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Erfolgsgeschichte am FMO

Airportpark: Nach dem Mais blüht das Gewerbe

Greven

Früher Mauerblümchen, jetzt Premium-Gewerbegebiet: Der Air­portpark am FMO, das interkommunale Gewerbegebiet des Münsterlandes zwischen der A1 und dem FMO, hat sich zu einer Erfolgsgeschichte gemausert.

Elmar Ries

Hier tut sich etwas: Die ersten 60 Hektar des einzigen interkommunalen Groß-Gewerbegebietes im Münsterland sind vermarktet. Foto: Wilfried Gerharz

2010 wurde das erste Grundstück verkauft. Heute, zehn Jahre später, sind die ersten 60 Hektar des im Endstadium 200 Hektar großen Areals in Greven bis auf drei kleine Restflächen an den Mann gebracht. Selbst das Flughafenhotel, lange geplant, noch länger erträumt, kommt jetzt zum Zuge. „Un­ser Ziel ist, es noch dieses Jahr in Bau zu bringen“, sagt Udo Schröer.

Zufriedener Geschäftsführer

Der ist Geschäftsführer der den Business-Park vermarktenden Airportpark GmbH und wirkt ziemlich zufrieden. Was zwei gute Gründe hat, von denen der erste offensichtlich ist. Viele Jahre stand der Fiege-Turm sehr einsam vor ei­nem Meer aus Weizen, Gerste und Mais. Inzwischen hat er Nachbarn bekommen. Schumacher hat gebaut, Beresa, Fiege, Hermes, Dream Tec, Regio-Logistik und Bäumer; Depenbrock will noch bauen. Sie alle sind renommiert, sie alle sind international aufgestellt. Im Airportpark tummelt sich kein No Namer. Die zweite positive Nachricht: Die Nachfrage nach freien Flächen reißt nicht ab.

Also plant Schröer nun die Erweiterung. 15 weitere Hek­tar im Osten, derzeit parzelliert in vier größere Flächen von 7000 bis 63 000 Qua­dratmetern – „die natürlich auch individuell zugeschnitten werden können“. 2024 soll das neue Areal „marktreif sein“. Und ja – „es gibt natürlich Interessenten“. Was heute natürlich ist, war die ersten Jahre ein Traum.

Große Expansionsbereitschaft

Vom langjährigen Aschenputtel zur Königin, wie geht das? Zuerst kommen die einfachen Argumente: Die Wirtschaft braucht nach wie vor Flächen, die Expansionsbereitschaft ist groß, der Flughafen ist ein Magnet, die A 1 nah. Zudem gibt es nirgendwo sonst im Münsterland freie Gewerbeflächen jenseits von 30 000 Quadratmeter.

Dann gibt es da noch das Unausgesprochene. Dass die Politik in der Region viel zu lange Blütenträumen nach hing und sich für den Airportpark Strukturen erhoffen, die vielleicht in der Düsseldorfer Airport-City zu finden sind, und vor lauter schöner Träumerei die schnöde Wirklichkeit übersah. Die erhofften Architekten, Wirtschaftsprüfer un dUnternehmensberater blieben jedenfalls lieber in ihren schicken Büros in Münster und Osnabrück, anstatt eher ländlich am FMO zu siedeln. Das Umswitchen in den Politiker-Köpfen brachte den Erfolg.

Die, die bereits in Greven sind, wie der Wellpappenproduzent Schuhmacher, wie die Logistiker, der Autohändler Beresa, der Medizintechnik- und IT-Komponentenhandel Dream-Tec, der Gartengeräte-Vertriebler Hubertus Bäumer: Sie alle eint dreierlei. Sie sind Mittelständler, sie beschäftigen nicht nur Anzugträger und haben allesamt nachgewiesen, dass sie fürs Geschäft einen Flughafen vor der Tür benötigen – und den FMO nutzen. Die sogenannte Flughafenaffinität ist nach wie vor ein Muss. „Wer im Airportpark siedeln will, muss sie nachweisen“, sagt Schröer. Anfangs war sie eher ein Hemmschuh, inzwischen hat sie sich jedoch zum probaten Steuerungsinstrument entwickelt.

"Nur ein Zwischenstep"

Die 150 000 Quadratmeter des zweiten Abschnitts, die jetzt anstehen, sind für den Airportpark-Chef nur „ein Zwischenstep“. Er denkt bereits über 2024 hinaus. 40 oder 50 Hektar könnten in einem weiteren Schritt entwickelt werden. „Der Standort ist ein Schatz für die Region.“ Auch das ist ein Schröer-Satz.

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