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30 Jahre Wirtschaftsforum Greven

„Mindestens 500.000 Einwanderer“

Greven

Ohne neue Mitarbeiter geht nichts. Udo Storck vom Wifo Greven sprach bei der Jubiläumsfeier davon, dass dringend mehr Zuwanderer nötig wären.

Von Ulrich Coppel

Der Vorsitzende des Wirtschaftsforum Greven, Christian Müllmann (l.), heisst neue Mitglieder im Verein willkommen. Foto: Ulrich Coppel

Das „Wirtschaftsforum Greven“ feierte am Freitagabend im Ballenlager sein 30-jähriges Bestehen. Der Ehrengast des festlichen Empfangs, Landrat Dr. Martin Sommer, sprach vor den zahlreichen, zum Teil in festlicher Garderobe gekleideten Mitgliedern der heimischen Wirtschaft. Weitere Laudatoren waren der Vorsitzende des „Wirtschaftsforum Greven“, Christian Müllmann, sowie Stellvertreter Udo Storck, die unterschiedliche Schwerpunkte setzten.

Während Müllmann die Aktivitäten und Entwicklungen des Vereins hervorhob, betonte Stork unter dem Stichwort „Zeitenwende“ grundsätzliche wirtschaftliche Herausforderungen in der aktuellen globalen Krise.

Bürgermeister Dietrich Aden, der verhindert war, sendete ein Grußwort per Video. Im Ballenlager vertrat Stellvertreter Manfred Zilske ihn persönlich.

„130 Mitglieder, sprich Vertreter Grevener Unternehmen, hat das Wirtschaftsforum Greven. Der Verein ist damit die zugleich die Interessenvertretung von insgesamt rund 5000 Beschäftigten“, ordnete unter anderem Landrat Sommer die Bedeutung des „Wirtschaftsforum Greven“ ein. Doch was bedeutet das Engagement des Lobbynetzwerks im Einzelnen?

Dialog über die Stadt

Themen des Dialogs sind etwa die Umgestaltung der Grevener Innenstadt, auch der Innenstadtbeleuchtung -, der Neubau des Rathauses, die Schaffung zusätzlichen bezahlbaren Wohnraums, oder die Suche von neuen Gewerbeflächen: „Die Stadt sucht den intensiven Austausch mit dem Wirtschaftsforum“, so Aden.

Er setzt gerade in der aktuellen Zeit auf den intensiven Dialog: „Die Kommunen sind in der Strom- und Gaskrise das letzte Glied in der Kette“.

So auch Landrat Sommer. Auch er zeichnet ein düsteres Bild für die wirtschaftliche Entwicklung des Kreises in näherer Zukunft: „Etwa 55 Prozent der Unternehmen rechnen mit Rückschlägen“, zitiert Sommer eine aktuelle Umfrage zur Stimmungslage unter den Unternehmern im Kreis.

„Wie kann sich der Kreis auf eine Energie beziehungsweise Gas-Mangellage vorbereiten“, umriss er aktuelle Inhalte des Austausches zwischen Kreis und Wirtschaftsforum.

Dabei stellte er klar, dass er spürbare Entlastungsprogramme von Bund und Ländern, insbesondere für energieintensive Unternehmen, wie etwa Bäckereien, erwarte. Trotz aller düsteren Prognosen verfolge der Kreis das ambitionierte Ziel bis 2040 energieunabhängig werden zu können.

„Es gibt nicht eine – es gibt zehn Krisen gleichzeitig“ umriss Udo Storck die massiven wirtschaftlichen Herausforderungen der heutigen Zeit. Neben der Liefer- und Energieprobleme kam er noch auf einen ganz anderen Bereich zu sprechen: „Wir Babyboomer gehen alle innerhalb der nächsten 10 Jahre alle in Rente. Deutschland benötigt mindestens 500.000 Einwanderer – sonst bekommen wir das nicht hin“, findet er für den massiven Fachkräftemangel sehr deutliche Worte.

Ebenso wie Bürgermeister Aden erwähnte Wirtschaftsforum-Vorsitzender Christian Müllmann das Engagement des Netzwerks auf lokaler Ebene. Neben dem Austausch mit der Politik und Verwaltung bei Planungs- oder Gestaltungsvorhaben, gebe es auch immer wieder Begegnungen in der Öffentlichkeit – so wie kürzlich unter anderem mit Schülerinnen und Schülern der Gesamtschule zum Thema Ausbildungsplätze.

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