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Wie fahrradfreundlich ist Greven?

Ärger an der Ampel

Greven

Die wenigen Grevener Radfahrer, die sich an einer Online-Umfrage beteiligt haben, sind insgesamt mäßig zufrieden mit der Infrastruktur in der Stadt. Ein großes Ärgernis ist vor allem die Ampelschaltung, die nicht auf die Bedürfnisse der Radler abgestimmt ist.

Oliver Hengst

Immerhin: In Greven gibt es Radwege, teilweise sogar neue (oder neu beleuchtet). Unter dem Strich sind Grevens Radfahrer gleichwohl nur mäßig zufrieden.   Foto: oh

Dass Greven Mittelmaß wäre – nein, das möchte sicher niemand behaupten. Aber beim ADFC-Fahrradklima-Test landete Greven eben genau dort: im Mittelfeld. Der „Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club“ hatte im vergangenen Jahr dazu aufgerufen, sich an einer Internet-Umfrage zu beteiligen- Ein Angebot, von dem exakt 101 Grevener Gebrauch machten. Auf einer Schulnoten-Skala zwischen 1 (fahrradfreundlich) und 6 (nicht fahrradfreundlich) erreichte Greven einen Schnitt von 3,6 – und landete damit exakt in der Mitte aller deutschen Städte unter 50 000 Einwohner.

Besonders zufrieden sind die befragten Grevener mit der Akzeptanz des Fahrradfahrens bei Jung und Alt (Durchschnittsnote 2,3). Zudem sei das Stadtzentrum mit der Leeze gut zu erreichen (2,3). Auch sei zügiges Radfahren möglich (2,5). Weitere Pluspunkte kann Greven nur noch bei Wegweisern für Radfahrer sammeln (2,9). Bei allen anderen Aspekten, die abgefragt wurden, erzielte Greven einen Wert von 3,0 oder schlechter – zum Beispiel bei Konflikten mit Fußgängern, Häufigkeit von Fahrraddiebstählen, Hindernissen auf Radwegen und der Güte der Radweg-Oberflächen.

Mit dem Winterdienst auf Radwegen sind die Grevener nicht sonderlich zufrieden (3,4). Trostpflaster: In anderen Städten fällt diese Bewertung noch deutlich schlechter aus (4,0). Gleiches gilt für die allgemeine Reinigung der Radwege (Greven 3,5; ähnliche Städte 3,9).

Besonders unzufrieden sind die Grevener Radfahrer, die sich per Mausklick an der Umfrage beteiligten, vor allem mit einer Sache: der mangelnden Abstimmung der Ampelschaltung auf die Erfordernisse der Radfahrer (4,6). Damit schneidet Greven deutlich schlechter ab als der Durchschnitt gleich großer Städte (4,0). Eine ebenso schlechte Note verteilen die Grevener auch für die Fahrradförderung in jüngster Zeit (4,6). Schlechtere Ergebnisse erzielte Greven bei keiner anderen Frage. Fahrradmitnahme im Öffentlichen Personennahverkehr, Breite der Radwege und Falschparkerkontrollen auf Radwegen sind weitere Bereich, mit den die örtlichen Zweiradfreunde nicht übermäßig zufrieden sind (jeweils 4,2).

Nicht nur die vergleichsweise geringe Zahl der Umfrageteilnehmer spricht dafür, dass manche Ergebnisse durchaus mit Vorsicht zu genießen sind. Auch einige Detailergebnisse werfen Fragen auf. Bei der Frage nach der Verfügbarkeit von Leihfahrrädern geben die Grevener zum Beispiel die maue Note 4,1 – neigen also zur Ansicht, dass „es nicht einmal eine touristische Fahrravermietung gibt“. Dabei gibt es die sehr wohl: an der von Greven Marketing betriebenen Radstation am Schöneflieth-Stadion stehen 70 Räder bereit.

In der Gesamtbewertung kommt eine sehr ausgeglichene Einschätzung zum Tragen. Ist Radfahren in Greven eher Stress oder Spaß? Da entscheiden sich die Umfrageteilnehmer für die goldene Mitte: Note 3,0.

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