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Einschränkungen

«Zug fällt aus»: Das müssen Reisende zum Bahnstreik wissen

Berlin (dpa/tmn)

Bahnreisende brauchen starke Nerven: Die Lokführergewerkschaft GDL bestreikt die Deutsche Bahn. Stellt sich die Frage: Gibt es eine Erstattung für Fahrkarten - und wie komme ich trotzdem ans Ziel?

Von Christoph Jänsch, dpa

Bahnreisenden drohen aufgrund von Streiks ab Mittwoch Zugausfälle und Verspätungen. Fahrgäste sollten sich zügig um eine Alternative bemühen. Foto: Daniel Reinhardt/dpa/dpa-tmn

Streik bei der Deutschen Bahn: Mitglieder der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) sind seit 2.00 Uhr am Mittwoch dazu aufgerufen, für 48 Stunden die Arbeit niederzulegen. Fahrgäste sollten sich rechtzeitig informieren, ob ihre gewünschte Verbindung zur Verfügung steht. Falls nicht, sollten sie sich zügig um andere Verkehrsmittel bemühen. Wichtige Fragen und Antworten dazu.

Seit wann und wo wird gestreikt?

Der Streik hat am Dienstag um 19.00 Uhr im Güterverkehr begonnen. Im Personenverkehr soll der Arbeitskampf bis 2.00 Uhr am Freitag (13. August) andauern. Der Streik richte sich nur gegen die Deutsche Bahn, sagt GDL-Pressesprecherin Gerda Seibert. Andere Eisenbahnunternehmen seien nicht betroffen. Trotzdem kann es nach Angaben der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (söp) aber auch bei Mitbewerbern der Bahn zu Beeinträchtigungen kommen, zum Beispiel wenn stehengebliebene Züge die Schienen blockieren.

Was bedeutet das für den Bahnverkehr?

Zugausfälle sind unvermeidbar. Laut der Deutschen Bahn soll das bundesweite Angebot im Fernverkehr am Mittwoch und Donnerstag auf rund ein Viertel reduziert werden. Nach Unternehmensangaben haben besonders stark nachgefragte Verbindungen etwa zwischen Berlin und der Rhein-/Ruhr-Region, zwischen Hamburg und Frankfurt/Main sowie die Anbindung wichtiger Bahnhöfe und Flughäfen dabei Vorrang. Auf ausgewählten Hauptachsen sollen zumindest im Zwei-Stunden-Takt Züge mit größtmöglicher Sitzplatzkapazität verkehren.

Auch im Regional- und S-Bahnverkehr gibt es Einschränkungen. Laut Bahn geht es darum, in den Metropolregionen und im ländlichen Raum ein Grundangebot für Schulkinder und Pendler sowie wichtige Zubringer zu Fernverkehrszügen oder Flughäfen aufrechtzuerhalten.

Gibt es einen Notfallfahrplan?

Der Ersatzfahrplan steht Fahrgästen der Deutschen Bahn online in der Fahrplanauskunft sowie in der DB Navigator App zur Verfügung.

Wo erfahren Reisende, ob ihr Zug ausfällt oder Verspätung hat?

Informationen darüber speist die Deutsche Bahn schrittweise in die Fahrplanauskunft und die App ein. Zudem hat das Unternehmen angekündigt, Hunderte zusätzliche Beschäftigte einzusetzen, die Reisende an den Bahnhöfen informieren. Auch eine Streikhotline steht Fahrgästen unter der Telefonnummer 08000/99 66 33 zur Verfügung.

Wie bekommen Betroffene das Geld für ihre Fahrkarte zurück?

Die Bahn zeigt sich während des Streiks kulant: Bereits gebuchte Fernverkehrstickets für den Streikzeitraum behalten bis zum 20. August ihre Gültigkeit und können flexibel eingesetzt werden. Die Zugbindung bei Sparpreisen entfällt. Außerdem können für die Weiterfahrt auch andere Züge als die auf der Fahrkarte angegebenen genutzt werden. Das gilt auch für Züge des Nahverkehrs.

Wer nicht zu einem späteren Zeitpunkt reisen möchte, kann sich die Fahrkarte über ein Kulanzformular auf der DB-Webseite oder in der DB-Verkaufsstelle kostenfrei erstatten lassen.

Grundsätzlich gelten aber auch während des Arbeitskampfes die Fahrgastrechte der EU-Fahrgastverordnung, erklärt Beatrix Kaschel von der Schlichtungsstelle Nahverkehr in Düsseldorf. Das bedeutet, dass die Bahn auch bei Verspätungen mindestens einen Teil des Fahrpreises zurückzahlen muss.

Die Höhe der Entschädigung richtet sich dabei nach der Länge der Verzögerung. «Kommen Fahrgäste mindestens 60 Minuten später als geplant an, haben sie Anspruch auf 25 Prozent Erstattung, bei mehr als 120 Minuten sind es 50 Prozent», sagt Kaschel. Diese Ansprüche können mit dem Fahrgastrechte-Formular online, im Zug oder in einem DB-Büro geltend gemacht werden.

Wie können Fahrgäste Verbindungsstörungen nachweisen?

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät, Belege für Verspätungen oder Zugausfälle zu sammeln. Im Idealfall lassen sich Reisende die Störung von DB-Beschäftigten am Bahnhof bescheinigen. Alternativ können Betroffene aber auch Fotos von Anzeigetafeln oder Screenshots von einer Information in der DB-App oder auf der Internetseite des Eisenbahnunternehmens machen, auf denen die Verspätung oder der Ausfall des Zugs stehen.

Welche Alternativen zur Bahn haben Reisende?

Was gilt für Berufspendler?

Grundsätzlich müssen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch bei einem Streik alle Möglichkeiten ausschöpfen, um pünktlich an ihrem Arbeitsplatz zu sein. Wenn Probleme im Personenverkehr absehbar sind, können Beschäftigte sich also nicht auf die Bahn verlassen, sondern müssen sich Alternativen suchen. Bei einer Verspätung sollten Arbeitnehmer den Arbeitgeber rechtzeitig informieren. Im schlimmsten Fall droht sonst eine Abmahnung.

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