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Workshop über die Zukunft der Gimbter Mitte

Ein offenes Haus für alle

Gimbte

Wie soll Gimbtes neue Mitte werden? In einem Workshop haben viele Gimbter ihre Meinungen sondiert.

In verschiedenen Arbeitskreisen wurden Aspekte der Gimbter Entwicklung diskutiert. Foto: AG

„Sehr zufrieden!“ So war die einstimmige Meinung der Organisatoren des großen Workshops, der jetzt auf dem Gelände des Sportvereins SC Blau Gelb-Gimbte stattfand. Die Projektgruppe „Neue Mitte Gimbte“ des Bürgervereins „Wir sind Gimbte e. V.“ hatte zum Bürgerdialog eingeladen. Es ging darum, wie die künftige Nutzung des Gebäudes der „Alten Dorfschule“ in der Gimbte Mitte aussehen kann, wenn ab 2023, nach Auszug des Kindergartens, die Räumlichkeiten freiwerden.

Um Transparenz zu bekommen, hatte die Initiative im Vorfeld auch Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung eingeladen. „Bedauerlicherweise ist der Bürgermeister verhindert und leider kann auch aus der Verwaltung niemand teilnehmen. Wir hätten gerne die Informationen der Fachleute in unsere Überlegungen mit einbezogen“, so Heinz Gräber, der die Veranstaltung moderierte.

2018 erarbeiteten Gimbter Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit der Stadtverwaltung das Dorfinnenentwicklungskonzept (DIEK). „In diesem Konzept verankert ist auch der Neubau eines multifunktionalen Dorfgemeinschaftshauses zur Stärkung der Vereinsgemeinschaft und Jugendarbeit und zur Entlastung des Jugendheimes“, fasste Steffen Aupers, erster Vorsitzender des Bürgervereins, die damaligen Ergebnisse aus dem DIEK zusammen.

Es ist ein bisschen bezeichnend, dass der Workshop aufgrund des Platzmangels im Dorf auf die außerhalb liegenden Sportanlagen ausweichen musste, heißt es in einer Pressemitteilung. Draußen wurden Zelte aufgebaut und sogar die beiden Umkleidekabinen mit genutzt.

Den Kindern und Jugendlichen ist es besonders wichtig, dass sie ihre Räumlichkeiten für sich nutzen und nach Belieben einrichten können. Der Wunsch, sich zu mehreren zu verabreden und treffen zu können, stand bei allen jüngeren Altersgruppen ganz weit vorne.

Am Thementisch zur Nutzung der Räumlichkeiten als Dorfgemeinschaftshaus war man sich darüber einig, dass man einerseits eine geeignete Übergangslösung benötigt, bis die neuen Räumlichkeiten an der Überwasserstraße erbaut worden sind, gleichzeitig wünscht man sich die Räume in der „Alten Dorfschule“ weiterhin als Dorfmittelpunkt und offenes Haus für alle. „Der Bedarf an einem generationsübergreifenden Treffpunkt ist definitiv da und bietet außerdem viel Potential für neue Gruppen, die es aktuell noch gar nicht gibt“, fasste Richard Ebbigmann zusammen.

Die Seniorinnen und Senioren diskutierten die Nutzung der Räumlichkeiten an einem eigenen Thementisch und formulierten ihre Bedürfnisse mit großer Bescheidenheit.

„Auf der Flucht und in Gimbte ein Zuhause“ war das übergreifende Thema eines weiteren Tisches an diesem Vormittag. Dort wurde sich darüber ausgetauscht, wie man in Gimbte geflüchteten Menschen eine Heimat bieten kann und was wichtig ist für eine gute Integration in die Dorfgemeinschaft. Einig war man sich auch darüber, dass eine Einbindung in bestehende Wohnsiedlungen viel sinnvoller ist als eine Sammelunterkunft an zentraler Stelle im Dorf.

Am Thementisch „Städtebauliche Sicht auf die Dorfmitte“ ging es vor allem um die besondere Bedeutung des Geländes für das gesamte Dorf. Das sogenannte „Grüne Herz“ ist das verbindende Element für alle Gimbter Wohnsiedlungen. Die umliegenden Hofstellen, der alte Baumbestand und der „wilde Grünstreifen“ stehen für ein großes Stück Geschichte und sorgen für eine wichtige Struktur im Dorf. Dieses besondere Heimatgefühl kann man eben nicht einfach „für Geld kaufen“, wie es ein Teilnehmer treffsicher auf den Punkt brachte.

Lore Hauschild, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grevener Grünen und Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses, lobte die Organisation des Workshops besonders und fasste ihre persönlichen Beobachtungen der Kinder- und Jugendtische zusammen: „Man kann stolz auf die Gimbter Kinder und Jugendlichen sein.“

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