1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Lokales
  4. >
  5. Greven
  6. >
  7. Nach dem Set fiel der Strom aus

  8. >

Drei Tage Musik bei Rickermann

Nach dem Set fiel der Strom aus

Reckenfeld

Wieder jede Menge guter Musik beim dreitägigen Festival auf dem Gelände des Landgasthofs „Rickermann“. Die Organisatoren hatten ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt, bei dem stilübergreifend nicht nur Bluegrass erklang.

Axel Engels

„The Two Timers“ trieben die Stimmung im Saal schnell in die Höhe. Foto: Axel Engels

Der Freitag begann allerdings mit einem kleinen Wermutstropfen für die Besucher. Gleich zwei Bands aus der Rockabilly-Szene sollten auftreten, auf dem Plakat waren „The two Timers “ und „Bebo and the Good Time Boys“ angepriesen worden. Mit unverfälschtem Rockabilly, bereichert durch Latino-Music-Elemente verwöhntem „The Two Timers“ die Besucher, trieben die Stimmung im Saal mit „Don’t You Free“, „Lies“ und „Blue Eyed Baby“ schnell in die Höhe. Vom Sound her bestens abgemischt konnten sie mit Esprit und Leidenschaft ihre ganz eigene Version des Rockabilly abliefern. Allerdings muss wohl irgendetwas mit der Elektrik des Landgasthofes nicht gestimmt haben. Kurz vor Ende des ersten Sets gab es auf der Bühne keinen Strom mehr. Erst nach langen 20 Minuten konnte die Show dann weitergehen.

Dann sollte nach einigen Songs die zweite Band weitermachen. Aber da erlebte das Publikum erst einmal eine Überraschung. Denn bei „Bebo and the Good Time Boys“ war eigentlich nur Bebo Garcia „neu“ auf der Bühne, dafür beschäftigte sich der Sänger und Gitarrist der „The Two Timers“ nur mit seiner Rhythmusgitarre. Mögen die Songs auch mitreißend und lebendig gewesen sein, ein fader Beigeschmack blieb an diesem Abend.

Ganz anders präsentierte sich der Samstagabend. Klaus Hoffmann kümmerte sich um den reibungslosen Ablauf. Schon auf dem Platz der Camper wurden Gitarren ausgepackt, erklang typische Bluegrass-Musik, fühlte man sich sofort wohl. Mit „The Alabama Strings“, „Jungle of Roots“ und „“Cousin Hatfield“ waren drei Formationen nach Reckenfeld gekommen, die jede für eine ganz eigene Stilrichtung der amerikanischen Country-Musik steht und sicherlich vom musikalischen Niveau ein eigenes Konzert hätten bestreiten können. Als wahre Trucker zeigten sich „The Alabama Strings“, mit solch sympathischen Typen würde man gerne auf dem Highway der untergehenden Sonne entgegen fahren.

Gerart Fuhller, Len De Vries und Bert Huberts aus den Niederlanden leben für ihre gefühlsbeladene Musik und das spürte man bei jedem Song. „I still miss someone“ und „Blue Eys crying in the rain“ gingen einfach zu Herzen.

In die Welt des John Denver ging es dann mit „Jungle of Roots“. Man fühlte sich gleich in die Rocky Mountains versetzt, Ronnie Snippe mit warm timbrierter Stimme vom „Home in the trees“ sang, der „Rocketman“ zum Träumen einlud und mit dem Bob Dylan-Klassiker „Rita“, die mit dem Banjo von Gastmusiker Lukas Grabe seine musikalischen Wurzeln offenbarte.

Katja Wilken konnte mit ihrer klaren Stimme die Stimmung der Songs um eine inspirierende Facette bereichern. Den Saal zum Toben brachte dann die Band „Cousin Hatfield“. Die Sängerin und Kontrabassistin Nathalie Schaap wusste solistisch und im Duett mit Anne Verhalt jeden mitzureißen, lagen ihnen schon bei „Good Woman’s Love“ die Herzen aller zu Füßen. Koost von Es gab mit seinem virtuosen und brillanten Geigenspiel den Songs wie „Home in San Antone“ und „Country Girl“ den authentischen Drive und die Band wusste ihre ganzen Qualitäten in einem wahrlich prickelnd unterhaltsames Konzert ganz einzubringen.

Startseite
ANZEIGE