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Abschnitt zwischen Setex und Fußgängerbrücke

An der Ems geht es weiter

Greven

Die Renaturierung der Ems wird fortgeführt. Die Gelder sind bewilligt. Geplant ist in dem Bereich zwischen Setex und Fußgängerbrücke eine Aufweitung des Flussbettes mit einigen verbleibenden Restinseln. Außerdem soll eine so genannte Sekundär-Aue angelegt werden.

Von Peter Beckmann

Das Emsauen-Gebiet zwischen Fußgängerbrücke und Setex wird sich sehr stark verändern Foto: Peter Beckmann

Es geht weiter. Die Gelder sind bewilligt. Der letzte Teil der eingeengten Ems im Grevener Stadtgebiet wird renaturiert. Das bestätigte jetzt Hermann Berling vom Dezernat Wasserwirtschaft der Bezirksregierung Münster auf Anfrage.

Vom Freibad bis hin zur Firma Setex ist der Lauf der Ems bereits verändert worden. „Dieser Bereich war im Gegensatz zum nun folgenden deutlich aufwendiger“, sagte Berling. Denn: Zwischen den oben genannten Punkten sollte die Ems nicht nur natürlich fließen, auch für Fische sollte die Möglichkeit geschaffen werden, den Flusslauf ohne Schwierigkeit zu passieren. Deshalb wurden die zwei bestehenden Wehre beseitigt und stattdessen 23 Buhnen eingebaut, die für einen langsamen und überwindbaren Höhen-Ausgleich sorgen.

Dieser Aufwand muss in dem folgendem Bereich der Ems nicht mehr betrieben werden. „In dem Bereich bis zur Fußgängerbrücke müssen nur reine Bodenarbeiten ausgeführt werden“, erklärte Berling. Heißt: Zwischen 50.000 und 100.000 Kubikmeter Boden werden aus den Emsauen entfernt.

Vor zehn Tagen sei der Zuwendungsbescheid für die Maßnahme eingegangen, jetzt wird die Ausschreibung vorbereitet. „Wenn die Ausschreibung schnell läuft, könnte Ende Oktober oder Anfang November mit der Maßnahme begonnen werden.“ Je nach der Intensität der Hochwassersaison sei die Fertigstellung dann sogar für den Sommer 2022 denkbar. „Aber spätestens Ende des kommenden Jahres sind wir fertig“, sagte Berling.

Geplant ist eine Aufweitung des Flussbettes mit einigen verbleibenden Restinseln. Außerdem soll eine Sekundär-Aue angelegt werden. Berling erklärt, was das ist. „Die Ems war bislang in ein Bett eingezwängt, dessen Ufer mit Steinen gefasst ist. So konnte die Energie des Flusses nur nach unten gehen, was bei einem Sandfluss recht einfach ist.“ Daher sei die Ems an einigen Stellen sehr tief geworden. „Den Fluss wieder höher legen können wir nicht, da viele Bauwerke, wie zum Beispiel der Deich und der Überlauf in die Ems, darauf ausgelegt sind.“

Früher, vor der Begradigung, sei die Ems regelmäßig in die Emsauen übergelaufen. „Aktuell passiert das nur bei stärkeren Hochwassern.“ Mit Hilfe einer Sekundär-Aue, die etwa 1,5 Meter abgetragen wird, soll dies wieder passieren. „Diese Sekundäraue sorgt dann dafür, dass eben diese Aue häufiger vom Wasser überflutet wird“, erklärt Berling.

Die Arbeiten an dem 600 Meter langem Stück zwischen Setex und Fußgängerbrücke wird rund 1,9 Millionen Euro kosten. „So in etwa haben wir kalkuliert, es muss sich aber zeigen, was die Ausschreibung ergibt.“

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