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Michael Voss lebt demnächst im Schwarzwald

Mischpult der Bee Gees zieht in den Schwarzwald

Greven

Michael Voss ist Grevener Musiker und Produzent. Jetzt zieht er in den Schwarzwald. Aber die Brücken zu Greven brechen nicht ab...

Michael Voss mit seinem neuen alten Mischpult, mit dem schon Platten der Bee Gees abgemischt wurden. Foto: Voss

Michael Voss (57) ist Urgrevener. Aber der Musiker und Produzent hat schon viele Stationen in Deutschland hinter sich gebracht. Jetzt zieht er wieder um, und zwar in den Schwarzwald. Sein größte Möbelstück ist ein gewaltiges analoges Mischpult, das er sich in England gekauft hat. „Damit wurden schon Platten von den Bee Gees aufgenommen“, sagt er.

Voss betreibt seit Jahren ein Tonstudio im Swimmingpool der alten Biederlack-Villa an der Marktstraße. Hier stiegen seither manche internationalen Stars die Holztreppe hinunter, allen voran Michael Schenker, für den Voss mehrere Hard-Rock-Platten produzierte.

Schenker lebt in Brighton in England. „Der findet das gut hier“, sagt Voss. Auch weil er noch andere Kunden aus der Region hat, will er sein Grevener Tonstudio nicht ganz aufgeben. So produziert er seit Jahren die Musik für die Musicals an der Tecklenburger Freilichtbühne. Auch für das Kinderprojekt Karibuni mischt er seit 20 Jahren die Töne ab. „Das werde ich auch weiter hier machen“, sagt er, „dann komme ich aus dem Schwarzwald hier hochgefahren. Aber das müssen schon fünf oder sechs Tage sein, damit es sich lohnt.“

Im schwarzwäldischen Münstertal hat Voss bereits ein zweites Studio eingerichtet. Dort leben die Eltern seiner Frau Eva. „Wir haben da jetzt ein Zwei-Generationen-Haus“, sagt er, „und die Riesengarage daneben ist mein neues Tonstudio.“

So eine Art Alterssitz für ihn.

Und wie kommt der Westfale mit den Schwarzwäldern aus? „Ich bin überall gewesen, ob in Amerika, Dänemark oder Holland, überall sind die Leute anders“, sagt Voss. Er hat sich in seiner neuen Wahlheimat schon ganz gut eingelebt, ist seit zwei Jahren im Tennisverein und „bekannt mit dem Vizebürgermeister“. „Aber die Uhren laufen bei den Baden-Württembergern anders – langsamer“, findet der Musiker, „und im täglichen Leben sind sie höflich und freundlich.“

Mit sieben Jahren ist Voss nach Greven gekommen, hat am Augustinianum sein Abi gemacht. Danach lebte er in Düsseldorf, Hamburg, München. Seit zehn Jahren ist er wieder in Greven und arbeitet dort in seinem originellen Tonstudio im gekachelten Swimmingpool: „Sowas würde ich nie noch mal bekommen.“

Für sein Schwarzwald-Studio hat er sich den Traum von einem Analog-Mischpult erfüllt: „Einer in England verkaufte so ein altes Pult – und die Vorbesitzer waren die Bee Gees.“ Zwei Jahre hat er darauf gewartet, weil die Insel gesperrt war. Und der Transport des 250 Kilo schweren Pult war auch nicht so einfach. Mit einem Kran wurde es durch Fenster des Studio geschaukelt: „Eine perfekte Mischung aus analoger und digitaler Welt – und es funktioniert.“

Musik macht Voss auch weiter im Münsterland. Am 2. Dezember im Jovel, wo er mit seiner Stieftochter Van de Forst auftritt.

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