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Großer Bahnhof bei den Waschulewskis

Eine Familie wie Pech und Schwefel

Reckenfeld

Die Familie Waschulewski aus Reckenfeld ist eine Großfamilie, die zusammen hält wie „Pech und Schwefel“. Alle wohnen in Reckenfeld, alle sind Schalke-Fans.

Von Regina Sommer

15 Familienmitglieder der Familie Waschulewski feiern am 11.11. ihren Zusammenhalt. Nur Kurt Waschulewski fehlte wegen einer Erkrankung. Alle leben in Reckenfeld und alle sind Schalke-Fans. Foto: Regina Sommer

Wer wie Pech und Schwefel zusammenhält, den kann rein gar nichts trennen. Familie Waschulewski aus Reckenfeld ist da ein sehr gutes Beispiel. Bei ihnen handelt es sich um eine ziemlich „klebrige Angelegenheit“ im positiven Sinne – die Großfamilie hält zusammen wie „Pech und Schwefel“.

Ein Anruf genügt, und schon ist eines von zehn Geschwistern zur Stelle. Bei den Waschulewskis ist gegenseitige Hilfe selbstverständlich, da ist einer für den anderen da. Dabei müssen die zehn Geschwister zum Glück keine weiten Wege zurücklegen. Sie alle wohnen in Reckenfeld.

Am Freitag ist es wieder soweit: Neun von zehn Geschwistern sind bei ihrem Bruder Klaus zusammengekommen. Nur Kurt konnte krankheitsbedingt nicht dabei sein. „Wir wollen endlich wieder ausgelassen zusammen feiern. Es gab so viel Trauriges in unserer Familie dieses Jahr“, teilte Anne Skowronski, geborene Waschulewski, mit.

Sie hatte sich passend zum 11.11. eine tolle Überraschung für das Treffen ausgedacht: einen pinken Zylinder für die weiblichen Familienmitglieder, einen schwarzen für die männlichen. Individuell mit Namen und Datum 11.11. versehen. Und alle sind begeistert. Sie genießen sichtlich die herzliche Atmosphäre: „Wir wollen den anderen Familien zeigen, dass es wichtig ist, in allen Lebenslagen füreinander da zu sein“, machte Anne Skowronski deutlich.

Aber nicht nur in Problemlagen ist der Zusammenhalt wichtig. Auch, um miteinander zu lachen und schöne Erlebnisse zu teilen.

Am Freitagabend hatten sich 15 Personen rund um den großen Tisch in der heimeligen Gartenhütte versammelt. „Bei uns sind alle auf dem Boden geblieben“, lobte Klaus Waschulewski seine neun Geschwister. „Und uns vereint, dass wir alle echte Schalker sind.“

Die Waschulewskis hatten es nicht immer leicht. Ihre Mutter musste schon früh die Rolle des Familienoberhauptes übernehmen. Der Familienvater verstarb, als die zehn Sprösslinge noch klein waren. „Da mussten wir eben ganz eng zusammenrücken. Anders wär’s nicht gelaufen“, betonte Anne Skowronski.

Einen so großen Zusammenhalt über all die Jahre aufrechtzuerhalten, ist schon eine beachtliche Leistung. Wer wünscht sich das nicht auch für die eigene Familie? Das Erfolgsrezept der Waschulewskis: regelmäßige Treffen, Kicker- und Kartenspiele, gemeinsame Urlaube.

„Wollte denn nie jemand wegziehen aus Reckenfeld?“, möchte die Reporterin wissen. „Niemals!“, lautete die klare Antwort.

Dass gute Laune ansteckend ist, wird auch bei diesem Familientreffen deutlich. Das starke Verbundenheitsgefühl wirkt hier wie eine Art Kitt, der das Leben lebenswert macht. Oder wie Pech und Schwefel.

„Gibt es in Ihrer Familie denn niemals Streit?“ „Das gibt’s bei uns nicht“, lautete die einhellige Antwort. Man könnte fast ein wenig neidisch werden.

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