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Die Große CCFfL-Online-Sitzung

Helau aus dem „Freigeist-Studio“

Greven

250 Zuschauer. Das ist so viel wie sonst im Ballenlager. Nur diesmal hatten die Narren beim CCFfL-Event auch richtig viel Platz zum tanzen. Nämlich zuhause vor dem Bildschirm.

Luca Pals

Präsident Helge Falkner begrüßt den Buurn Jürgen I. und seine Deern Andrea Weiß Foto: Luca Pals

Die Närrinnen und Narren des CCFfL werden noch zu richtigen Profis vor der Kamera. Zeit zum Proben und Gelegenheit für Auftritte haben sie wegen Corona ja genug. Die Session fällt pandemiebedingt aus, nur über den Online-Kanal sind die zahlreichen Mitglieder des größten Grevener Karnevalvereins 2021 zu erreichen.

Der Wunsch, dass die Kür von Buurn Jürgen I. und Deern Andrea Weiß Mitte November die letzte Online-Veranstaltung sei, fiel den sich jagenden Lockdown-Verlängerungen zum Opfer – sei`s drum: Fürs Karnevalswochenende sendet der Verein gleich aus zwei Studios.

Eine besondere Herausforderung auch für Helge Falkner, erster Präsident des Vereins, der bei den Live-Schalten in sein „Freigeist-Studio“ immer auf Zack sein muss: „Live ist eben live“ gibt er seinen roundabout 250 Zuschauerinnen und Zuschauern zu verstehen. Bei ein paar wenigen Übergängen kommt man ins Schlingern – macht nichts.

Volle Kommentarspalten

Die Kommentarspalten bei Youtube laufen voller närrischer Zufriedenheit, Grußworten und Dankesbekundungen förmlich über. Sei es aus dem fernen Montargis, Köln, Emsdetten oder Borghorst – zugeschaltet wird von überall.

Über zwei Stunden gibt der Karnevalsverein richtig Gas, heizt mit DJ Frank Schulte und Moderator Sebastian Ruch ordentlich ein.

Wie in der fünften Jahreszeit gewohnt geht es um 20.11 Uhr los. Da haben die Karnevalisten vor Fernsehen, Laptop, Tablet und Co. Schon längst die Chips geöffnet, das erste Bierchen geköpft und das Wohnzimmer zur Tanzfläche ausgebaut.

DJ Frank: „Ein Positives hat das Ganze doch: So viel Patz zum Tanzen hat man selten auf Feiern.“

Ein Klassiker jagt den nächsten, Musikwünsche können genauso wie Grußworte und Bilder vom Feiern im engen Kreise aus dem eigenen Wohnzimmer ins Studio geschickt werden.

Sebastian Ruch: „Danke für eure wunderbaren Beiträge. Es schauen wirklich so viele zu.“

Los geht’s mit dem Hit „Hey Kölle“, später steigen die Höhners mit „Echte Frunde stehen zusammen“ mit ein. „Die Junx“ heizen dem Feiervolk im Wohnzimmer ein und Bauer Heinrich Schulte Brömmelkamp aus Kattenvenne, beinahe Stammgast beim CCFfL sorgt für heitere Stimmung.

Kein Abend ohne das gekürte Paar: Jürgen I. mit seiner Andrea melden sich live aus dem Freigeist-Studio, bedanken sich bei den zahlreich Mitwirkenden und senden mit einem kräftigen „dreifachen CCFfL – Helau“ närrische Grüße in die Welt.

Aden reimt

Bürgermeister Dietrich Aden bekommt wie gewohnt auch seinen Auftritt und nutzt diesen zum Reimen über schwierige Zeiten und die Gemeinschaft der Karnevalsvereine: „Denn eins war immer schon klar: In der Krise braucht‘s Zusammenhalt.“

Und weil das Rathaus in diesem Jahr bekanntlich nicht erobert werden konnte, bekam den Schlüssel jeder einmal zu Gesicht: Reihum wandert er durch die Hände der Karnevalisten.

Und so bekommen sie alle ihren Auftritt: Der Re-Ka-Ge, der Ka-Ki-V und die KGGehtnochwas mit Jungfrau Uwe I.

Weiter reihum grüßt auch Richard Ebbigmann vom CCG Gimbte und denkt im akzentfreien Französisch auch an die Freunde aus Montargis.

Ganz ohne Ernst geht eine Online-Sitzung aber auch nicht.

Dem Tod von Michel Dury, einst Mitbegründer der Städtepartnerschaft, wurde in einer Trauerminute gedacht. Moderator „Sebi“ ist sich sicher: „So wie ich ihn kenne, war er kein Kind von Traurigkeit und deswegen hätte er gewollt, dass wir weiterfeiern.“

DJ Frank legt die nächsten Hits auf, in dem ein oder anderem Wohnzimmer mag schon der erste Schweißtropfen vom Tanzen gelaufen sein.

Gegen 23 Uhr verabschieden sich dann die Karnevalisten, heimsen ein letztes Mal viel Lob ein und versprechen natürlich eine Steigerung: Im nächsten Jahr wie gewohnt – mit Straßenumzügen und ohne Masken…

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