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Die Herkules-Truppe

First Responder aus Reckenfeld erhalten 3. Preis

Reckenfeld

Sie helfen, ehe der Arzt kommt. Die First Responder aus Reckenfeld sind eine bemerkenswerte Truppe.

-bn-

Katrin Antemann interviewt den Reckenfelder Jonas Elverich, der die First Responder initiiert hat.

Katrin Antemann ist Fachdienstleiterin für Arbeit und Soziales bei der Stadt. Aber jetzt ist sie gleichzeitig Moderatorin und Glücksfee. Sie ruft den 3. Gewinner des Ehrenamtspreises auf die Bühne: „Jonas Herkules Elverich.“

Das „Herkules“, stellte sich aber gleich fest, ist nur der Spitzname des Feuerwehr-Sanitäters aus Reckenfeld, der die First Responder-Gruppe ins Leben gerufen hat. Herkules ist in der griechischen Sage der Gott mit den meisten Muckis.

Herkules-Aufgabe

Und ein bisschen klingt das auch nach einer Herkules-Aufgabe, von der Elverich da erzählt. Begonnen hat es mit einem Fahrradunfall in einem Kreisverkehr in Reckenfeld. Die eigenen Eltern waren involviert. Und man erlebte, was in Notfällen oft passiert: „Die zehn Minuten, bis der Notarzt kommt, können sehr lang werden.“

Ehrenamtsehrung im Ballenlager Foto: Günter Benning

Elverich, der schon eine Projektarbeit über First Responder geschrieben hatte, stellte seinen Reckenfelder Feuerwehrkollegen die Idee vor: Eine Ehrenamtlichen-Truppe zu gründen, sie mit Einsatzkoffern auszurüsten. Und dann immer dabei zu sein, wo Not am Mann ist. Anfang des Jahres ist man mit 20 Helfern gestartet: „Bisher haben wir schon 170 Einsätze, es werden sicher 200 im Jahr werden.“

Andrea Weiß, selbst First Responderin, hielt die Laudatio: „Ehrenamt ist keine unbezahlte Arbeit – es ist unbezahlbare Arbeit.“

Zehn Rucksäcke

Ausgerüstet wurden die First Responder mit mittlerweile zehn gespendeten Rucksäcken von Firmen und Privatpersonen. Für Elverich war es dann auch keine Frage, wozu er die 1000 Euro Preisgeld benutzen könnte: „Es gibt immer Verbrauchsmaterial, das man ersetzen muss.“

Alle Mitglieder der First-Responder-Gruppe haben an sechs Wochenende eine praktische Ausbildung erhalten. Wenn ein Einsatz stattfindet, geht es sofort los, um schnell helfen zu können. Andrea Weiß berichtet, wie sie einmal direkt von einer Hochzeitsfeier losfuhr: „Die Notärztin und der Patien waren sehr begeistert, dass ich extra in Pumps und mit langem Kleid zu ihnen kam.“

Der „Herzensmensch“ (Weiß) Jonas Elverich bedankte sich bei der Preisübergabe vor allem bei seinen Kolleginnen und Kollegen von der Feuerwehr: „Heimat ist, nachts aufzustehen, um jemanden in höchster Not zu helfen.“

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