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CDU-Fraktionschef macht sich Sorgen / Linken droht das Sinken unter die Fünf-Prozent-Hürde

Grüne verdoppeln ihre Prozente

Greven

Wie im Bundestrend: Auch in Greven legen die Grünen erheblich zu, die CDU verliert. Die SPD überholt sie um knapp ein Prozent.

Von Günter Benning und Peter Beckmannund

Die Grünen machen die Marktstraße in Greven zum Politik-Ort Foto: Günter Benning

In einem Punkt konnte Stephanie Woltermann, für die Wahl zuständige Fachdienstleiterin im Rathaus, schon mal zufrieden sein: „Wir hatten keinen Ärger mit Maskenverweigerern“, sagte sie, kurz bevor die Wahlurnen schlossen. Ansonsten blieb bei der Wahl kein Stein auf dem anderen.

Der Abwärtstrend der CDU bestätigte sich auch in Greven. 2017 holten die Konservativen noch 36,8 Prozent der Stimmen, diesmal waren es 28 Prozent. Fraktionschef Johannes Hennigfeld bleibt optimistisch: „Wir haben in den letzten Tagen noch aufgeholt.“ Die Gründe für das Debakel: „Die Querelen bei der Kandidatenkür und die Stockfehler im Wahlkampf – da konnten wir kein anderes Ergebnis erwarten.“

Die Grünen hätten mit ihrer Spitzenkandidatin Baerbock mehr erwartet. „Aber wir sind ganz zufrieden“, sagt Sarah Waltermann, eine der beiden Ortsvereinsvorsitzenden, „wir hoffen, dass es beim nächsten Mal noch mehr wird.“ Tatsächlich haben sich die Grünen in Greven von 8 Prozent 2017 auf 16,5 hochgearbeitet. Quasi eine Verdopplung. „Und das ist positiv, weiter so“, sagt ihre Kollegin Kristina Füchtjohann.

Jubeln kann die SPD, allerdings auf niedrigerem Niveau. Auch in Greven lieferte sie sich mit der CDU ein Kopf- an Kopfrennen, nachdem 2017 noch 12,7 Prozentpunkte Abstand zwischen den Parteien war. Diesmal lagen die Sozialdemokraten bei 29,5 Prozent, damit vor der CDU. Vorsitzender Christian Mennewisch: „Wir haben Grund zum Feiern. Wir wollen eine Koalition mit den Grünen.“

Um den Einstieg in den Bundestag musste der Linke Thomas Hudalla fürchten. Auch persönlich, als enger Mitarbeiter der Bundestagsabgeordneten Kathrin Vogler. Immer wieder pointiert, was er sagt: „Jamaica oder Ampel? Wenn die Grünen ihre Grundsätze durchbringen wollen, können die kein Jamaika wollen. Aber manchmal ist der Dienstwagen näher als die Grundsätze.“ Solide liegt die FDP, mit 11,1 Prozent knapp unter den 12,7 Prozent der letzten Bundestagswahl. Ortsvereinsvorsitzender Alexander Schmitt: „Lindner hat sich für Jamaika ausgesprochen. Jetzt kann endlich der Innovations-Motor angeworfen werden.“

Die AfD verlor von 7,5 auf 6. Prozent.

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