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Ernie Huesmanns Füllhorn aufgestellt

Hier kommt die Kunst zu Aldi

Greven

Das Füllhorn, so heißt dieses Kunstwerk. Es wird vor Aldi stehen – ein bemerkenswertes Denkmal in Greven.

Günter Benning

Füllhorn heißt das Kunstwerk des Grevener Künstlers Ernie Huesmann, das vor dem neuen Aldi aufgestellt wird. Foto: Günter Benning

Paletten gibt es bei Aldi reichlich. Am Montag konnte man vor dem neuen Markt an der Molkereikreuzung sehen, dass diese Symbole des Discount-Geschäfts auch nützlich für die Kunst sind. Alexander Dick und Kranführer Dennis Verheaul schieben vorsichtig eine ganze Stellage von Paletten unter einen schwebenden Stahltrum, der am Haken hängt. Erni Huesmanns Großskulptur „Füllhorn“ wird hier gleich in die Waagerechte gebracht.

Sieben Entwürfe

Alexander Dick ist Mitarbeiter der Grevener Stahlbaufirma Hillebrandt an der Mergenthaler Straße. Er hat in den vergangenen Monaten an der Realisierung dieser Skulptur gearbeitet, die Ernie Huesmann nur als kleines Modell eingereicht hat. „Sieben Entwürfe habe ich gemacht“, sagt der Künstler, der in gebührendem Sicherheitsabstand mit seiner Sony-Kamera die Aufstellung verfolgt, „da war immer noch etwas zu verbessern.“

Aldi hat seine Marktmacht mit Reduktion erworben. Paletten statt Regale, wenige Marken statt viele Marken, klare Strukturen, kein Schnickschnack. Wie passt die Kunst da rein?

„Die Stadt wollte an dieser Stelle Kunst am Bau haben“, sagt Ernie Huesmann, der sich so gut wie sicher ist, dass seine Sieben-Meter_Plastik vermutlich das einzige Kunstwert ist, dass sich der Discounter vor die Tür gesetzt hat. „7,50 Meter hoch – und fünf Meter vom Eingang“, sagt Huesmann. Kunst, die keiner übersehen kann.

Von der Gemüsetheke

Soweit man es liegend beobachten kann, stellt die Stahl-Kunst ein riesiges Füllhorn vor, das sich gewunden nach oben dreht.

Ganz oben sind die Sachen von der Frischetheke zu sehen: Bananen, Äpfel, alles, was man sich gern ins Füllhorn legt. Und zwar obenauf, damit es nicht gequetscht wird. „Aber natürlich“, sagt der Künstler, „ist das nur ein grober Überblick.“

Festgeschraubt wird das Füllhorn später am Montag mit acht großen Schrauben. „Und dann soll es erst noch mal verhüllt werden“, sagt Huesmann. Etwas verspätet – eigentlich hätte es schon im vergangenen Jahr aufgestellt werden sollen.

Offizielle Enthüllung

Der neue Markt wird am kommenden Donnerstag, 29. April, um 8 Uhr eröffnet. Da will man sich nicht den Spaß verderben lassen, dieses Monument des Einkaufens offiziell zu enthüllen.

Hergestellt wurde es aus Stahl in seiner Urform. Sehr haltbar und von Anfang mit einer braunen Rostschicht versehen, die allzu neugierige Kunst-Begreifer vom Anfassen abhalten kann.

Ernie Huesmann ist damit wieder einmal zum Stadt-Möblierer geworden. Sein Völkerballkunstwerk auf dem Kreisel an der Königstraße ist so etwas wie ein Wahrzeichen für Greven geworden und hängt als Bild im Bürgermeisterzimmer. Aber auch das Boot auf dem Hallenbadkreisel, das allerdings keine echte Emspünte ist, stammt von dem Designer, der in Greven links der Ems lebt und arbeitet. Zuletzt wurde von ihm die Skulptur KOPFhand am Emsdeich installiert.

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