1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Lokales
  4. >
  5. Greven
  6. >
  7. Kaum Qual bei der Wahl

  8. >

Katholiken wählen Gemeindegremien

Kaum Qual bei der Wahl

Greven

Am Sonntagabend ab 18 Uhr wird gezählt und ausgewertet.

Von Peter Beckmannund

Es ist in vielen Gemeinden ganz anders. Aber in Greven haben die Mitglieder der katholischen Kirche am Wochenende tatsächlich die Wahl. Denn am Samstag und Sonntag werden die Mitglieder des Kirchenvorstandes und des Pfarreirates gewählt. Und zumindest bei der letzteren Wahl haben die Katholiken in Greven wirklich eine.

Aber schon jetzt steht so gut wie fest, dass die Wahlbeteiligung wohl geringer ausfallen wird, als beim letzten Mal. Denn bei der Pfarreiratswahl 2017 waren alle rund 15 000 Grevener Katholiken angeschrieben worden. Und daraus ergab sich eine Wahlbeteiligung von fast 17 Prozent. „Das war ein enormer finanzieller und organisatorischer Aufwand, den wir nicht jedes Mal leisten können“, erklärte Michael Hüttermann, Verwaltungsreferent der Martinus-Gemeinde.

Diesmal gab es zwar auch eine Briefwahl – sie ist inzwischen beendet – aber dafür musste der Wahlwillige selbst aktiv werden. Und so ist zu vermuten, dass die Wahlbeteiligung wieder auf fünf Prozent – wie bei den Kirchenvorstandswahlen 2015 – oder noch darunter sinken wird.

Dass sowohl Pfarreirat und Kirchenvorstand zusammen gewählt werden, ist nicht immer der Fall. Denn der Pfarreirat wird alle vier Jahre komplett neu gewählt, der Kirchenvorstand je zur Hälfte und damit alle drei Jahre.

Beim Pfarreirat der Martinus-Gemeinde können zwölf Mitglieder gewählt werden, 13 Kandidaten gibt es. Der Kirchenvorstand hat acht Ämter zu vergeben, es gibt aber auch nur acht Kandidaten. „Wir hätten dem Wähler gerne mehrere Kandidaten zur Wahl gegeben, aber es ist sehr schwer Kandidaten für diese Ehrenämter zu finden“, sagte Pastoralreferent Matthias Brinkschulte. Aber immerhin gebe es beim Pfarreirat einen Kandidaten mehr, als gewählt werden können.

Wie viele Mitglieder der katholischen Gemeinde St. Martinus wahlberechtigt sind, ist nicht so einfach zu ermitteln. Denn bei den Pfarreiratswahlen darf schon mit 14 Jahren gewählt werden, bei den Kirchenvorstandswahlen muss der Wähler mindestens 18 Jahre alt sein. Trotzdem zwei Zahlen: Bei den Kirchenvorstandswahlen sind 14 563 Menschen, bei den Pfarreiratswahlen sind 15 426 Grevener wahlberechtigt.

Nach der Funktion der beiden Gremien gefragt, bringt Matthias Brinkschulte es auf den Punkt. „Der Pfarreirat ist für die pastoralen Inhalte zuständig, in den Zuständigkeitsbereich des Kirchenvorstandes fallen die Verwaltung, die Grundstücke, die Finanzen.“ Und irgendwie lassen sich da auch die verschiedenen Interessen der Geschlechter ablesen. Für den Pfarreirat kandidieren zehn Frauen und drei Männer, beim Kirchenvorstand fällt die Verteilung genau anders herum aus. Da kandidieren zwei Frauen und sechs Männer. „Aber die Bereiche der Verantwortungen in den verschiedenen Gremien vermischen sich mehr und mehr, langfristig ist in den Bistümern sogar angedacht, die beiden Gremien zu verschmelzen“, sagte Brinkschulte.

So oder so: Am Sonntagabend ab 18 Uhr wird gezählt und ausgewertet. Dann steht fest, welcher eine Kandidat nicht im Pfarreirat vertreten sein wird.

Startseite
ANZEIGE