Heinrich Schlick-Stiftung unterstützt Jugendzentrum

Ideen der Jugendlichen umgesetzt

Reckenfeld

Weil die Schlick-Stiftung 4000 Euro zur Verfügung stellte, konnte das Jugendzentrum am Moorweg renoviert wird. Wegen Corona haben sich die Arbeiten etwas hingezogen.

Oliver Hengst

Joel (links), der bei der aufwendigen Renovierung kräftig mit angepackt hat, Foto: Oliver Hengst

Es ging ihnen wie allen anderen, die umbauen oder renovieren. Nicht immer läuft bei solchen Aktionen alles glatt, manchmal erlebt man auch böse Überraschungen. Aber am Ende hatten sie allen Grund, stolz zu sein.

Rund ein Jahr hat sie gedauert, die Renovierung des Jugendzentrums am Moorweg, getragen von der Kinder- und Jugendarbeit Reckenfeld (KuJa). „Corona hat uns zwischenzeitlich gestoppt“, sagt Sozialarbeiter Paul Middendorf. „Das war auch eine Motivationsbremse für die Jugendlichen.“ Nach der Zwangspause konnte das Team zunächst nur in kleinem Rahmen weiterarbeiten. Dafür umso engagierter. „Wir haben immer darauf geachtet, dass wir die Jugendlichen so viel wie möglich einbinden“, sagt Aleeza Hämmisch aus dem Team Jugendarbeit. Schließlich sei es auch darum gegangen, die Gestaltungs-Ideen der jungen Leute umzusetzen.

Und letztlich ist das auch Teil des pädagogischen Konzeptes: Die Kompetenzen der Kinder und Jugendlichen zu nutzen und ihre Fähigkeiten – auch mit Blick auf eine eventuelle Berufsausbildung – zu stärken.

Viele nahmen die Einladung bereitwillig an packten kräftig – in dem Rahmen, den Corona vorgab – mit an; kratzten Tapeten von den Wänden (teilweise fünf Lagen, was die Stimmung kurzzeitig etwas drückte), spachtelten Flächen, verlegten Böden, trugen Farbe auf und erledigten vieles mehr. „Bei der Auswahl der Materialien haben sie echt Stil bewiesen“, freut sich Jessica Böker, die das Team der Kinder- und Jugendarbeit leitet. „Industrial-Look“ tauften die Jugendlichen ihren Stil-Mix.

Und nun erstrahlt der Jugendtreff in neuem Glanz. Teilweise mussten auch Wände weichen, die sprichwörtlich im Weg standen. Nun können die Räume besser, auch flexibler genutzt werden und sind deutlich heller als zuvor. „Man kann jetzt Billard spielen, ohne mit den Armen an die Wand zu stoßen“, sagt Middendorf lachend und ergänzt: „Und jetzt kommt erst der schönste Teil.“ Gemeint ist vor allem das wohnliche Dekorieren der noch weitgehend kahlen Wände.

Möglich wurde all das auch dank einer üppigen Spende der Heinrich Schlick-Stiftung. Das Kuratorium hat sich am Mittwoch davon überzeugt, wie gut das Geld – immerhin 4000 Euro – angelegt ist. Die recht kleine Stiftung habe für ihre Verhältnisse eine beachtliche Summe in die Hand genommen, „weil man mit weniger hier nicht viel hätte reißen können“, wie Tanja Schulte sagt. Die Räume seien stark renovierungsbedürftig gewesen, im Grunde sei jahrelang nicht viel passiert. Die Stiftung habe das Projekt gern unterstützt. „Es geht hier um den Stadtteil, um Reckenfeld, um Kinder und Jugendliche und um Sport“, erklärt Nicky Schulte.

Die Stiftung ist nach Heinrich Schlick benannt, dem Gründer des Unternehmens Schlick Strahlanlagen und Vater von Elsbeth Schlick, die testamentarisch verfügt hatte, dass eine beträchtliche Summe in die zu gründende Stiftung eingebracht werden soll.

Nun hoffen das Team Jugendarbeit und alle Jugendlichen, die den Treffpunkt besuchen, dass die Corona-Beschränkungen sie nicht mehr lange daran hindern. Bislang dürfen sich immer nur fünf Personen gleichzeitig dort aufhalten. Offene Treffs sind deshalb noch nicht wieder möglich.

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