Workshop zur Ortsmitte in der zweiten Jahreshälfte

„Das passt alles nicht zusammen“

Reckenfeld

Für den Reckenfelder Ortskern gibt es ein so genanntes Integriertes Handlungskonzept. Doch bei der Umsetzung hapert es. Das bemängeln zumindest einige Lokalpolitiker des Ortsteils.

Oliver Hengst

Die trennende Wirkung der Bahnhofstraße ist als Problem erkannt, aber noch nicht angepackt worden. Foto: Oliver Hengst

Integriertes Handlungskonzept – ein sperriger Begriff für eine komplexe Angelegenheit. Letztlich geht es um eine Sammlung aufeinander abgestimmter Ideen und Maßnahmen, um einen Ortskern nach vorne zu bringen, um Stärken zu stärken und Schwächen zu schwächen.

Ein solches Integriertes Handlungskonzept (IHK) gibt es für die Grevener Stadtmitte – und auch für den Reckenfelder Ortskern. Doch bei der Umsetzung in Reckenfeld hapert es. Das bemängeln zumindest einige Lokalpolitiker des Ortsteils. Seit 2010 rede man drüber, seit acht Jahren habe man eine (eigentlich) klare Beschlusslage, erläuterte beispielsweise Wolfgang Klaus (SPD) in der jüngsten Sitzung des Reckenfelder Bezirksausschusses. Es sei nun an der Zeit, wesentliche Bestandteile des Konzeptes auch umzusetzen. Das was bislang realisiert worden sei, sei „etwas dünne“. Vor allem die nach wie vor trennende Wirkung der Bahnhofstraße sei noch nicht angepackt worden. Denn eben dieser Bereich nördlich und südlich der Bahnhofstraße zwischen Ortsmitte-Kreisel und Volksbank sei gemeint, wenn von Ortsmitte die Rede sei. Im IHK sei vorgesehen, dass diese Flächen (Hauptschule und Kirchplatz) besser miteinander verknüpft werden. Passiert sei aber nichts. „Wir haben das bis heute nicht angefasst“, bemängelte Klaus. Dass es weitere stadtplanerische Konzepte gebe, etwa das Mobilitäts- und das Grünflächenkonzept, in denen ebenfalls Ideen für diesen Bereich niedergeschrieben sind, mache die Sache nicht gerade leichter. „Das bedeutet für den Ortskern einen Flickenteppich“, befürchtet der Sozialdemokrat.

Auch Klaus Schwenken (CDU) sagt: „Das passt alles nicht zusammen.“ Lege man die Ideen der einzelnen Konzepte für diesen Bereich übereinander, so erkenne man, dass die Vorschläge teilweise nicht miteinander harmonierten. Es gebe viele offene Fragen.

Anika Stöcker (CDU) mahnte in diesem Zusammenhang nochmals an, einer zentralen Bushaltestelle höhere Priorität einzuräumen. Aktuell gebe es rund um den Ortsmitte-Kreisel sechs Haltstellen. Die Reduzierung auf eine zentrale Haltestelle schaffe neue Optionen für die Ortsmitte.

Siegfried Babin (Reckenfeld direkt) forderte „mehr Konsequenz“ bei der Umsetzung der Ideen für die Ortsmitte an.

Stadtplaner Hinnerk Willenbrink, der in der Sitzung den aktuellen Stand in Sachen IHK vorstellte, sieht im IHK viel Potenzial: „Ich sage mal: Aus einem Ort mit einer Kreuzung wird ein Ort mit einem echten Ortskern.“ Viele Ideen seien inzwischen auch schon umgesetzt worden, vor allem die Verlagerung der Sportplätze, aber auch einige Neubauprojekte. Manche Ziele, die ursprünglich mal formuliert worden seien, müssten möglicherweise noch mal auf den Prüfstand. Er sieht auch einige „widerstrebende Ziele“, die es zu klären gelte. Und dann gebe es einige „offene Flanken, die sich durch die Ortsmitte-Bebauung automatisch ergeben.“

Fragen, die in einem Workshop in der zweiten Jahreshälfte angesprochen werden sollen. Zwar gebe es noch kein klar definiertes Konzept für diesen Workshop, aber er solle bewusst kein „closed shop“ werden. Sprich: Der Workshop solle sich nicht nur an Planer und Politiker richten, sondern auch interessierten Bürgern offen stehen. Ob diese Veranstaltung in Präsenzform oder digital stattfinde, hänge natürlich maßgeblich von der Corona-Lage ab.

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