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Britisches Königshaus

Versöhnung nicht in Sicht: Prinz Harry und die Royals

London/Santa Barbara (dpa)

Die Vorwürfe von Harry und Meghan ans britische Königshaus haben die Gräben vertieft. Die gegenseitigen Anschuldigen wiegen schwer. Nun gibt ein Buchkapitel neue Einblicke in den Zustand einer komplizierten Beziehung.

Von Larissa Schwedes, dpa

Prinz Harry und seine Frau Meghan 2018 in London. Foto: Yui Mok/PA Wire/dpa

Viele hatten bei dieser Szene auf den Beginn einer Versöhnung gehofft: Prinz Harry im Kreise seiner Familie, im Gedenken vereint an den geliebten Großvater.

Die Beerdigung des im April gestorben Prinz Philip war das erste Mal, dass Harry nach dem Rückzug aus dem Königshaus wieder nach Großbritannien reiste und seiner Familie persönlich gegenüberstand. Rund fünf Monate und einen weiteren Besuch später scheint eine echte Versöhnung jedoch noch immer in weiter Ferne. Ein neues Nachwort in der Biografie «Finding Freedom» über Meghan und Harry sorgt nun für weiteren Zündstoff.

Eine der brisantesten Behauptungen in dem Kapitel, das zum Erscheinen der Taschenbuch-Auflage am 31. August nun von den Autoren Omid Scobie und Carolyn Durand mit einem neuen Nachwort ausgestattet wurde, lautet: Die Royals seien «heimlich erfreut» gewesen, dass Meghan bei der Trauerfeier für Prinz Philip im April nicht hätte dabei sein können, da sie befürchteten, die Herzogin könne «ein Spektakel» verursachen. «Finding Freedom», das in seiner neuen Fassung der Deutschen Presse-Agentur vorab vorlag, beruft sich bei seinen Schilderungen auf nicht genannte Quellen, die entweder dem Königshaus oder Meghan und Harry nahe stehen. Den Anwälten des Paares zufolge ist das Buch des Verlags Harper Collins nicht von den beiden selbst autorisiert.

Über die Rolle des Autors Omid Scobie gab es immer wieder Diskussionen: Vielfach wurde er als enger Freund oder «inoffizielles Sprachrohr» des Paares bezeichnet - was er jedoch sogar selbst zurückweist. «Ich bin nur ein Journalist, der seinen Job macht», sagte der gebürtige Brite im Juni in einem Briefing mit Auslandskorrespondenten in London. Der Tenor großer Teile der britischen Presse gegenüber Meghan und Harry sei jedoch so hässlich und teilweise rassistisch, dass er selbst sich als einer der wenigen wiedergefunden habe, der versuche, die Perspektive des Paares einzunehmen.

In seiner früheren Version erschien «Finding Freedom», das die Geschichte des «Megxit» und den Neubeginn des Paares nachzeichnet, bereits im vergangenen Jahr. Beim Erscheinen lag der Rückzug aus dem Königshaus einige Monate zurück, aber das Aufsehen erregende Fernsehinterview mit US-Moderation Oprah Winfrey, in dem das Paar im Frühjahr der Royal Family Rassismus und mangelnde Unterstützung vorwarf, lag noch in der Zukunft. Das ergänzte Nachwort der Biografie versucht nun in großer Ausführlichkeit zu beschreiben, was vor und nach diesem Interview geschah.

Ein weiterer brisanter Punkt darin: Den Autoren zufolge sollen Meghan und Harry mit dem Gedanken gespielt haben, den «rassistischen Royal» namentlich ans Messer zu liefern - also zu benennen, wer sich vor der Geburt ihres Sohnes Archie (2) Sorgen über dessen Hautfarbe gemacht haben soll. Im Interview selbst betonten beide, den Namen niemals nennen zu wollen, da das «sehr schädigend» für die betroffene Person wäre. Der Vorwurf an sich hatte Schockwellen über den Atlantik gesendet und den Ruf des Königshauses ein Stück weit beschädigt.

Schon bald könnte sich zeigen, was wirklich dran ist an den Gräben, die die «Finding Freedom»-Autoren als noch immer sehr tief beschreiben. Mehreren Berichten zufolge könnte Prinz Harry bereits im September zu einer weiteren Veranstaltung zum Gedenken an seine Mutter Diana nach Großbritannien reisen - diesmal womöglich mit der gesamten Familie.

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