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Offene Sprechstunde im „Bildungsinstitut Münster“

Job-Hürden meistern

Reckenfeld/Kreis Steinfurt

Wer einen neuen Job antritt, muss mitunter auch große berufliche wie private Veränderungen meistern. Das Projekt „Sicher im Job“ leistet kreisweit Unterstützung.

Susanne Schnieders (links) und Anja Schulz helfen Menschen mit neuem Job bei Anlaufschwierigkeiten. Foto: Oliver Hengst

Neuer Job – also alles in Butter? Nicht immer ist das so. Wenn die neue Stelle große Veränderungen mit sich bringt, können sich im beruflichen und privaten Umfeld neue Hürden auftun. Hier setzt das NRW-weite Projekt „Sicher im Job“ an. Das Bildungsinstitut Münster, das unter anderem in Reckenfeld (Otto-Hahn-Straße 3) präsent ist, bietet eine so genannte Stabilisierungsberatung an. Am kommenden Montag, 14.11. von 16 bis 18 Uhr, gibt es dort eine Offene Sprechstunde (ohne Anmeldung), die sich an alle richtet, die einen neuen Job angetreten haben und Unterstützung brauchen. Ziel ist es immer, den neuen Arbeitsplatz zu sichern. Die individuelle Beratung ist freiwillig, vertraulich und für die Teilnehmer kostenlos.

Eine lange Phase der Arbeitslosigkeit, Sprachbarrieren, Schuldenmisere, Alkoholprobleme – dass der Start in den Job unter solchen Vorzeichen nicht immer leicht fällt, liegt auf der Hand. Manchmal können aber auch vermeintliche Kleinigkeiten zum Problem werden. Beispiel: Im Bewerbungsgespräch wurde ein Dienstbeginn um 8 Uhr vereinbart. Tatsächlich muss man dann aber schon früher da sein – und schon wird es eng, die Kinder rechtzeitig in der Kita abzugeben. Auch bei Anträgen und Formularen brauchen manche Menschen Hilfe, speziell, wenn Deutsch nicht ihre Muttersprache ist. Oder es tun sich finanzielle Löcher auf, weil wegen des Jobs andere Zahlungen und Unterstützungsleistungen ausbleiben.

„Manchmal sind es auch einfach Ängste, die man hat“, sagt Susanne Schnieders. Beispiel: Eine Frau, bislang Hausfrau, nimmt einen neuen Job an und scheitert fortan am eigenen Anspruch, den Haushalt so piccobello wie bisher zu führen. „Es hilft manchmal schon, den Druck ein bisschen rauszunehmen“, sagt Anja Schulz. Sich an neue Tagesstrukturen zu gewöhnen, an neue Teams und Rollen, das fällt nicht immer leicht. Ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Teilnehmer haben, kann schon viel ausmachen, sind sich Schnieders und Schulz einig. Die Außensicht auf ein Problem könne Wege ebnen, die die Teilnehmer selbst gar nicht auf dem Schirm hatten.

Die beiden Frauen sind jeweils mit halber Stelle im Projekt tätig und für Klienten aus dem ganzen Kreis Steinfurt ansprechbar. „Sicher im Job“, finanziert sich aus Mitteln der EU und ist zunächst auf ein Jahr angelegt.

„Wir richten uns in der Terminabsprache ganz individuell nach den Teilnehmenden“, sagt Susanne Schnieders. Manche Klienten brauchen nur einige, wenige Termine, andere eine fortwährende Hilfe über Wochen oder gar Monate. Die Beratung kann nach dem Ersttermin persönlich (Ort nach Wahl), telefonisch oder per Mail fortgesetzt werden.

Wenn Zuhören und gemeinsames Reflektieren und Analysieren nicht reicht, stehen natürlich auch weitere Instrumente zur Verfügung. Für schwierige Gespräche mit dem Chef kann man zum Beispiel gemeinsam eine Strategie festlegen. Wenn es um tiefer sitzende Probleme geht, werden auch externe Partner ins Boot geholt, etwa Experten von IHK und Kreishandwerkerschaft. Auch bei ernsten persönlichen Problemen wird externe Hilfe vermittelt. So sind Schnieders und Schulz keine Psychologinnen und auch keine Schuldnerberatrinnen, sie können aber den Weg zu professioneller Hilfe ebnen und und bei der Kontaktaufnahme helfen – alles immer in Absprache mit den Menschen, die beraten werden.

Kontakt: Anja Schulz: 0151-29197147, schulz@bildungsinstitut.de; Susanne Schneiders: 0151-62721696 oder 02575/9778577, schnieders@bildungsinstitut.de.

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