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Wie Unternehmen sich als attraktive Arbeitgeber präsentieren

Kampf um die besten Köpfe

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Während Reisende für ihren Flug nach Gran Canaria anstehen, informieren Arbeitgeber über Karrierewege, Ausbildungen und Benefits wie flexible Arbeitszeiten und Gesundheitskurse. Die Jobmesse Münster/Osnabrück – ein neues Format der Barlag-Agentur – im Terminalgebäude des Flughafens Münster/Osnabrücks zog am Wochenende Schüler und Berufserfahrene an.

Von Katja Niemeyer

60 Arbeitgeber präsentierten sich auf der Jobmessen-Premiere im Flughafen-Gebäude. Am UKM-Stand informierten Guido Grave und Sascha Dahms (Foto u.l.) über Traineeprogramme. Julia Budke (Nosta) im Gespräch mit Schüler Patrick Müller (u.r.). Foto: Katja Niemeyer

Während hinter ihr am Check-in-Schalter für Gran Canaria Menschen in der Schlange stehen, informiert Stefanie Fangmann an diesem Samstagvormittag über Karrierewege bei der Bundeswehr. Eine Gruppe angehender Abiturienten hat sich im Halbkreis vor der leitenden Karriereberaterin aufgestellt. Für eine Mannschaftslaufbahn, sagt sie, müsse man sich zwei Jahre verpflichten. Sie erzählt von möglichen Auslandseinsätzen und rät schließlich zu einem Praktikum.

Im Terminalgebäude des Flughafens Münster/Osnabrück gingen an diesem Wochenende die Reisenden – unschwer zu erkennen an ihren Koffern – in der Masse der Menschen unter, die gekommen waren, weil sie sich für einen Job interessieren. Zwischen Check-in-Schaltern und Wartezonen luden rund 60 Unternehmen, Einrichtungen und Hochschulen zum Gespräch über Karrierewege, Ausbildungsstellen und Fortbildungsmöglichkeiten ein. Für die Premiere der Jobmesse Münster/Osnabrück zieht Stefan Süß, Geschäftsführer der Agentur Barlag, am Sonntag eine positive Bilanz. Der Organisator von Jobmessen hatte sich nach eigenen Angaben für die Zusatzveranstaltung an einem neuen Standort entschieden, weil die Messen in Münster und Osnabrück an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen waren. Zur Zahl der Besucher wollte Süß nichts sagen: „Das ist eine Premiere. Und wir befinden uns in einer Pandemie. Da ist die Zahl kein Maßstab.“

Der Bedarf nach neuen Mitarbeitern und Azubis ist groß. Die Bundeswehr sucht Leute für eine militärische Laufbahn, bietet aber auch zahlreiche zivile Jobs an, etwa in der Verwaltung, in der Küche und im Krankenhaus. Am Messestand des Logistikunternehmens Nosta (Niederlassung Ladbergen) spricht Teamleiterin Julia Budke vom sogenannten „War for Talents“ (Kampf um die besten Köpfe), ein Synonym für den schärfer werdenden Kampf der Unternehmen um Nachwuchs und die besten Talente. Am Stand des Universitätsklinikums Münster (UKM) eilen an diesem Vormittag fast alle Besucher vorbei. „Pflegerinnen und Pfleger können sich die Stellen aussuchen“, bestätigt Pflegedienstleiter Sascha Dahms nur die traurige Wahrheit, dass Krankenschwestern in Deutschland wohl so sehr fehlen wie noch nie. Hinter Dahms läuft auf einem großen Bildschirm ein Video, in dem Meike Ista zu sehen ist. Die UKM-Krankenpflegerin wurde im Frühjahr als Protagonistin einer Dokumentation des Fernseh-Duos Joko und Klaas berühmt. Ihr Schicht verfolgten damals Hunderttausende Fernsehzuschauer in Echtzeit. In dem Video spricht sie über die schönen Seiten ihres Berufes. Pflegedienstleiter Dahms hat zusätzlich ein Plakat aufgehängt, das über ein Traineeprogramm informiert, das auf einen Einsatz in Intensivstationen vorbereitet.

Vor dem Nosta-Stand steht Patrick Müller, eingerahmt von seinen Eltern. Sein Vater will von Julia Budke wissen, ob die Jobs bei Nosta zukunftsorientiert sind. Die Human-Resource-Managerin nickt eifrig, spricht von Digitalisierung („Treiber für das Unternehmen“), von Homeoffice und von der firmeneigenen „Academy“. Patrick Müller will im übernächsten Jahr sein Abitur machen und schaut sich auf der Messe für ein zweiwöchiges Praktikum um, das im Februar ansteht. An seinen Händen baumeln einige Beutel mit Infomaterial von anderen Ausstellern.

Fachkräftemangel bremst die Wirtschaft aus

Auch Justin Kühn befindet sich noch in der Findungsphase. Der Schüler einer Warendorfer Gesamtschule überlegt, ob er nach dem Abitur bei der Bundeswehr anheuert, natürlich für eine Offizierslaufbahn. Vielleicht geht er aber auch zum Landeskriminalamt. Er hofft, dass beide Arbeitgeber seinen ausgeprägten sportlichen Ambitionen gerecht werden können.

3 Fragen an...

Personalmanagerin Budke erwähnt noch schnell die flexiblen Arbeitszeiten, die Nosta vielen seiner Beschäftigten ermögliche. Sie bringt das Gesundheitsmanagement zur Sprache und auch die Work-Life-Balance, die das Unternehmen im Blick habe. Ohne Angebote wie diese, ist Budke überzeugt, „kann ein Arbeitgeber auf Dauer nicht mithalten.“ Die Konkurrenz, „die schläft nicht“.

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