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Gleichstellung an der Grundschule

Jungs in pinken Strumpfhosen

Greven

Gleichstellung – das ist auch in der Grundschule wichtig. Simone Scheufen kümmert sich darum.

Simone Scheufen mit einem Leitfaden zum gendergerechten Umgang Foto: Viktoria Siebert

Simone Scheufen ist Ansprechpartnerin für Gleichstellungsfragen an der Grundschule St. Martini in Greven.

Jede Schule hat einen Gleichstellungsbeauftragten, der für Fragen dieser Art zur Verfügung steht.

Die Themen können ganz unterschiedlich sein: Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsarbeit, die Gleichstellung von Mann und Frau oder generelle Benachteiligung.

Scheufen sitzt als Ansprechpartnerin auch bei Bewerbungsgesprächen dabei. Das Kollegium der Grundschule besteht größtenteils aus Lehrerinnen. „Wir würden uns mal über einen Mann im Kollegium freuen“, kommentiert sie die Geschlechterverteilung im Lehrerzimmer.

Gendersprache ist für die Lehrkräfte spätestens beim Ausstellen der Zeugnisse ein Thema. „Da wird natürlich sehr streng drauf geachtet“, erklärt Scheufen.

Auch bei der Kommunikation untereinander wird auf gendergerechte Sprache geachtet. Bevorzugt werden hier geschlechtsneutrale Bezeichnungen wie „Liebes Kollegium“.

Keine bösen Absichten

Scheufen ist wichtig, dass bei fehlender Gendersprache, nicht direkt böse Absicht unterstellt wird. „Das heißt nicht, dass die Person zwangsläufig jemanden ausschließen will“, sagt sie.

Dennoch dürfen sich Frauen durch das generische Maskulinum diskriminiert fühlen. Das eine schließt das andere nicht aus.

Die Kinder haben bislang noch wenig Berührungspunkte mit dem Gendern. Im Grundschulalter müssen erst noch Grundlagen erarbeitet werden, bevor mit Gendersprache angefangen werden kann.

Scheufen findet dennoch: „Das ist heute sicherlich wichtig, auch GrundschülerInnen darauf hinzuweisen und das Gendern bereits anzubahnen.“

Auch abgesehen von der Sprache spielt das Thema „Gender“ an der Schule eine Rolle. So gibt es ein Genderkonzept und Empfehlungen, wie die Lehrkräfte dieses umsetzen können.

„Jungen lernen zum Beispiel anders als Mädchen“, sagt sie. Das können die Lehrkräfte berücksichtigen und ihre Unterrichtsmethoden anpassen.

Als Beispiel nennt sie eine Methode, in der Schüler in einem Kreis stehen und sich gegenseitig einen Ball zu werfen. Währenddessen sammeln die Kinder Begriffe. Solch spielerische Lernmethoden bieten sich besonders bei Jungen an.

Der Schule ist wichtig, dass sich die Kinder in keine Rolle zwängen. „Wenn ein Junge eine pinke Strumpfhose tragen will, dann darf er das auch tun“, sagt Scheufen.

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