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Beschwingtes Neujahrskonzert

Musik in himmlischen Sphären

Greven

Ein Neujahrskonzert so ganz nach dem Geschmack des Publikums gab es am Sonntag im gut gefüllten Ballenlager. Vom Donauwalzer bis zum Champagner-Galopp gab es einen bunten Reigen spritziger Melodien, ganz im Sinne eines mitreißenden und beschwingten Neujahrskonzertes.

Von Axel Engels

Mit der „Französischen Kammerphilharmonie“ unter dem versierten Dirigat von Philip van Buren erlebte man ein Orchester, das schon bei vorherigen Konzerten in Greven mit seinem kultivierten und klangfarbenreichen Spiel für Aufsehen gesorgt hatte. Foto: Axel Engels

Ein Neujahrskonzert so ganz nach dem Geschmack des Publikums gab es am Sonntag im gut gefüllten Ballenlager. Orchesterkonzerte sind ja im Rahmen von Greven Klassik immer beliebt, und mit der „Französischen Kammerphilharmonie“ unter dem versierten Dirigat von Philip van Buren erlebte man ein Orchester, das schon bei vorherigen Konzerten in Greven mit seinem kultivierten und klangfarbenreichen Spiel für Aufsehen gesorgt hatte.

Ging es damals „vom Eifelturm zum Moulin Rouge“, so entführte das Orchester bei diesem Neujahrskonzert mit „Un voyage à la luna – Eine Reise zum Mond“ gleichsam in himmlische Sphären. Mit kurzen Moderationen führte der Dirigenten Philip van Buren charmant in die jeweiligen Werke, genoss man dieses sehr abwechslungsreich zusammengestellte Programm.

Dass eben nicht die Amerikaner, sondern die Franzosen zuerst den Mond betreten haben, erkannte man schon beim ersten Werk. Die „Ouverture“ aus Jacques Offenbachs Opéra-féerie „La voyage dans la lune“ aus dem Jahre 1875 erklang wie vom Staub der Zeit befreit in einer sehr lebendigen Interpretation. Da wurde der Geist auf dieser Reise durch das All von Jules Verne lebendig. Das Publikum war fasziniert von der Akribie und stilistischen Sicherheit, mit der das Orchester auf kleinste Anweisungen des Dirigenten reagierte.

Gar königlich gebärdete sich der Bariton Thomas Peter beim Couplets von Offenbachs „V’lan, V’lan, je suis V’lan“, mit ihm ging man gerne in solch verruchte Etablissements wie das Maxim aus Franz Lehars Operette „Die lustige Witwe“.

Die Herzen des Publikums eroberte die Sopranistin Penelope Mason sofort mit ihrem „Mende charmant que l’on ignore“. Wenn sie den „Strahlenden Mond“ von Eduard Künneckes Operette „Der Vetter aus Dingsda“ sang, war man von ihrer innigen Gesangskunst eingefangen. Die beiden Solisten bereicherten das Konzert mit ihren ausdrucksstarken Stimmen um eine brillante Facette. Bei den Duetten verschmolzen die beiden Stimmen und konnten über dem filigran konzipierten Orchesterklang ihre ganze Schönheit entfalten.

Aber auch die rein instrumentalen Werke waren mit Feinsinn zusammengestellt worden. Denn ohne Polka und Walzerklänge geht es nur schwer in einem Neujahrskonzert, und da präsentierte die „Französische Kammerphilharmonie“ mit dem „Kaiserwalzer“ von Johann Strauß Sohn und seiner „Unter Donner und Blitz“ diese bekannten Weisen mit Esprit und Leidenschaft.

Einer der musikalischen Höhepunkte des Abends war sicherlich die „Méditation““ aus der Oper „Thaiss“ von Jules Massenet. Da konnte der Konzertmeister des Orchesters mit wunderbarer Melodiegestaltung seine ganzen Qualitäten einbringen.

Vom Donauwalzer bis zum Champagner-Galopp gab es einen bunten Reigen spritziger Melodien, ganz im Sinne eines mitreißenden und beschwingten Neujahrskonzertes.

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