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Chancenstiftung fördert Sprachunterricht beim Webikul

Ein Intensivkurs als Willkommen

Greven

30 Kinder aus der Ukraine lernen Deutsch. Das ist nicht selbstverständlich. Der Intensivkurs im Grevener Webikul wurde von einer Frankfurter Stiftung finanziert.

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Froh über das Sprachzertifikat, das sie beim Webikul gemacht haben: Kinder aus der Ukraine mit Pädagogen und ihren Müttern. Foto: Günter Benning

„Danke – Sehr“ hat Mykita auf ihr Bild gemalt. Darunter zwei Berge in den Nationalfarben Deutschlands und der Ukraine. Das Mädchen steht mit 30 anderen und deren Müttern im Seminarraum von Webikul an der Alten Münsterstraße. Der Bildungsträger hat für sie auch während der Ferien einen intensiven Sprachkurs durchgeführt. Gefördert wurde der von der Chancenstiftung aus Frankfurt.

Deren Geschäftsführerin Christiane Moors war zur Verteilung der Zertifikate an die Teilnehmer extra angereist. „Wir sind eine kleine Stiftung, die Bildungsstipendien vergibt“, sagt sie. Zielgruppe sind Kinder aus bedürftigen Familien, die in der Regel für ein Jahr Nachhilfeunterricht erhalten.

Erfolgreiche Zusammenarbeit

Seit 2021 arbeitet die Stiftung mit dem Webikul zusammen. „Ganz erfolgreich“, sagt Moors. Kriterium sei, dass die Bildungsträger zertifiziert sein müssen. In Greven seien schon über 50 Kinder betreut worden.

Neben den regulären Stipendien hat die Stiftung wegen der Flüchtlinge aus der Ukraine ein „Willkommensstipendium“ ins Leben gerufen. Von der Nachfrage sei man geradezu überrannt worden. Es ging um viermonatige Sprachkurse, die zwei Mal in der Woche stattfanden. Von den 30 Kinder, die daran teilnahmen, sind 15 bereits in weiterführenden Kursen.

Sueda Deniz studiert an der Uni Münster. Die Plettenbergerin mit türkischen Wurzeln hat als Übungsleiterin an dem Kurs teilgenommen. „Ich habe zu Beginn meine Schwierigkeiten gehabt“, sagt sie. Aber sie haben eine „vollkommene Toleranz“ mit Kindern, die bei Null anfangen müssen.

Für sie ist der Kurs auch eine Vorbereitung auf ihren späteren Lehrerberuf: „Ich finde, wenn man an die Schule gehen will, sollte man vorher so eine Erfahrung gemacht haben.“

Verdrängung gehört zum Alltag

Die Kinder stammen aus dem Kriegsland Ukraine. Man könnte also Verhaltensauffälligkeiten erwarten. „Sie erwähnen das hin und wieder, als wäre das etwas Normales“, sagt Deniz, „aber es ist so, als hätten sie es verdrängt.“ Einige Schüler seien sehr ehrgeizig gewesen. Aber einige waren auch „strikt dagegen“. Deshalb sei man pädagogisch spielerisch vorgegangen.

„Vielen Dank für Euren Einsatz“, lobt Uliana Valovska. Die Mutter aus der Ukrainie hat festgestellt: „Die Kinder haben sich sehr wohl gefühlt, die Sprache ist wichtig, um Kontakte zu knüpfen.“

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