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Drei Bliss-Konzerte im Beat-Club-Keller

„Ästhetischer Gewinn durch Migration“

Greven

Im Beat-Club geht es weiter. Aber erst einmal mit Johann Sebastian Bach und jungen Künstlern. Die GWK und der Grevener Club bieten drei Konzerte an

-bn-

Albert Sahle (Beat Club), Dr. Susanne Schulte (GWK) und Andreas Hartmann (Volksbank, v.l.) Foto: Günter Benning

Selten war es so anspruchsvoll, in den Beat Club zu gelangen. Auf der Treppe steht ein Gerüst, die Maler bearbeiten den Goldenen Stern. Glücklicherweise waren Beat Club-Chef Albert Sahle und Dr. Susanne Schulte (GWK) gestern gelenkig genug, um sich in den Keller zu schlängeln, der seit Monaten ungenutzt ist. Es ging um einen Lichtblick: Im Oktober gibt es drei neue Bliss-Konzerte. Junge Künstler spielen in der Gewölbekeller-Atmosphäre.

„Wann hier das letzte Konzert war?“, Beat-Club-Geschäftsführer Ralf Wietkamp muss lange nachdenken, „Corona – da verliert man das Zeitgefühl.“

Corona hat auch das Leben der jungen Künstler aus der geplanten Bahn gebracht, die ab Oktober in Greven auftreten wollen. Exemplarisch dafür die Geigerin Gina Keiko Friesicke, ein deutsch-japanisches Musikerkind, das schon mit 17 Jahren den GWK-Förderpreis gewann und zwei Konzerte im WDR spielen durfte. „Sie wollte in New York studieren“, schildert Dr. Susanne Schulte, die Geschäftsführerin der Gesellschaft für Westfälische Kultu (GWK). Daraus wurde nichts, also studiert sie dort, wo sie sowieso lebt: In Detmold. „Mit Bach“, sagt die Musikerin, die unter anderem den barocken Altmeister spielen wird, „kann ich mich am besten identifizieren.“ Tja, Bach blieb zeitlebens in Mitteldeutschland.

Platz für 45 Besucher

Die drei Konzerte werden in gemütlichen Kreisen stattfinden. 45 Besucher können nach derzeitigem Stand in den Gewölbekeller kommen. Die müssen sitzen, was aber für ein klassisches Konzert nicht ungewöhnlich ist.

Mit Matei Rusu kommt ein junger rumänischer Gitarrist nach Greven, der in Maastricht und Detmold studiert hat, auch er ein GWK-Förderpreisträger. „Den muss er sich noch abholen“, sagt Susanne Schulte, „die Veranstaltung 2020 musste ja leider ausfallen.“ Rusu sei ein Beispiel „für den ästhetischen Gewinn, den wir durch Migration haben.“

Was dann auch für das Jerusalem-Duo gilt. Die beiden jungen Musiker sind Israeli, die bei Frankfurt leben. Ihre Musik spannt einen Bogen von kontemporärer Musik bis zu den alten Meistern – in einer ungewöhnlichen Kombination aus Saxofon und Harfe. „Insgesamt“, verspricht Schulte, „sehr emotionale Konzerte“.

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