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Jugendliche setzen sich für Erneuerung des Skateparks ein

Einen Ort der Begegnung schaffen

Greven

Skater-Fans machen sich für eine Umgestaltung des Skaterparks in der Emsaue stark. Sie haben einen Experten ins Boot geholt und arbeiten an einer Kostenschätzung.

Elena Theile

„Wir wollen einen Ort der Begegnung erschaffen.“ Das erklärt Nelson Dos Santos gemeinsam mit Felix Lang und Malvin Baumscheiper im Skatepark in Greven. Die drei haben auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam. Vier Jahre Altersunterschied liegen zwischen ihnen. Doch schon am Anfang des Gesprächs wird klar: Sie alle verbindet ihre große Leidenschaft – das Skaten.

Gemeinsam mit einer Gruppe von 15 bis 20 Skatern aus Greven im Alter zwischen 16 und 23 Jahren setzen sie sich für die Erneuerung des Grevener Skateparks an der Emsaue ein. Wichtig sind ihnen dabei vor allem die Renovierung des Asphaltbodens und die Anschaffung von anfängerfreundlichen Elementen.

„Unser Ziel ist es, einen Skatepark für alle zu erschaffen“, erklärt Malvin Baumscheiper. Auch Jüngere und Anfänger sollen dort skaten können. Dafür seien einige der Elemente, die zurzeit im Skatepark stehen, zu schwierig oder falsch angeordnet. Außerdem fehle der „Flow“ im Park. Geplant sei es, die verschiedenen Elemente so anzulegen, dass sie ineinander übergehen und den Skatern somit ermöglichen, den Park in Runden zu befahren, so Malvin Baumscheiper.

Auch der Asphaltboden des Parks soll erneuert werden, berichtet er. Risse und Unebenheiten machen diesen – vor allem für die kleinen Rollen von Skateboards und Scootern – schwer befahrbar. Der Boden habe zudem eine sehr raue Oberflächenstruktur, die schnell zu Verletzungen führe.

„Wir sind zwar selber keine Profis in dem Bereich und auch schon etwas älter als der Durchschnitt“, erzählt Malvin Baumscheiper, „aber wir wollen für alle sprechen und etwas bewirken.“

Die Renovierung des Skateparks soll in Form einer „Partizipativen Baustelle“ durchgeführt werden. Das bedeutet, dass Kinder, Jugendliche und Interessierte in den Prozess mit eingebunden werden. In verschiedenen Workshops können sie sich kreativ in die Gestaltung des Parks mit einbringen.

Auch bei dem Bau selber können sie mithelfen. Dafür sind spezielle Workshops geplant, in denen interessierte Helfer den Bau verschiedener Skate-Elemente erlernen. Malvin Baumscheiper erklärt: „Wir möchten vor allem Kinder und Jugendliche mit einbeziehen.“

Für die abschließende Sicherheit des Parks soll ein Planungsbüro aus Münster Handorf beauftragt werden, das dann später die Sicherheitsabnahme gewährleistet.

Inspiriert wurden die Skater durch den Bau des Skateparks in Handorf, der in diesem Jahr unter der Leitung von Julius Dittmann als „Partizipative Baustelle“ erneuert wurde, erzählt Nelson Dos Santos. Julius Dittmann fungiere nun auch für den Umbau in Greven als Berater, so der 21-Jährige.

Aktuell seien sie dabei, eine Kosteneinschätzung für den Park aufzustellen, berichtet Malvin Baumscheiper. Dabei haben sie sich – mit Unterstützung von Julius Dittmann – am Bau in Handorf orientiert. Für diesen sollen die Kosten rund 30 000 Euro betragen haben. Die Kosten für die Erneuerung des Grevener Skateparks werden jedoch höher geschätzt, erklärt er.

Der Grund dafür sei zum Beispiel das Gewicht der schon vorhandenen Rampen im Skatepark. Für deren Transport sei beispielsweise ein deutlich größerer Aufwand nötig, als für die Rampen des Handorfer Skateparks. „Wir wollen mit so wenig Geld wie möglich das Größtmögliche erreichen“, sagt der 19-Jährige.

„Skateboarden oder auch Scootern verbindet“, erklärt Nelson Dos Santos die Beweggründe, „es ist zwar ein Einzelsport und man durchfährt den Park alleine, aber trotzdem sind wir eine Gemeinschaft.“ Für ihn bedeute das Skaten den Austausch untereinander, die gegenseitigen Tipps und die Freude füreinander bei Erfolgen. „Wir sind zwar alle nicht im selben Alter“, ergänzt der 21-Jährige, „aber trotzdem verbunden. Der Park ist für uns das Zentrum von Greven.“

Einigen Politikern in Greven wurde das Projekt bereits vorgestellt. „Die waren begeistert und wollen uns unterstützen“, berichtet Nelson Dos Santos. Den Skatern sei es vor allem wichtig, ein parteiübergreifendes Projekt umzusetzen. „Wir möchten die Politiker in Greven für ein wichtiges Zukunftsprojekt zusammenbringen und alle mit einbeziehen“, erklärt Nelson Dos Santos.

Über aktuelle Geschehnisse informieren die Skater auf ihrer Instagram-Seite: skatepark.greven.

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