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Mitarbeiter der Karderie zur Meinungsumfrage in der Stadt unterwegs

Corona setzt den Jugendlichen zu

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Veränderungen in der Schule, im Freundeskreis, in der Familie, das beeinflusse die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen.

Günter Benning

Wollen wissen, wie Jugendlichen klar kommen (v.l.): Gordon Ziegener, Insa Evelt und Stefan Holtkamp. Foto: Günter Benning

Der blaue Transporter steht am Niederort. „Nur relativ kurz“, sagt Gordon Ziegener aus der Karderie, „dann fahren wir weiter zu anderen Plätzen in der Stadt.“ Der Pädagoge aus dem städtischen Jugendbereich ist unterwegs, um Stimmen von Jugendlichen einzufangen. „Wie geht‘s Euch?“ ist das Motto. Auf einer mobilen Pinnwand steht, wie die Stimmungslage so ist in Coronazeiten.

Finanziert wird die Aktion vom Jugendkulturrucksack NRW. „Wir wollen den Kids eine Stimme verschaffen“, sagt Ziegener, „um herauszufinden, welche Maßnahmen wir noch anbieten können.“

Der blaue Wagen kurvt durch die Stadt, überall hält man sich kurz auf, um jedes Infektionsrisiko zu vermeiden.

Der Umgang mit dem Lockdown falle vielen Jugendlichen schwer, glaubt der Karderie-Mitarbeiter. Kontakte zu halten sei schwierig. Manche, die entsprechend ausgestattet seien, würden sicher digitale Möglichkeiten nutzen. Andere nicht.

Jugendamtsleiter Stefan Holtkamp sieht auch den Ernst der Lage: „Wenn man hinguckt, was die Jugendlichen aufschreiben, steht in jedem zweiten Satz Corona drin.“

Veränderungen in der Schule, im Freundeskreis, in der Familie, das beeinflusse die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen, „wie wir uns das als Erwachsene vielleicht gar nicht vorstellen können.“ Es entstünden Ängste, die man ernst nehmen wolle.

Aber Holtkamp sieht auch Chancen: „Vielleicht kann man Jugendlichen beibringen, wie man mit solchen sozial reduzierten Situationen umgehen kann. Vielleicht steckt darin ja auch eine Chance.“

„Die meisten, die Zuhause sind, werden mehr Netflix gucken", glaubt Karderie-Mitarbeiterin Insa Evelt, „oder zocken.“

Das glaubt auch Holtkamp: „Die Eltern werden ihren Kindern sicher mehr durchgehen lassen als normal – weil so viel freie Zeit vorhanden ist.“

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