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Filmemacher und Musiker

Mann der Extreme: Jared Leto wird 50

Berlin (dpa)

Das Internet ist sich sicher: Hier geht es nicht mit rechten Dingen zu. Jared Leto scheint seit den 00er Jahren so gut wie gar nicht gealtert zu sein. Offiziell wird er jedoch jetzt 50 Jahre alt.

Von Sophia Reddig, dpa

Jared Leto bei der Premiere von «House of Gucci» in New York. Foto: Evan Agostini/Invision via AP/dpa

Jared Leto ist ein Mann der Extreme. Als Schauspieler mutet er seinem Körper die stärksten Gewichtsschwankungen zu und zwängt sich trotz Platzangst in hautenge Prothesen. Als Musiker füllt er Stadien und dreht Musikvideos in der Arktis. An diesem Sonntag (26.12.) wird er 50.

Angefangen mit dem Ganzen hat er schon um die Jahrtausendwende. Um sich auf seine Rolle als Heroinsüchtiger in «Requiem for a Dream» vorzubereiten, lebte er damals für eine Weile in New York auf der Straße und suchte dort Kontakt zu süchtigen Menschen. Außerdem hungerte er zehn Kilogramm herunter.

Sieben Jahre später tat er das komplette Gegenteil: Für die Rolle des John-Lennon-Mörders Mark David Chapman im Film «Chapter 27» nahm Jared Leto innerhalb kürzester Zeit 30 Kilogramm zu. «Wenn ich zurückblicken, wünschte ich, jemand hätte mich gestoppt», sagte Leto in einem Interview mit GQ. Auf der anderen Seite sei es für ihn faszinierend gewesen zu beobachten, wie dieses Gewicht ihn als Menschen verändert hätte: Seinen Gang, die Art wie er spricht und sogar sein Lachen.

2013 nahm er für «Dallas Buyers Club» erneut zehn Kilogramm ab und enthaarte seinen gesamten Körper. Für seine Darstellung der an Aids erkrankten, transsexuellen Frau Rayon wurde Leto schließlich mit einem Oscar als «Bester Nebendarsteller» ausgezeichnet. Fun Fact am Rande: Stand die goldene Figur zunächst noch in Letos Küche, ist sie heute spurlos verschwunden.

Für andere Rollen in «Mr. Nobody» und «Fight Club» zwängte er sich trotz Klaustrophobie in hautenge Masken und Prothesen. Um Paolo Gucci in «House of Gucci» spielen zu können, musste er jeden Tag für fünf Stunden in die Maske (um seine vollen Haare, seine durchtrainierte Figur und seine glatte Haut loszuwerden, versteht sich). Wenigstens im Film soll er so aussehen wie ein Mann mittleren Alters.

Eigentlich wäre das schon genügend Stoff, um auf ein wirklich außergewöhnliches Leben zurückblicken zu können. Jared Leto wäre jedoch nicht Jared Leto, wenn er nicht neben seiner Schauspielkarriere gleichzeitig noch als Rockstar auftreten würde.

Thirty Seconds To Mars heißt seine Band und der Name ist auch hier Programm. So hält die Band derzeit den Guinness-Weltrekord für die längste Tour und hat ihre Single «Up In The Air» in Zusammenarbeit mit der NASA zur Songpremiere auf die ISS schießen lassen.

Für zahlreiche Musikvideos der Band übernahm Jared Leto unter seinem Pseudonym Bartholomew Cubbins die Regie. In einem Interview verriet er, dass er ursprünglich nur Schauspieler werden wollte, weil er hoffte, dadurch leichter an einen Job als Regisseur zu kommen.

Unter seiner Regie entstand beispielsweise das Musikvideo zu «A Beautiful Lie», welches in der Arktis gedreht wurde, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen. Das war 2005. Auch als WWF-Botschafter setzt er sich seit mehreren Jahren für Umweltschutz ein.

Und was macht Leto so in seiner Freizeit? Natürlich auch etwas Extremes: Er klettert zum Beispiel am Felsen oder begibt sich in eine zweiwöchige Schweigemeditation. So kam es, dass der Künstler den Ausbruch der Coronapandemie in den USA komplett verpasste. «Als ich gegangen bin, gab es etwa 150 Fälle», erinnert er sich in der «Tonight Show» mit Jimmy Fallon. Während der Meditation war er komplett von der Außenwelt isoliert. Nach zwei Wochen kam er zurück nach L.A. «Es war schockierend, (...) als ob man plötzlich in eine Zombie-Apokalypse gerät.»

Mittlerweile scheint er sich jedoch gut mit der Situation arrangiert zu haben. Mehr als 264 Songs hat nach eigenen Angaben schon in der Coronazeit geschrieben. Welche davon es auf das angekündigte sechste Album von Thirty Seconds Mars schaffen werden, bleibt offen.

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