1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Lokales
  4. >
  5. Greven
  6. >
  7. Apfelbauer zieht Ernte-Bilanz und erklärt die Vorteile von alten Sorten

  8. >

Interview

Apfelbauer zieht Ernte-Bilanz und erklärt die Vorteile von alten Sorten

Greven

Alte Apfelsorten, meint Apfelbauer Alfred Helmig, sind besser bekömmlich und weniger allergen als Neuzüchtungen. Für ihn war die Ernte in diesem Jahr gemischt gut.

Alte Sorten sind die Spezialität von Alfred Helmig, der auf seinem Hof in Schmedehausen 150 Apfelbäume hat. Foto: Jannis Beckermann

Die Apfelernte ist in diesem Jahr durchwachsen, erklärt Apfelbauer Alfred Helmig von der Landskrone in Schmedehausen. Am Samstag, 16. Oktober von 9 bis 17 Uhr, lädt er wieder zum Apfelfest, wo auch Saft gepresst werden kann.

Wie war die Ernte in diesem doch sehr trockenen Jahr?

Helmig: Bei den frühen Sorten war es erbärmlich. Das lag am Klimawandel und dem nicht vorhandenen Wasser. Die Äpfel sind überwiegend nicht verkauft worden, die sind auf dem Komposthaufen gelandet.

Welchs Sorten waren das?

Helmig: Weiße Clara, James Grieve, im Weiteren der Gravensteiner und Prinz Albrecht von Preußen. Alles Äpfel, die von Anfang bis Ende August reif geworden wären.

Und der Rest der Ernte?

Helmig: Da bin ich insgesamt gut bis sehr gut zufrieden. Das Wetter normalisiert sich, wir haben Feuchtigkeit und niedrigere Temperaturen.

Um welche Sorten geht es da?

Helmig: Rheinischer Bohnapfel, Boskop, Goldparmäne, zum Teil noch Prinz Albrecht von Preußen. Dann haben wir den Glockenapfel und den Ontario, der ganz zum Schluss gepflückt wird.

Das sind nicht alles alte Sorten?

Helmig: Im Prinzip sind das alles schon alte Sorten. Meine älteste Baumsorte ist der Rheinische Winterambur, der ist erstmals genannt worden um 1648. Der hat weniger Fruchtzucker und wird auch im Volksmund Diätapfel genannt.

Wenn Sie ihr Apfelfest veranstalten, wollen viele Leute Apfelsaft pressen lassen. Man hört aber, dass manche Leute sehr allergisch auch Äpfel reagieren. Woran liegt das?

Helmig: Die alten Sorten sind durchaus gut zu vertragen, die neuen weniger. Es geht da um die Polyphenole, das sind aromatische Verbindungen, die zu den sekundären Pflanzenstoffen gehören. Wenn man den Apfel durchschneidet, oxidiert der an der Luft, wird quasi braun. Die Lebensmittelindustrie hat vor Jahren neue Sorten züchten lassen, auch damit die Apfelscheiben im Obstsalat nicht gleich braun werden.

Was hat das mit den Allergien zu tun?

Helmig: Die Äpfel haben weniger Polypenole, die bleiben weiß, wenn man sie aufschneidet. Polypenole sorgen aber dafür, dass allergne Stoffe inaktiviert werden. Bei den neuzeitlichen Sorten da bleiben die aktiv. Manche Leute bekommen also Sodbrennen, Zungenbrennen oder noch schlimmere Sachen.

Wie viele verschiedene Apfelbäume haben sie auf ihren Nebenerwerbshof?

Helmig: An die 150 Obstbäume als Hochstamm.

Sie sind ein Apfelexperte, jetzt kommen Sie auch noch in die Sendung mit der Maus?

Helmig: Ja, am 13. Oktober im WDR5 von 19 bis 20 Uhr, da bin ich bei zwei Beiträgen beteiligt.

Startseite
ANZEIGE