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Ein Blick in die Energie-Zukunft

In den vergangenen Jahren verbrauchte Deutschland jährlich 580 Terawattstunden (TWh) Strom. Experten schätzen, dass sich der Verbrauch bis ins Jahr 2030 voraussichtlich auf 745 TWh erhöhen wird. Grundlage für die Schätzung sind die Zunahme der E-Mobilität und von Wärmepumpen. Zugleich will Deutschland die Energiewende meistern und die benötigte Energie zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien decken. Ist das zu schaffen? Und wenn ja, wie?

Aschendorff Medien

Foto: Colourbox.de

Eine Photovoltaikanlage lohnt sich
Die Bundesregierung will den Strombedarf durch mehr Energieeffizienz senken und die erneuerbaren Energien ausbauen. Doch ausgerechnet bei der Energiequelle des 21. Jahrhunderts schlechthin, der Photovoltaik, wurde die Unterstützung durch das „Erneuerbare-Energien-Gesetz“ reduziert. Zugleich steigt der Preis für Silizium, unverzichtbarer Rohstoff für die Herstellung von Solarmodulen. Trotzdem sind Solaranlagen in den letzten Jahren immer günstiger geworden, sodass sich der Kauf einer Photovoltaikanlage durchaus noch lohnt. Je nach Anlage können bis zu einem Drittel des eigenen Energiebedarfs gedeckt werden, mit einer innovativen Batterietechnik lässt sich der Anteil um ein Vielfaches erhöhen. Auch kann der erzeugte Strom ins öffentliche Stromnetz eingespeist und damit die Stromrechnung verringert werden. Der Staat fördert zumindest die Anfangsinvestition immer noch mit zinsgünstigen Krediten, Städte und Gemeinden geben weitere Zuschüsse.

Solaranlagen im Aufwind
Anders als Windräder erfreuen sich Solaranlagen als Lieferanten grünen Stroms großer Beliebtheit. Mehr als 60 Prozent der Solaranlagen sind Kleinanlagen auf privaten Hausdächern. Photovoltaikanlagen auf Nachbarhäusern erfahren durchweg positive Zustimmung. Neueste Untersuchungen gehen davon aus, dass Deutschland über ausreichend Flächen verfügt, um den Energiebedarf vollständig aus erneuerbaren Energien zu decken. Wird der Anteil an Photovoltaik im Strommix weiter erhöht, werden nur zwei Prozent der Landesfläche benötigt. Auch der Naturschutz profitiert vom Ausbau der Photovoltaik. Selbst große Solarparks sind umweltverträglicher als Windräder. Der Trend geht zu einer Kombination von Landwirtschaft und Solarpark. Die Panels schützen Boden und Pflanzen vor Austrocknung und Unwetterereignissen. Erste Versuche laufen bereits. Bisherige Untersuchungen haben gezeigt, dass sich Vögel und Insekten vermehrt in Solarparks ansiedeln. Als Biotop-Solarpark angelegt bieten sie Lebensraum für eine Vielzahl von Tieren und Pflanzen. Windräder lassen sich dagegen nur schwer mit Naturschutz in Einklang bringen.

Platz ist auf der kleinsten Hütte
Windräder lassen sich vor allen nicht in den Städten aufbauen. Eine Photovoltaikanlage dagegen lässt sich auf der kleinsten Hütte installieren. Nicht nur Süddächer eigenen sich für eine Photovoltaikanlage, fast alle Dächer sind dafür brauchbar. Inzwischen gibt es sogar Solarziegeln und sogenannte Indach-Anlagen, die die Dacheindeckung ersetzen können. Selbst für die Fassade, das Garagendach und den Balkon gibt es Solaranlagen. Die Mini-Solaranlagen speisen Strom über die Steckdose direkt ins Netz ein oder liefern Strom als Inselsysteme mit eigenem Wechselrichter und Akku. Die Anlagen sind einfach zu montieren und kosten nur wenige hundert Euro. Wenn der Nutzen für den Klimaschutz auch gering sein mag, lohnt sich jeder noch so kleine Beitrag.

Für den Verein Deutscher Ingenieure stellt die Photovoltaik gar den „Gamechanger“ bei der Energiewende dar, vorausgesetzt der Ausbau geht jetzt zügig voran. Bis zu 20 Gigawatt aus Photovoltaik mehr pro Jahr müssten es schon sein. Das „Erneuerbare-Energien-Gesetz“ sieht aber nur einen Zubau von 2,5 Gigawatt im Jahr vor. Viel zu wenig, soll die Energiewende gelingen und das Pariser Klimaschutzabkommen eingehalten werden.

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