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Gastronomen bilanzieren Weihnachtsgeschäft und rüsten sich für Silvester

Kochen bis kurz vor Mitternacht

Greven/Reckenfeld

Auch an den Feiertagen rund um Weihnachten und den Jahreswechsel boten und bieten viele Grevener Gastronomen Speisen zum Abholen an – mit unterschiedlichem Erfolg.

Oliver Hengst

Guido Temme (rechts) und seine Berufskollegen setzen zwangsläufig auf den Außer-Haus-Verkauf.

Auch an den Feiertagen rund um Weihnachten und den Jahreswechsel boten und bieten viele Grevener Gastronomen Speisen zum Abholen an – mit unterschiedlichem Erfolg.

Nicht übermäßig zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft ist man zum Beispiel im griechischen Restaurant „Zeus“ an der Saerbecker Straße. „Es geht“, sagte Evangelina Koutina zur Resonanz. Auch die Nachfrage für den Silvesterabend sei bislang noch etwas verhalten.

Ein besonderes Silvester-Special gibt es im Zeus nicht. „Wir bieten die ganze Karte an“, sagt die Gastronomin. Gefragt seien vor allem die Platten für zwei oder vier Personen. Wie lange das Team in der Nacht in der Küche stehen wird? „Solange unsere Kraft reicht“, sagt sie schmunzelnd. „Wir sind sowieso da.“

Ein etwas verhaltenes Weihnachtgeschäft muss auch Olaf Rickermann vom Landhaus Rickermann in Reckenfeld bilanzieren. Üblicherweise habe er an Weihnachten „viel mehr zu tun“, sagt der Koch und Inhaber. „Ich denke, im Moment hält sich die Mehrheit an die Kontaktbeschränkungen – und für zwei Personen Kochen fällt nicht schwer.“

Nach einem „super“ November habe eine etwas verhaltene Nachfrage nach Außer-Haus-Küche eingesetzt. „Es fehlen die großen Bestellungen“, sagt Rickermann. Und er glaubt nicht daran, dass sich die Lage für Gastronomen allzu rasch bessert. „Vor März oder April rechne ich nicht damit“, sagt Rickermann.

Die Buchungen für Weihnachten waren im „Deutschen Haus“ in Reckenfeld erst verhalten, um dann doch noch richtig Schwung aufzunehmen, berichtet Inhaber Michael Hillmann. „Weihnachten war super. Wir sind zufrieden.“ Die Folge: Auch an Silvester steht er in der Küche. „Das ist für uns eine Premiere“, sagt er. Sonst sei die Küche an Silvester immer kalt geblieben. Überhaupt sei der Außer-Haus-Verkauf „absolutes Neuland“. Und das Bestehen während des Lockdowns nicht ganz leicht, denn er habe im Umkreis von 500 Metern in der Reckenfelder Ortsmitte doch einiges an Abhol-Konkurrenz. Aber die Nachfrage der Kunden bestärkt ihn. „Wir erfahren eine wahnsinnige Solidarität“, freut sich der Koch. Kunden riefen an oder schrieben per Facebook, wie lecker es gewesen sei. „Die Resonanz ist fantastisch“, sagt Hillmann. „Und alle lechzen danach, dass die Lokale wieder öffnen dürfen.“ Damit die Lokale aber erhalten bleiben, muss man sie gerade in der Krise unterstützen. Das wissen die Kunden – und handeln. Am Silvesterabend fällt dennoch irgendwann der Kochlöffel. „Ich denke so ab 20 Uhr“, sagt Hillmann, der das Jahr dann ohne Feier ausklingen lassen will.

Mit dem Weihnachts-Geschäft zufrieden ist Guido Temme, Inhaber des Restaurants „Zum Vosskotten“. „Am ersten Weihnachtstag waren wir mehr oder weniger ausgebucht. Auch am zweiten lief es noch ganz gut.“ Das führt er unter anderem auf die komfortable Drive-In-Lösung zurück, die man den Kunden anbieten könne. Sie führen auf den großen Parkplatz hinter dem Haus und auf Wunsch würden die verpackten Speisen sogar kontaktlos im Kofferraum abgelegt. „In fünf Minuten ist das ganze Spiel erledigt“, sagt Temme zu der „töften Logistik“, die ein absoluter Pluspunkt im Vergleich zu manchem Innenstadt-Restaurant sei. Insgesamt sei die Nachfrage während des Lockdowns „stabil“, freut sich Temme. „Wir sind dankbar, dass die Kunden das so gut angenommen haben.“

Auch an Silvester ist Temme mit seinem Team im Einsatz. Danach geht es erstmal für alle drei Wochen in den Urlaub. Urlaub, der während der Phase der Kurzarbeit, nicht genommen werden konnte. Und im Sommer, so hofft Temme, könne man dann „wieder so richtig durchstarten“.

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