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Kunst-Projekt von Ines Dettloff

Einmal in die Ferne „weggedacht“

Greven

Einmal um die Welt reist man nicht jedes Jahr. Bisher dürfen 17 Kinder aus Greven in diesen besonderen Geschmack kommen. Reiseleiterin ist die Künstlerin Ines Dettloff.

Von Luca Pals

Ines Dettloff stellt zusammen mit Kindern aus Greven ein Buch zusammen. Das grobe Thema – eine Reise um die Welt – ist vorgegeben, ansonsten ist vor allem eines gewünscht: Kreativität. Foto: Luca Pals

Los geht es vor der eigenen Haustür, direkt hier in Deutschland – und weiter nach Frankreich, Spanien und Portugal. Danach – so gibt es der allgemeine Rahmen her – geht es unter anderem nach Kenia, Namibia und bis ans „Kap der Guten Hoffnung“ nach Südafrika. Von dort weiter nach Australien, Japan und rüber in die USA. Die letzten Etappen führen nach Südamerika – eines der Ziele soll Brasilien werden. Am Ende der Sommerferien ist die Reise dann beendet, es geht wieder zurück nach Hause – klar: Die Schule fängt ja auch wieder an. Viel zu erzählen gibt es dann allemal. Einmal um die Welt reist man nicht jedes Jahr. Bisher dürfen 17 Kinder aus Greven in diesen besonderen Geschmack kommen. Reiseleiterin ist die Künstlerin Ines Dettloff. Ihr ist vor allem eines wichtig: Wenig Schranken und viel Freiraum.

Na? Schon gemerkt? Es handelt sich hierbei nicht um eine richtige Weltreise – lediglich auf dem Papier, dafür aber mit so viel Freiheiten wie die Welt nur zu bieten hat. Es geht um das Projekt „Mitgemalt – weggedacht“ der Grevenerin Ines Dettloff. Die Künstlerin, die aktuell Mittwochs und Donnerstags in den Räumlichkeiten der Karderie ihre Kunstkurse für Kinder anbietet, hat die Idee vor einigen Wochen zusammen mit der Kinder- und Jugendarbeit auf die Beine gestellt. Das Prinzip ist ganz einfach: „Ich habe den Anfang, also im Grund die Einleitung geschrieben. Jetzt bekommt jedes Kind ein Kapitel und kann los legen.“ Zu dem Kapitel, so die 46-Jährige gehören lediglich zwei Stichworte, die einerseits den groben Rahmen abstecken und andererseits als Anregungen für kreatives Denken verstanden werden können. Dazu kommt das Land, in dem das Kapitel spielen wird. Abgabeschluss ist Ende der Sommerferien.

Denn dann möchte Dettloff alles zusammentragen, querlesen, korrigieren und anpassen. Die Kinder sind außerdem angehalten bei den Illustrationen kreativ zu werden: „Und da weiß ich das ganz viel kommen wird“, schwärmt die Künstlerin schon jetzt. 30 Kapitel sind angedacht, die Vorgabe liegt zwischen drei bis fünf Seiten, aber: „Natürlich darf es auch mehr werden.“ Und natürlich dürfen die Kinder auch mitmachen, wenn sie noch keine zehn Jahre alt sind: „Aktuell macht schon eine Siebenjährige mit, die so kreativ ist, dass sie überlegt und ihre Mutter aufschreibt. Dass ist einfach super schön.“

Kreativ werden und seiner Fantasie freien Lauf lassen ist genau das, was Dettloff möchte: „Ich gebe ja eigentlich kaum etwas vor. Gerade in der Pandemie-Zeit, die wir zum Teil immer noch haben, ist es wichtig kreativ zu sein und sich nicht in den Gedanken einengen zu lassen.“ Außerdem würden aufgrund der Pandemie viele Familien auf den Urlaub in diesem Jahr verzichten: „So kann man wenigstens sich gedanklich wegdenken“, zieht die Künstlerin die gedankliche Brücke.

Das Buch, was aus den vielen Ideen entstehen soll, soll im Herbst außerdem ausgestellt werden: „Ich denke an eine Ausstellung, in der alle meine Projekte, die ich mit Kindern mache Platz finden. Dazu gehört natürlich auch das Buch.“ Weitere Projekte sind Workshops wie „Kunst hoch 3“ oder Veranstaltungen im Rahmen des Kinderferienprogramms. Das Buch über die Weltreise soll am Ende übrigens jedem Kind ausgeteilt werden: „Und vielleicht geht es ja noch so weit, dass wir jemanden finden, der uns das Buch verlegt und wir es im Geschäft auslegen können. Das wäre natürlich super.“

Super wäre auch, wenn sich aus der Gruppe, die sich nun für das gemeinsame Projekt trifft, eine feste Gruppe bilden würde: „Eine Art Schreibwerkstatt.“ Für Dettloff persönlich ist das Zusammenarbeiten mit Kindern „immens wichtig“: „Es wurde auch für mich privat wirklich notwendig, dass wir wieder mit einzelnen Kursen und Projekten anfangen konnten, weil mein Beruf – also die künstlerische Betätigung, gerade in Gruppen – auch für mich persönlich sehr wichtig ist.“

Interessierte können sich bei Ines Dettloff unter

 0176 80801362 melden.

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