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Lügen-Vorwurf im Rat beim Thema Schulentwicklungsplan

„Für Ingenieure ist alles machbar“

Greven

Kann die Martin-Luther-Schule aufgestockt werden? Alte Frage. Bei der Antwort fühlt sich SPD-Ratsherr Stevens Gomes „belogen“.

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Aufsattelbar – aber nur zu indiskutablen Kosten: Das eingeschossige Gebäude der Martin-Luther-Grundschule. Foto: Günter Benning

Das Licht war gedimmt, die Luft schwül, die Atmosphäre im Rat am Mittwoch köchelte leicht, als SPD-Ratsherr Stevens Gomes seinen Lügenvorwurf ins Feld warf. Es ging im großen um den Schulentwicklungsplan und im Detail um die Frage, ob man das Gebäude der Martin-Luther-Grundschule um ein Geschoss erhöhen könnte. „Seit zwei Jahren“, so Gomes, „wird uns gesagt, das geht nicht. Eine Lüge.“

„Das weise ich scharf zurück“, reagierte natürlich Bürgermeister Dietrich Aden. Und Meike Bücker-Gittel, Geschäftsführerin der technischen Betriebe rückte den Vorwurf zurück.

Worum geht es? Die Martin-Luther-Grundschule hat Platzbedarf. In einem Gutachten wurden Lösungen ermittelt. Die Verwaltung hatte daraus das Fazit an die Ratsmitglieder weitergegeben: „Das geht nicht.“

Gomes hatte sich allerdings nicht abbringen lassen und Akteneinsicht gefordert. Das Ergebnis: „Die Schule wäre aufsetzbar gewesen.“ Zwei Gutachten hätten das ergeben. Also habe die Verwaltung gelogen.

Meike Bücker-Gittel gab daraufhin eine Einführung in die Grundlehre des Ingenieurwesens: „Wenn ein Ingenieur sagt, es geht nicht, ist das schon gelogen. Alles ist machbar.“ Aber die Frage sei, ob das Machbare auch sinnvoll und wirtschaftlich sei. „Wenn wir da eine neue Gründung aufbauen müssen“, sagte die Fachfrau, „kann man viel Geld verlieren.“ Allerdings gab sie zu, das es eine bessere Wortwahl hätte geben können: „Es wäre indiskutabel teuer gewesen.“

Im übrigen wurde das 120 Seiten lange Entwicklungskonzept mit drei Enthaltungen angenommen. Die kamen von den Grünen, deren Ratsfrau Claudia Brörmann ihre Bedenken erneut formulierte. Das Gutachten gehe von 18 Eingangsklassen in den Grundschulen aus. Es sei aber eher mit 19 bis 20 Klassen zu rechnen. Auch bei den weiterführenden Schulen werde von 14 Klassen gesprochen. Erwartbar seien aber 15 Klassen. Für diese Fälle müsse man bauliche Vorbereitungen treffen. Brörmann: „Wir sollten überlegen, wo wir die 15. Klasse hinsetzen.“

Die Kernsätze des Beschlusse: Marien-Grundschule, Erich-Kästner-Grundschule und Martini-Grundschule verfügen nach Abschluss geplanter und laufender Baumaßnahmen über ausreichend Räume.

Martin-Luther-Grundschule und Josef-Grundschule verfügen nicht über ein ausreichendes Raumprogramm, um den wachsenden Bedarf nach Betreuungsplätzen sicherstellen zu können.

Bei Anmeldeüberhängen in einzelnen Schuljahren muss flexibel mit einer Mehrklassenbildung reagiert werden.

Die Raumprogramme der Anne-Frank-Realschule und der Nelson-Mandela-Gesamtschule sind für die geplanten vier oder fünf Züge ausreichend. Das Gebäude West I des Gymnasiums Augustinianum muss saniert werden. Nach der Sanierung reicht der Gebäudebestand des Gymnasiums voraussichtlich aus.

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