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Vor 80 Jahren wurden zwei polnische Zwangsarbeiter bei Greven von den Nazis ermordet

Ihr Verbrechen: Ein bisschen Liebe

Kreis Steinfurt

Als Franciszek Banas (28) sich am Freitag, dem 14. August 1942, in den Bockholter Bergen bei Greven zum Sterben am Galgen bereit macht, trägt er einen blau-weißen Nadelstreifenanzug. Für seinen Todestag hat er sich extra fein herausgeputzt. Neben ihm legen Gestapo-Schergen seinem 21-jährigen Landsmann Waclaw Ceglewski die Schlinge um den Hals. Beide lassen ein letztes Mal ihr Vaterland hochleben, dann wird ihnen der Boden unter den Füßen entzogen ...

Der Historiker Christoph Leclaire vor dem Holzkreuz in den Bockholter Bergen. Am Sonntag soll dort ein Gedenkstein aufgestellt werden. Foto: privat

Fast auf den Tag genau 80 Jahre ist dieses grausame Verbrechen inzwischen her. Ein Doppelmord, vom NS-Staat ohne korrektes Gerichtsverfahren angeordnet und von dessen Henkern willfährig vollstreckt. Das „Vergehen“ der beiden jungen Polen: „Verbotener Umgang mit einer deutschen Frau“. Der Fall stehe exemplarisch für viele andere in dieser Zeit, sagt der Historiker Christoph Leclaire aus Münster. Er beschäftigt sich seit 20 Jahren mit dem Grevener Doppelmord und tut alles, wirklich alles, damit er nicht in Vergessenheit gerät.

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