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Andreas Venker ergriff die Initiative

Kästen gegen Prozessionsspinner

Reckenfeld

Mit Nistkästen für Meisen sollen in Reckenfeld der Eichenprozessionsspinner und die Kastanien-Minimiermotte bekämpft werden. „Reckenfeld direkt“ bestellte ein Dutzend Nistkästen, die jetzt verschenkt werden.

Rosemarie Bechtel

Ernst Reiling und Marion Polle von Reckenfeld direkt sowie Andreas Venker (2.v.l.) und zwei seiner Kinder. Foto: Rosemarie Bechtel

Dass der Eichenprozessionsspinner eine echte Plage ist, weiß wohl inzwischen jeder. Auch die Kastanien-Minimiermotte ist eine Plage, die schon unzählige Kastanien befallen hat. Aber alle könnten etwas tun, um mitzuhelfen, die Sache wieder in den Griff zu bekommen. Ein altes Sprichwort heißt: „Kleinvieh macht auch Mist“. Mit „Kleinvieh“ könnte man in diesem Fall Blaumeisen, Baumläufer, Kleiber und den Feldsperling bezeichnen. Denn diese „Kleinen“ sind ganz groß im Vertilgen der Larven der Schädlinge.

Ernst Reiling, Chef von Reckenfeld Direkt, stieß die Diskussion an, wie man hier vor Ort was bewirken könnte. „Solche Zufälle gibt es dann nur in Reckenfeld“, lacht Reiling. Denn „Andreas Venker las das und so kamen wir in Kontakt.“

„Ja eigentlich wollte ich nur für mich selbst diese Nistkästen für Meisen basteln. Das Rezept für diese Holz-Betonmischung habe ich mir aus dem Internet geholt. Kästen aus Holz sind nicht so witterungsbeständig“, sagt Venker.

„Reckenfeld direkt“ bestellte ein Dutzend Nistkästen, die jetzt verschenkt werden. Insgesamt ist der Ankauf von 50 Nistkästen in Auftrag gegeben worden.

„Der Preis liegt eigentlich bei acht Euro. Wir unterstützen den Ankauf mit drei Euro“ so Reiling.

Natürlich darf auch gerne der volle Preis bezahlt werden, denn „Andreas Venker ist quasi Mitsponsor“. Klar, die Nistkästen sind ja nicht mal eben schnell gemacht. „Für neun Kästen brauche ich fünf Stunden“, erzählt der Hausmann, der drei gesunde und ein behindertes Kind versorgt. Das Bauen der Nistkästen ist ein schöner Ausgleich für ihn.

Die Nistkästen haben eine Aufhängung und unten im Boden eine Öffnung zum Reinigen. Denn sauber gehalten werden müssen die Kästen schon. Ach ja, die Bauanleitung für Holzspäne, Zement, Wasser und Kaliumchlorid findet man auch beim Nabu im Internet.

Die Nistkästen können von außen wunderbar selbst gestaltet werden. Eine „Arbeit“ die sicherlich auch Kinder gerne übernehmen werden, um die Meisenwohnung von außen hübsch zu gestalten.

Wer Interesse hat, kann sich im „Kleinen Rathaus“ in Reckenfeld melden. Reiling hofft auf viele Abnehmer. Und er hat noch eine Idee: „Ich suche Menschen, die günstig Insektenhotels basteln, die dann ebenfalls überall aufgestellt werden können. Wir brauchen Insekten für ein gesundes Umfeld.“

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