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Der Umzug steht an

Transporter mieten oder Umzugsunternehmen beauftragen?

Umzüge sind eine anstrengende und zeit- und nervenfressende Angelegenheit. Vor allem dann, wenn es sich um weite Strecken und den ganzen Haushalt handelt. Immer wieder steht man vor der Entscheidung, den Umzug wieder einmal selbst in die Hand zu nehmen oder ein Umzugsunternehmen zu buchen. Lohnen sich die Kosten für die professionelle Hilfe? Oder kann man die Kraft aufwenden und alles selbst regeln? Folgender Beitrag nimmt die Vor- und Nachteile beider Varianten unter die Lupe, wägt ab und soll somit auch als Entscheidungshilfe dienen.

Foto: fotolia.com fizkes

Die Möglichkeiten abwägen

Zunächst einmal ist zu sagen, dass es nicht die eine perfekte Umzugsvariante für jedermann gibt. Je nach Art des Umzugs, Menge der Möbel und Umzugskartons, Strecke, die zurückgelegt werden muss usw., sollte individuell entschieden und rational abgewägt werden.

Dazu ist es am besten sich mit allen am Umzug aktiv Beteiligten zusammenzusetzen und sich zunächst einige Fragen zu stellen:

  • Wie groß ist der zu transportierende Haushalt genau? Gibt es besonders schweres und kompliziert zu tragendes Umzugsgut, wie beispielsweise ein Klavier, Herd oder Waschmaschinen oder Fitnessgeräte?
  • Ist für einen privaten Umzug genügend Zeit vorhanden? Werden befreundete oder verwandte Helfer benötigt und wären diese körperlich überhaupt in der Lage schwere Sachen zu tragen, bzw. möchte man ihnen das Ganze überhaupt zumuten?
  • Kann man selbst oder einer der Umzugshelfer einen Transporter fahren, der große genug ist, um alle Sachen zu transportieren?
  • Können die Umzugshelfer verpflegt werden?
  • Möchte ich zukünftige Freizeit dazu aufopfern, im Gegenzug zur Hilfe der Freunde, ihnen wiederum bei ihren Umzügen zu helfen?
  • Bin ich bereit, Schäden in Kauf zu nehmen, die beim eigenen, eventuell unsachgemäßen Transport entstehen könnten?
  • Werden eventuell zwei Umzugsteams benötigt, nämlich eines beim Abbau und Einladen vom ursprünglichen Wohnort und eins beim Ausladen an der neuen Wohnung, bzw. am neuen Haus?
  • Ist man in der Lage die Möbel am Umzugsort wieder allesamt aufzubauen und können die Helfer dabei wirklich behilflich sein?

Häufig tendieren Menschen schnell dazu zu sagen, ein Privatumzug kommt gar nicht erst infrage – dann lieber ein wenig mehr investieren. Denn viele der oben genannten Fragen werden voreilig mit Nein beantwortet und die Arbeit und der Aufwand, den ein Privatumzug so mit sich bringt, werden als Totschlagargument aufgeführt. Doch bei alldem sollten die Vor- und Nachteile der beiden Varianten ebenfalls immer im Hinterkopf behalten werden.

Wer auf die Dienste einer professionellen Umzugsfirma verzichtet, spart natürlich erst einmal eine Menge Geld. Das ist auch der größte Vorteil des privaten Umzugs. In manchen Fällen können sich Menschen ein Umzugsunternehmen erst gar nicht leisten, womit sich die Debatte natürlich erledigt hat. Allerdings sollte nicht vergessen werden, dass auch ein Privatumzug gut geplant sein muss, um nicht zu teuer zu werden.

Denn wer nicht gerade glücklicherweise Besitzer eines großen Transporters, Sprinters oder gar kleinen LKWs ist, muss sich diesen mieten. Zum Umzugsfahrzeug hinzu kommen eventuelle Kosten für das Benzin, für Umzugskartons (falls diese nicht kostenlos über Freunde oder beispielsweise Foren aus der Nähe besorgt werden können) und für sonstige Umzugsmaterialien, wie Umzugsdecken, Spanngurte usw. die für den sicheren Transport sorgen.

Praktisch ist, dass man mit privat organisierten Umzügen viel flexibler ist. Während Umzugsunternehmen oftmals eine begrenzte Terminauswahl zur Verfügung haben, kann der Privatumzug immer vonstattengehen – jedenfalls sofern alle Helfer zum Wunschtermin erscheinen können. Ein Transporter lässt sich im Grunde jederzeit mieten. Die meisten Mietwagenfirmen haben im Fuhrpark jeder Zweigstelle mehrere große Transporter zur Verfügung, die sich oftmals auch spontan recht günstig mieten lassen. Seit das Carsharing immer beliebter wurde, sind Mietwägen sogar über diverse Carsharing-Anbieter verfügbar. Diese lassen sich oftmals sogar ganz spontan und einfach per App auf dem Smartphone buchen und sind nicht selten noch günstiger zu bekommen, als die Transporter herkömmlicher Mietwagenfirmen. Dennoch hat natürlich auch das Carsharing wiederum seine ganz eigenen Vor- und Nachteile, weshalb auch hier genau geplant und abgewägt werden muss. Einer der größten Vorteile des Carsharings: gegenüber Mietwagenfirmen verlangen viele Carsharing-Agenturen keine Extragebühr, wenn das Fahrzeug nicht wieder zum Ursprungsort, sondern an der Zweigstelle in der Nähe der neuen Wohnung abgegeben wird. Damit fallen bestenfalls Benzinkosten für die Rückfahrt und die dafür notwendige Zeit weg.

Teuer wird dagegen bei allen Mietwägen in jedem Fall dann, wenn, aufgrund von Kostengründen, nur eine Versicherung mit Selbstbeteiligung abgeschlossen wird und es zu einem Unfall oder gar einem Verlust des Mietwagens und der Unfähigkeit eines Diebstahlnachweises kommt. Nicht selten müssen dann Beträge zwischen 1000 und 3000€ gezahlt werden. Kleinere Schäden im Inneren des Wagens dagegen, die durch den Transport entstehen oder Kratzer und Dellen an der Karosserie werden in vielen Fällen gar nicht berechnet oder kosten Mieter eher weniger.

Die anderen Nachteile des privaten Umzugs sind jedoch ebenfalls nicht zu vergessen: Was, wenn einer oder gar mehrere Helfer spontan absagen, weil etwas Wichtiges dazwischengekommen ist oder jemand krank wurde? Der Umzug ist dann auf einen Termin festgelegt und muss dann irgendwie auch ohne Helfer vonstattengehen. Ob spontan noch jemand aufgetrieben werden kann, ist die Frage.

Außerdem müssen, bzw. sollten die „freiwilligen“ Helfer zumindest versorgt werden. Auch das muss alles wieder organisiert werden. Und damit ist es nicht getan – denn er einmal Hilfe in Anspruch genommen hat, kann bei der eventuell zukünftigen Einforderung von Hilfe als Ausgleich nicht einfach Nein sagen. Es sei denn er möchte die guten Verhältnisse in der Freundschaft oder Familie aufs Spiel setzen.

Vor- und Nachteile des Umzugs mittels Umzugsunternehmen

Wer ein Umzugsunternehmen mit dem Umzug beauftragt. hat diese Probleme nicht. Denn zum einen versorgen sich die Herrschaften selbst und zum anderen verlangen sie keinen Ausgleich. Lediglich bezahlt werden muss. Und diese Bezahlung ist oftmals nicht ohne. Denn schon für eine Distanz von unter 120km und einer Wohnungsgröße von max. 120m gerechnet werden. Dafür sind dann aber meist auch mehrere Dienstleistungen inklusive. Je nach Anbieter und eigenen Ansprüchen sollten diese individuell abgeklärt werden.

So packen viele Leute ihre Sachen am liebsten alle selbst zusammen und lassen sie dann nur noch von den Umzugshelfern einpacken und zum Umzugsort transportieren. Andere wiederum möchten ein Gesamtpaket, das aus Einpacken, Montage, Transport und Aufbau besteht. Je mehr Dienste man selbst erledigen kann, desto mehr Geld lässt sich am Ende natürlich sparen. Wer es sich leisten kann, bucht am besten ein Gesamtpaket und kann sich dann vollkommen entspannen. Das gilt auch hinsichtlich der Sicherheit der Möbel und etwaiger teurer Einrichtungsgegenstände. Denn im Gegensatz zu einem Umzug in Eigenregie sind sowohl das Mobiliar, als auch andere Gegenstände gegen Schäden durch Umzugsfirmen versichert. Werden die Mängel fristgerecht bemerkt und gemeldet, haften die meisten Dienstleister mit bis zu 620€ pro Kubikmeter Umzugsgut. Allerdings sollten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen hier genau beachtet werden. Denn sensible elektronische Geräte sind beispielsweise häufig von der Haftung ausgeschlossen.

Wer die richtige Umzugsfirma mit Spezialisten findet, bekommt am Umzugsort eventuell sogar die Küchenzeile aufgebaut und installiert, die Waschmaschine angeschlossen und mitunter sogar die Wände neu gestrichen. Für all diese Dienste allerdings fallen Extrakosten an. Sparen tut man sich dafür die Verpflegung der Helfer sowie den Aufwand, der zur Findung eines passenden Termins unter Freunden oder in der Familie benötigt wird. Einmal vereinbart, halten sich Umzugsfirmen auch an den Termin. Der Nachteil ist jedoch, dass gerade diese Termine in der Regel recht unflexibel vergeben werden und man hin und wieder Kompromisse eingehen und den Umzug sogar auf Urlaubstage oder Ähnliches legen muss, da die Umzugsfirmen am Wochenende entweder ausgebucht sind oder gar keine Dienste anbieten.

Letztlich sollte die Entscheidung, eine Umzugsfirma zu buchen oder den Umzug privat abzuwickeln weniger aus dem Bauch heraus, als im Hinblick auf die Vor- und Nachteile in der jeweiligen individuellen Umzugssituation getroffen werden. Wer sich die professionelle Hilfe ohne Probleme leisten kann, ist damit in jedem Fall gut beraten. Ansonsten können private Umzüge aber bei guter Planung ebenfalls reibungslos und zügig vonstattengehen.

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