1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Lokales
  4. >
  5. Greven
  6. >
  7. Muckis auf die natürliche Art

  8. >

Anass Maan nimmt an seinem ersten Wettbewerb für Natural Bodybuilding teil

Muckis auf die natürliche Art

greven

Maan tritt in der Klasse Mens Physique an. 150 weitere Athleten werden ebenfalls am Wettbewerb teilnehmen.

Von Denise Osterbrinkund

Im Deltha Fitness Studio hat Anass Maan sich intensiv auf den Wettbewerb vorbereitet. Foto: Denise Osterbrink

Viereinhalb Monate hat sich Anass Maan auf diesen Tag vorbereitet- mit viel Disziplin und guten Trainingsplänen. Die Meisterschaft für Natural Bodybuilding in Walsrode steht am Samstag an. „Die positive Vorfreude dominiert“, sagt Maan, „die Platzierung ist nebensächlich.“ Es gehe in erster Linie um die Erfahrung.

Der Wettkampf wird vom Verein GNBF (German Natural Bodybuilding and Fitness Foundation e.V.) organisiert.

Das Besondere: Doping ist verboten. Die Teilnehmer haben ihre Körperform auf natürlichem Wege aufgebaut. So lassen sich vielleicht nicht ganz so viele Muskeln aufbauen. Denn die Genetik limitiert, was erreicht werden kann.

„Dem Körper sind Grenzen gesetzt und die muss ich akzeptieren“, sagt Maan. Auch dauert der Aufbauprozess länger. Aber Natural Bodybuilding hat auch Vorteile. Laut Maan bleibe nach dem Wettbewerb die Körperform erhalten, weil zum Muskelaufbau keine Dopingmittel verwendet wurden. Der Körper werde „nachhaltig gefördert“.

Maan tritt in der Klasse Mens Physique an. 150 weitere Athleten werden ebenfalls am Wettbewerb teilnehmen. Alles Newcomer, die zum ersten Mal vor Publikum auf der Bühne stehen.

Seit sieben Jahren betreibt Anass Maan Natural Bodybuilding hobbymäßig. Mit der Zeit ist es zu einem „Lifestyle“ geworden, der auf vier Säulen beruht: Training, Ernährung, Regeneration und das Psychische. Die vier Säulen müssen in Einklang gebracht und in den Alltag integriert werden. „Es ist wie eine Kette“, erklärt Maan. „Wenn ein Glied fehlt, funktioniert es nicht richtig.“

Mit der Zeit ist die Integration zur Gewohnheit geworden. Neben seiner Arbeit als Produktionsplaner bei Sartex in Saerbeck und dem Leben als Ehemann, Vater und Kumpel, hat Maan Wege gefunden, sich Zeit fürs Training „freizuschaufeln“- Meistens nach der Arbeit zum Ausgleich.

Die Teilnahmeidee zum Wettbewerb entstand Ende Oktober beim Training. Maan erzählt: Er habe seinem Coach Arthur Gileles gesagt, dass er unbedingt am Wettbewerb teilnehmen wolle. Da waren nur noch viereinhalb Monate Vorbereitungszeit.

Seitdem tauschten die beiden sich jeden Morgen über Maans Gewicht und Gemütszustand aus. Je nachdem, wie es ihm ging, wurde der Trainingsplan angepasst, denn um gute Erfolge zu erreichen, muss das Training „immer noch Spaß machen“, sagt der Bodybuilder.

An Tagen, an denen Motivation und Lust zum trainieren niedrig sind, helfen Freunde, Familie und der Coach ihm, den „psychischen Kampf“ zu überwinden und die Disziplin einzuhalten. „Man muss stark sein im Kopf um gut zu trainieren“, sagt er dazu.

Auch seine Ernährung musste Anass Maan umstellen. Aktuell stehen sechs Mahlzeiten pro Tag auf dem Plan. Jede Mahlzeit wird frisch zubereitet und in Tupperdosen im Kühlschrank gelagert. „Anfangs war es schwer, sich an das viele Essen zu gewöhnen, doch das kommt mit der Zeit“, sagt Maan. „Jetzt habe ich sogar nach einer Stunde wieder Hunger.“

Das Essen nach Plan in den Alltag zu integrieren sei nicht immer einfach. „Ich sitze abends mit meiner Familie am Tisch und esse nicht das gleiche wie sie“, erklärt Maan, „auch wenn ich abends mit Freunden rausgehe, muss ich mich oft zurückhalten und nicht den Kuchen essen oder den Kaffee trinken.“

Dieses Problem bezeichnet Arthur Gileles als „Einschnitt ins soziale Leben.“ Es stelle aber nicht das normale Leben da, lediglich eine Phase. Deshalb sei es ausreichend, den Plan zu 80 Prozent umzusetzen und sich „auch mal was zu gönnen“.

Denn, ist der Plan zu straff mache das Bodybuilding keinen Spaß mehr.

Wenn der Wettbewerb vorbei ist, sind die Muskeln durch die starke Belastung erschöpft. Um die Muskulatur nachhaltig zu erhalten, wird Schritt für Schritt wieder in den „normalen Trainingszustand“ zurückgekehrt. Aus zwei Mal täglich trainieren wird vier bis fünf Mal wöchentlich.

Für Anas Maan ist eines klar: „Ich will zeigen, dass man auf naturale Weise viel mehr erreichen kann, als man denkt. Deshalb werde ich den Wettbewerb rocken.“

Startseite
ANZEIGE