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Lohnt sich eine Photovoltaikanlage fürs Haus?

Eine Photovoltaikanlage kann Sonnenlicht in elektrischen Strom umwandeln. Sie besteht aus Solarmodulen, in deren Zellen das Licht aufgefangen wird. Üblicherweise werden die Solarmodule auf dem Hausdach, dem Balkon oder der Terrasse aufgebaut.

von Aschendorff Medien

Foto: Pixabay.com

Immer mehr Menschen interessieren sich für die Möglichkeit, sich selbst mit Strom zu versorgen. Sie versprechen sich davon Unabhängigkeit sowie die Option, den Strom für ein Entgelt ins bestehende Netz einzuspeisen. Mit dieser Technologie kann ein einzelner Haushalt zur nachhaltigen Stromversorgung der Gesellschaft beitragen.

Allerdings gibt es einige Dinge zu beachten, wenn man eine eigene Photovoltaikanlage nutzen möchte. Eine wichtige Frage betrifft die Nutzung des erzeugten Stroms. Je nachdem, ob man den Strom selbst nutzen will oder ihn komplett ins Stromnetz einspeisen möchte, muss man verschiedene Faktoren berücksichtigen. Auch die Lage und das Haus selbst müssen für Photovoltaik geeignet sein. Damit sich die Unternehmung am Ende lohnt, muss man sich über die Kosten für eine Solaranlage bewusst sein.

In diesem Artikel gibt es Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um das Thema Photovoltaikanlage für zu Hause.

Wie sinnvoll ist eine eigene Photovoltaikanlage?

Mit einer Photovoltaikanlage kann man selbst nachhaltigen Strom herstellen. Dieser Beitrag zum Umweltschutz lohnt sich auch finanziell. Die meisten Nutzer von Photovoltaik nutzen einen Teil der erzeugten Energie für ihren privaten Stromverbrauch. Doch was ist der Unterschied zwischen einer Photovoltaikanlage mit Eigenverbrauch und einer Volleinspeisung? Hier gibt es einige Details, die man auf dem Weg zur neuen Photovoltaikanlage kennen sollte.

PV-Anlage zum Eigenverbrauch

Wer Strom über Photovoltaik erzeugt, kann einen Teil des Stroms selbst nutzen. Der restliche Strom wird ins Netz eingespeist. Dafür erhält man eine Vergütung, die ab 2023 bis zu 8,2 Cent pro Kilowattstunde betragen wird. Dieser Betrag ist für das Jahr, in dem die Anlage eingebaut wurde und die anschließenden 20 Jahre garantiert.

Der Eigenverbrauch lohnt sich für die meisten Haushalte, weil man damit viel Geld bei der Stromrechnung sparen kann. Speichert man die erzeugte Energie in einer Batterie, kann man sich abhängig vom individuellen Energiebedarf größtenteils unabhängig von herkömmlichen Stromanbietern machen.

Volleinspeisende PV-Anlage

Wie der Name schon verrät, wird bei einer volleinspeisenden Photovoltaikanlage der gesamte Solarstrom ins öffentliche Netz geleitet. Entscheidet man sich für diese Option, bekommt man eine höhere Vergütung. Laut dem aktuellen Erneuerbare-Energien-Gesetz sind das bis zu 13 Cent pro Kilowattstunde. Dafür ist man selbst aber auf den Strom vom heimischen Netzanbieter angewiesen.

Dank diesem Vergütungssatz ist es möglich, dass sich die Anlage nach einer gewissen Zeit amortisiert und Gewinn erzeugt. Dafür muss die Anlage aber auch genügend Leistung bringen, denn nur so wird genug Strom erzeugt, der dann verkauft werden kann.

Es ist jährlich möglich, sich zwischen Eigenverbrauch und Volleinspeisung zu entscheiden. Gerade wenn die Energiepreise steigen, ist es günstiger, den selbst erzeugten Solarstrom zu nutzen. Die Differenz auf der Stromrechnung kann sich mehr lohnen als die Vergütung für die Einspeisung. Mit einem Energiespeicher und durchdachter Energienutzung kann man im Normalfall etwa 70 Prozent des Strombedarfs mit der Photovoltaikanlage abdecken.

Foto: muensterschezeitung.de

Eignet sich das Haus für eine PV-Anlage?

Fast jedes Haus kann mit einer Photovoltaikanlage ausgerüstet werden. Die wichtigsten Aspekte hierbei sind die Statik, die Lage und die Neigung des Daches. Bei alten Gebäuden muss geklärt werden, ob das Dach die Last der Solarpanels tragen kann. Wenn die Anlage großflächig montiert wird, kann das hohe Gewicht sonst zur Gefahr werden.

Damit möglichst viel Sonnenlicht auf die Solarzellen fallen kann, sollte das Dach nicht von Bäumen oder anderen Gebäuden überschattet werden. Im Idealfall zeigt die gewählte Dachseite nach Süden, Westen oder Osten. Für den optimalen Lichteinfall wird eine Dachneigung von 30 Grad empfohlen, wobei ein Spielraum von 25 bis 60 Grad nutzbar ist.

Die wichtigste Voraussetzung für eine ertragreiche Photovoltaikanlage ist die Sonneneinstrahlung. Wie sehr die Sonne auf das heimische Hausdach scheint, kann man im sogenannten Solarkataster nachschauen. Dieser Solaratlas zeigt das Potenzial der eigenen Herstellung von Sonnenenergie.

Das Solarkataster wird von der Stadt oder der Gemeinde bereitgestellt. Typischerweise kann man im Internet die eigene Adresse überprüfen. So kann man herausfinden, welche Dachseite für die Installation einer Photovoltaikanlage die richtige ist.

Wie groß sollte die PV-Anlage sein?

Die ideale Größe einer Photovoltaikanlage hängt davon ab, wie viel Strom man erzeugen will. Eine kleine Anlage kann für den Eigenverbrauch ausreichend sein. Allerdings sind kleine Anlagen meistens nicht wirtschaftlich sinnvoll, weil sie auf die Leistung gemessen oft teurer sind als große Anlagen.

Mit einer großen Anlage kann man mehr Strom erzeugen, den man im Zweifelsfall auch verkaufen kann. Experten raten dazu, vorhandene Dachflächen so gut es geht auszunutzen. So verringert sich die Zeit, in der sich die Anlage refinanziert.

Was kostet eine Photovoltaikanlage?

Photovoltaik ist so günstig wie noch nie. Bei den üblichen Anlagen mit einer Leistung von 10 Kilowatt wird ein Preis von etwa 1200 Euro pro Kilowatt fällig. Wer das Budget und die Fläche zur Verfügung hat, kann auch eine größere Anlage nutzen.

Fördergelder

Ein Teil der Förderung für Photovoltaik ist der garantierte Vergütungssatz für 20 Jahre nach der Installation. Doch schon vorher kann man Unterstützung erhalten. Die KfW fördert Photovoltaik mit vergünstigten Darlehen sowie Zuschüssen, sofern die nötigen Anforderungen erfüllt werden.

Steuervorteile

Mit einer Photovoltaikanlage gibt es einige Möglichkeiten auf Steuervorteile. Man kann zum Beispiel einen Teil der Anschaffungskosten geltend machen. Wer Strom an den Netzbetreiber verkauft, muss unter bestimmten Voraussetzungen keine Einkommenssteuer zahlen. Auch die Umsatzsteuer entfällt, wenn der Umsatz unter 22.000 Euro pro Jahr bleibt. Weitere Betriebskosten und Werbungskosten können in der Steuererklärung ebenfalls geltend gemacht werden.

PV-Anlage mieten oder gemeinsam betreiben

Stromanbieter und andere Firmen bieten seit einiger Zeit die Möglichkeit an, Photovoltaikanlagen für das eigene Hausdach zu mieten. Dafür wird eine monatliche Gebühr verlangt. Bei diesen Angeboten ist man meist vertraglich an den jeweiligen Stromversorger gebunden.

Im Gegenzug übernimmt der Anbieter aber auch die Planung und Wartung der Photovoltaikanlage. Auf lange Sicht ist das aber oft teurer, als die Anlage selbst zu installieren. Wer dazu finanziell nicht in der Lage ist, kann ein solches Angebot eine Option sein. Besonders wenn das eigene Dach eine gute Lage, Fläche und Neigung hat, kann man mit dem Anbieter ein vorteilhaftes Angebot aushandeln.

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