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Partnerschaftsempfang: Stadt begrüßt geschrumpfte Montargis-Delegation

Jean Coquelin erklärt die Folgen des Wahlkampfs

Greven

Wahlkampf nicht nur in Greven. Auch in Montargis wird gewählt – mit der Folge, dass zum Karneval nur eine kleine Delegation kam.

Janis Beckermann

Jean-Réné Coquelin (Dritter von links) und Bürgermeister Peter Vennemeyer (Vierter von links) stoßen an. Foto: Jannis Beckermann

Es war eine Premiere mit Hintergedanke: Eine Rede auf Deutsch? Die hatte Jean-René Coquelin, der sich seit vielen Jahren für die Städtepartnerschaft zwischen Montargis und Greven engagiert, aber dennoch nur gebrochen Deutsch spricht, bei offiziellen Terminen bisher lieber vermieden. Beim Empfang seiner Delegation im Sitzungstrakt des Rathauses am Samstagmorgen wagte sich der umtriebige Franzose nun aber doch an die schwierige Sprache des Gastgebers.

Es war Teil einer Charmeoffensive, mit der Coquelin bei den Grevenern um Verständnis für die stark gesunkene Zahl französischer Austauschgäste warb.

„Es tut mir leid“

„Dass es so gekommen ist, tut mir leid“, entschuldigte sich Coquelin mit Blick auf nur 16 Franzosen, die in diesem Jahr statt der üblichen Reisebusladung dem Grevener Karneval einen Besuch abstatteten.

Auf den Grund des Besucherschwunds hatte zuvor bereits Peter Vennemeyer hingewiesen: „In Montargis stehen im März Kommunalwahlen an“, informierte Grevens Bürgermeister. Und der Wahlkampf, so der Tenor, laufe im sonst so beschaulichen „Venedig des Gatînais“ aktuell eben auf Hochtouren.

So blieben etwa Nelly und Michel Dury, sonst ähnlich engagiert wie Jean-René Coquelin, zu Hause im Loiret, um für ihre konservative Wahlliste unter Führung des amtierenden Bürgermeisters Benoit Digeon (Republikaner, früher UMP) zu werben, der vor geraumer Zeit den Chefposten in Montargis von seinem Vorgänger Jean-Pierre Door übernommen hat.

Im 750 Kilometer entfernten Greven musste so Coquelin allein den traditionellen Partnerschaftsempfang wuppen.

Trikoloren-Schärpe

Mit Trikoloren-Schärpe über der Schulter gelang dies dem beflissenen Kulturliebhaber, der auch Vize-Präsident der städtischen Kulturkommission Montargis‘ ist, aber mehr als spielerisch. Er warb unter anderem für eine mutigere Weiterentwicklung der Städtepartnerschaft, die von einem Netzwerk persönlicher Kontakte zehre.

Um diese engen Verbindungen zu bewahren, forderte er, auch Dinge zu ändern, „damit sich an unserer Freundschaft nichts ändert“, so Coquelin.

Peter Vennemeyer drückte sich ähnlich aus. Städtepartnerschaft allein auf dem Papier oder nur auf offizieller Ebene funktioniere nicht. „Die Freundschaft lebt von der Beteiligung der Bürger“, so Vennemeyer. Besonders wichtig sei deshalb die Einbindung junger Menschen. Mit dem Austausch in den Schulen oder mit gegenseitigen Praktikanten in den Rathäusern sei man hier allerdings auf einem guten Weg.

Ganz praktisch erleben konnte man den Austausch mit Montargis am Wochenende zudem beim Karneval. Egal ob Prinzenball oder Umzug: Die Delegation samt Miss-Schönheit feierte mit wie eh und je. Im nächsten Jahr, so der Plan, sollen dann wieder mehr Franzosen an Bord sein.

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