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Ein karnevalistischer Jahresrückblick 2022 von Günter Benning

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Greven

Der Karneval fällt aus. Aber den Song zum Grevener Karneval 2022 gibt es. Unser Mitarbeiter Günter Benning sollte ihn bei der KG-Prinzenproklamation singen. Hier ist er.

-bn-

Sollte eigentlich einen Karnevalssong bei der Prinzenproklamation vortragen, wenn sie denn stattgefunden hätte: Günter Benning, Lokalredaktionsleiter dieser Zeitung. Foto: bn

Was sind Pünte und Prinz ohne Jecken? Tanzmariechen ohne Bühne? Was ist ein Büttredner ohne Bütt? Sinnlos, jedenfalls für Karnevalisten. An diesem Samstagabend hätten sie alle ihren Auftritt gehabt bei der Prinzenproklamation der KG Emspünte. Wenn nicht Corona gewesen wäre. Einen Trost hat das närrische Volk: ein humoristischer und musikalischer Rückblick steht ab sofort im Internet bereit.

Günter Benning, Redaktionsleiter dieser Lokalausgabe, hatte nämlich im vergangenen Jahr von der KG Emspünte den Auftrag erhalten, bei der Prinzenproklamation einen närrischen Vortrag zu halten. Eine Ehre, die bis dahin karnevalistischen Könnern wie Pfarrer Klaus Lunemann und Ex-Bürgermeister Peter Vennemeyer vorbehalten war.

Da kann man nicht nein sagen. Also wurden in den letzten Monaten Kuriosa und der ganz normale politische Alltag in Greven gesichtet, auf die satirische Waagschale geworfen und in knüppelharte Song-Verse geschmiedet.

Dazu kam noch eine eingängige Ohrwurm-Melodie und der Refrain, der für alles gut ist:

„Was wir machen,

was wir lassen,

ob wir lieben

oder hassen.

Trübsal blasen,

hoch die Tassen,

das ist unser Greven“.

Natürlich hätte der Hobby-Singer/Songwriter das Stück am liebsten live vorgetragen. Geplant war der 8. Januar, später hieß es, man wolle die Prinzenproklamation auf den 15. Januar verschieben. Da wusste man bei der KG noch nichts von Omikron. Doch als dann wieder einmal der Karneval abgeblasen wurde, da stand der Vers-Schmied vor der Alternative: Alles wegwerfen oder ins Internet damit.

Er entschied sich für ein Video und marschierte an einem Dezembertag mit seinem Gitarrenkoffer ein paar Meter von der Redaktion zum Kidroom-Studio von Rockproduzent Michael Voss an der Marktstraße. Der Song war mittlerweile auf satte 12 Minuten aufgegangen. Bei Voss gab es drei Live-Mitschnitte, der mittlere passte, ein paar Patzer mussten rausgeschnitten werden. „Wenn man sowas auf der Bühne singt“, sagt der Gelegenheitskarnevalist, „klatschen die Leute sogar bei den Fehlern. Das funktioniert hier leider nicht.“

Danach wurden in Eigenregie ein Karaoke-Video und ein paar Szenen aus der City gedreht, die Cengiz Sentürk, Videospezialist unserer Zentralredaktion, clever zusammenschnitt. Sehr hilfreich auch ein paar Luftaufnahmen von Holger Woestmeyer aus Greven. Hören kann man den Song ab heute auf der Internetseite unserer Zeitung.

Und wem der karnevalistische Schwank echt zu lang geworden ist, der kann durch das Video scrollen. Jede Strophe ein Thema: Rathaus, Bürgermeister, Reckenfeld, Minnebusch, Aldi – und tatsächlich auch das Wort des Jahres: „Corinna“.

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