als Futter für Pferde würde ich es nicht empfehlen. Schafe, Ziegen und Alpakas haben einen robusteren Magen und können die Zweige besser vertragen», sagt Saskia Blümel vom Verband natürlicher Weihnachtsbaum. Die Zweige müssen aber sorgfältig von allen Dekorationen befreit werden.

«Die Sorge vor einer chemischen Belastung des Baumes ist hingegen unbegründet. Die Menge der Pflanzenschutzmittel liegt unter der für Lebensmittel zulässigen Höchstgrenze», so Blümel. Auch Corinna Hölzel, Pestizid-Expertin beim Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) bestätigt: «Tests vom BUND haben ergeben, dass zwar rund 50 Prozent aller Weihnachtsbäume Rückstände von Herbiziden und Pestiziden aufweisen, allerdings in sehr geringer Konzentration. Als Tierfutter sind sie unbedenklich.»

Übrigens: Man kann stärkere Zweige auch für die eigenen Haustiere nutzen - etwa als Sitzstangen für Vögel.

  • als Feuerholz genutzt werden

Wer einen Ofen hat, kann den Baum natürlich als Feuerholz verwenden - aber sehr wahrscheinlich nicht mehr in diesem Winter. Denn das Holz ist womöglich noch nicht ausreichend durchgetrocknet und hat einen zu geringen Brennwert. Es bildet sich viel Rauch und Feinstaub, wenn Holz noch feucht verbrannt wird - zu viel laut Gesetz.

Vorgeschrieben ist ein Feuchtegehalt von maximal 25 Prozent zum Zeitpunkt des Verbrennens, das entspricht einem Wassergehalt von rund 20 Prozent. Daher muss das künftige Feuerholz erst eine Zeit lang trocknen. Ob der nötige Feuchtegehalt erreicht ist, lässt sich mit einem Messgerät aus dem Baumarkt bestimmen.

Auch viele Städte nutzen die eingesammelten Bäume zur Strom- oder Fernwärmeerzeugung. Und mancher Verein freut sich, wenn sie für ihre Osterfeuer Material bekommen.

  • als Küstenschutz dienen

Im Norden dienen Tannen und Fichten mancherorts als Küstenschutz. Andernorts werden sie Fischen in Teichen und Seen als Versteckmöglichkeit und Laichhilfe angeboten. Es kann sich lohnen, bei der eigenen Kommune nachzufragen, ob für solche Zwecke Bedarf besteht und die Weihnachtsbäume gezielt dafür abzugeben.

Übrigens: Die reguläre Müllabfuhr nimmt die alten Bäume in der Regel nicht mit. Stattdessen gibt es meist bestimmte Termine für die Abholung. Diese stehen in der Regel im Abfallkalender, in den Lokalzeitungen oder in Online-Bekanntmachungen der Kommunen. Wer die Termine verpasst, sollte den alten Weihnachtsbaum zum Recyclinghof oder die Annahmestellen für Grünschnitt bringen.

  • zum Basteln und als Wohndekoration dienen

Dieser Tipp ist, zugegeben, etwas speziell - aber vielleicht suchen Sie ja eine Ferien-Beschäftigung für die Kinder. Oder für sich selbst. Wer gerne schnitzt und bastelt, kann alles Mögliche aus dem Stamm des Weihnachtsbaumes fertigen: Kleiderhacken oder ein Holz-Quirl sind zwei Vorschläge des Verbands natürlicher Weihnachtsbaum.

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