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Auf einen Kaffee mit dem Bundestagskandidaten Jan-Niclas Gesenhues (Grüne)

Mehr Tierwohl und Naturschutz

Greven

Sein Großvater war Bauer. Er selbst arbeitet an der Kreishandwerkskammer Warendorf in der Entwicklungshilfe. Naturschutz und dezentrale Energiewirtschaft sind für Jan-Niclas Gesenhues wichtige Zukunftsthemen.

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Grünen-Kandidat Jan-Niclas Gesenhues. Foto: Günter Benning

Dr. Jan-Niclas Gesenhues, 31, Grüner Bundestagskandidat aus Emsdetten, musste als Kind oft um vier Uhr morgens aus den Federn. Mit dem Opa, einem Landwirt, ging es dann in die Natur.

Eines Ihrer Themen ist der Umweltschutz. Was machen wir mit dem Ems­beach in Greven?

Gesenhues: Wir müssen Naturschutz stärken. Es gibt auch in unserer Region massives Artensterben. Das bedroht die Existenz. Aber man muss auch Kultur- und Naturschutzinteressen vereinbaren. Ein Vorschlag für den Emsbeach, der auf dem Tisch ist, wäre, ob man nicht den Barbetrieb in Richtung Deich verschieben kann – mit Terrasse und Ems-Aussicht. Dafür könnte es Fördermittel geben.

Ökologische Anforderungen

Viele Landwirte klagen über Preisverfall und hohe ökologische Anforderungen. Was sagen Sie denen?

Gesenhues: In den Gesprächen sind wir uns immer einig, dass Landwirtschaft vor einer Veränderung steht. Hin zu mehr Tierschutz, zu mehr Naturschutz. Das sind Leistungen, die von der Gesellschaft erwartet werden und die die Landwirtschaft erbringt. Die über den Markt aber nicht entlohnt werden. Es ist eine gesellschaftliche Aufgabe, diesen Einsatz zu honorieren – auch finanziell. Und das ist eine Aufgabe von Politik. Wir müssen wegkommen von einer stumpfen Landwirtschaftspolitik des Weiter-so. Masse statt Klasse, wachse oder weiche – das waren riesige politische Fehler. Davon müssen wir weg. Unser Vorschlag ist eine Tierwohlabgabe auf Fleischprodukte, die an die Landwirtschaft zurückgegeben wird. Mit öffentlichen Geldern sollen wir nicht immer nur Größe in der Landwirtschaft fördern, sondern Leistungen, die im öffentlichen Interesse sind.

Entwicklungshilfe

Sie haben sich in ihrer Promotion mit Entwicklungspolitik beschäftigt. Jetzt arbeiten Sie bei der Kreishandwerkerschaft im Kreis Warendorf in einem Entwicklungshilfeprojekt. Worum geht es da?

Gesenhues: Überraschenderweise sind viele afrikanische Länder Vorreiter bei der dezentralen Energieversorgung. Wir sind in Mosambik tätig, da gibt es spannende Projekte, von denen wir lernen können. Umgekehrt haben wir in Deutschland die starke handwerkliche Ausbildung und versuchen, einen kleinen Beitrag zu leisten, um Fachkräfte für den Markt der Erneuerbaren zu auszubilden: Elektro, Sanitär, Heizung, Klima. So bringen wir Klimaschutz auch international weiter.Die Gesichter des Jan-Niclas GesenhuesGünter Benning

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