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Evangelische Jugendhilfe Münsterland

Ein Konzept gegen Gewalt

Greven

Ein Einrichtungskonzept gegen Gewalt wird aktuell von der Evangelischen Jugendhilfe Münsterland erarbeitet.

Die Mitglieder der „Praxis für Sexualität“ hatten ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet. Foto: Evangelische Jugendhilfe

Die Evangelische Jugendhilfe Münsterland, die in Greven unter anderem die Kitas Villa Kunterbunt und Il Nido betreibt, arbeitet derzeit an der Erstellung eines Einrichtungsschutzkonzeptes gegen Gewalt. Die betreuten Kinder und Jugendlichen, aber auch deren Familien und die Mitarbeitenden des Trägers sollen hierdurch noch besser gegen Gewalt jeglicher Art geschützt werden. Der Erstellungsprozess ist für die kommenden zwei Jahre angesetzt und wird extern von der „Praxis für Sexualität“ aus Duisburg begleitet.

Ein Einrichtungsschutzkonzept kann nur erfolgreich sein, wenn der ganze Träger daran beteiligt ist und eine Kultur des Gewaltschutzes lebt. In der Evangelischen Jugendhilfe Münsterland sind das neben den betreuten Kindern, Jugendlichen und Familien mittlerweile über 1000 Mitarbeiter in etwa 100 Projekten. Zum Auftakt des Erstellungsprozesses für das Einrichtungsschutzkonzept fand kürzlich ein Fachtag im Ballenlager statt. Für die 120 teilnehmenden Fachkräfte hatte die „Praxis für Sexualität“ ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet.

Nachdem Karin Beckmann als Geschäftsführende die anwesenden Gäste und Mitarbeiter begrüßt hatte, stand der Vormittag ganz im Zeichen der Vorträge von Werner Meyer-Deters und Ulrike Leimanzik. Meyer-Deters referierte über „Die Janusköpfigkeit der Macht im Kontext von Hilfe und Beratung“, wohingegen Leimanzik „Polizei und soziale Arbeit - Möglichkeiten und Grenzen der Zusammenarbeit“ in den Fokus nahm. Die Themenauswahl und zahlreiche Praxisbeispiele sorgten dafür, dass es während und nach den Vorträgen zu einem lebendigen Austausch zwischen allen Anwesenden kam.

Nach diesem Input ging es nachmittags in die verschiedenen Workshops. Unter Moderation des Teams der „Praxis für Sexualität“ beleuchtete man konkrete Themen des Einrichtungsschutzkonzeptes, zum Beispiel die Risiko- und Ressourcenanalyse sowie Beschwerdewege unter dem Aspekt von Partizipation. Es wurde sich zudem mit Ideen für einen Verhaltenskodex und einen Interventionsleitfaden und nicht zuletzt mit einer Kultur der Achtsamkeit und Fehlerfreundlichkeit auseinandergesetzt. Die Ergebnisse und Anregungen aus den Workshops werden im weiteren Verlauf in die Erstellung des Einrichtungsschutzkonzeptes eingebunden.

Am Ende des Tages konnte man viele positive Rückmeldungen zu den Inhalten, aber auch zum Ablauf der Veranstaltung vernehmen. Es herrschte eine positive Aufbruchsstimmung, um die Themen des Tages mit in die verschiedenen Projekte zu nehmen.

Für eine Steuerungsgruppe, bestehend aus 20 Mitarbeitern aus verschiedenen Arbeitsbereichen, geht es direkt weiter mit der Erarbeitung des Einrichtungsschutzkonzeptes gegen Gewalt. Hier ein kleiner Ausblick: Damit in der Evangelischen Jugendhilfe Münsterland kein Raum für Gewalt bleibt, werden Präventionsangebote ausgearbeitet und in Zukunft fortlaufend umgesetzt. Alle sollen über ihre Rechte und Pflichten für ein gewaltfreies Miteinander informiert sein. Auch die Intervention bei möglichen Vorfällen wird klar geregelt. Möglicherweise Betroffene von Gewalt werden eine Ansprechpartnerin und Begleiterin haben. Verantwortlich hierfür werden die Mitarbeiterinnen Judith Milbradt für den Bereich Intervention und Luzie Vriesen für den Bereich Prävention sein. Auch das bereits fest installierte Beschwerdemanagement, das durch Betty Loschelder organisiert wird, wird weiterhin ein wichtiger Bestandteil bleiben.

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