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35 Sternsinger sind seit gestern in Reckenfeld unterwegs

Diese Könige brauchen kein Segway

Reckenfeld

In den Ferien früh aufstehen und dann noch zwei Tage hintereinander bei feucht-kühlem Wetter durch die Straßen laufen? Wer so etwas macht, den kann man schon als recht motiviert bezeichnen.

Rosemarie Bechtel

Alle Sternsinger, bevor sie in den Ort ausströmen, versammelt vor der Franziskuskirche. Foto: Rosemarie Bechtel

Genau das sind die Sternsinger, die an diesem Freitag und Samstag durch Reckenfeld ziehen, an den Haustüren klingeln und Geld sammeln.

„Wir sammeln für behinderte Kinder in Peru“, stellt ein Kind in dem kurzen Gottesdienst gleich klar. Im Gegensatz zu Kaplan Ralf Meyer, der den Aussegnungsgottesdienst leitet (Meyer: „Ich kann den Text des Liedes ‚Heller Stern in der dunklen Nacht‘ nicht so gut auswendig“), beherrschen die meisten Sternsinger diesen Text sehr wohl. Zur Sicherheit steht dieser und die Losung des Jahres hinten auf dem Stern. Kaplan Meyer erzählt von den Heiligen Drei Königen in der Bibel und zeigt seine ganz persönlichen Königsfiguren: „Das sind drei Paketboten auf Segways. Ich habe zu Hause eine ganze Krippe mit so modernen Figuren.“

Kaplan Ralf Meyer mit seinen modernen Heiligen Drei Königen. Foto: Rosemarie Bechtel

Einige der Sternsingerkinder sind sehr erfahren, andere wieder ganz neu dabei und noch ziemlich jung. Jolina-Klara Thelen (3) und Franziska Hachmann (4) haben große Geschwister als Vorbilder, die auch in diesem Jahr als Sternsinger mitlaufen. Moritz Hartmann (3) geht zum ersten Mal mit und wird von seiner Oma Maria begleitet.

Die drei ältesten und die drei jüngsten Sternsinger. Foto: Rosemarie Bechtel

Die Ältesten kennen den ehrenamtlichen Einsatz schon seit vielen Jahren. Manuel Schween (14) ist seit dem Grundschulalter dabei. Jeremias Thelen (12) und Benedikt Hachmann (14) „schon ewig“ – also seit dem Kindergartenalter. „Es macht Spaß für die unterschiedlichen Projekte der Sternsinger im Einsatz zu sein. Wir haben bisher überwiegend gute Erfahrungen gemacht. Klar, es kommt auch schon mal vor, dass uns die Tür vor der Nase zugeschlagen wird, ehe wir überhaupt anfangen zu singen, aber das sind die Ausnahmen“, so Benedikt Hachmann. Gesammelt wird natürlich Geld, und Süßigkeiten bekommen die Heiligen drei Könige natürlich auch. Die werden später unter allen aufgeteilt, der Rest wird weitergegeben. „Einmal wollte uns eine Frau einen schönen kleinen, künstlichen Tannenbaum schenken. Den durften wir leider nicht annehmen“, erinnert sich Benedikt Hachmann an eine lustige Spende.

35 große und kleine Könige waren am Freitag und sind am heutigen Samstag in Reckenfeld und einigen Bauernschaften unterwegs. Sie werden von sieben älteren Personen begleitet, zwei Fahrzeuge, die die Kinder unterwegs versorgen oder zu weiter entfernten Einsätzen fahren, sind ebenfalls im Einsatz. Einige Familien, so wie im Haus von Christina Rüschenschmidt, deren Tochter Alina in einer anderen Gruppe ebenfalls im Einsatz ist, sorgen für ein stärkendes Mittagsmahl zwischendurch.

Diese Kinder genießen ihre Mittagspause bei Christina Rüschenschmidt bei leckerem Nudelauflauf in der Wärme. „Bis jetzt läuft es ganz gut“, so der Kommentar der Mittagspäusler. Foto: Rosemarie Bechtel

Am Sonntag werden sich dann alle Sternsinger noch einmal in der St. Franziskuskirche versammeln und erfahren, wie viel Geld ihr Einsatz für behinderte Kinder in Peru gebracht hat.

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