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Michaela Eixler ist im Eine-Welt-Laden engagiert

Neue Ideen brauchen frische Kräfte

Reckenfeld

Von Luca Palsund

Michaela Eixler im Eine-Welt-Laden in Reckenfeld. Foto: Luca Pals

Seit über 25 Jahren gibt es den Eine-Welt-Laden der Franziskus-Gemeinde bereits. Jeden Sonntag und immer im Anschluss an den Gottesdienst bietet er die Möglichkeit, fair gehandelte Produkte zu erschwinglichen Preisen zu kaufen, dabei Gutes zu tun und ein Zeichen dafür zu setzen, dass Herstellung und Arbeitsweisen gerecht behandelt und bezahlt werden müssen.

Dass mit dem Verkauf, der Auslage und vielem mehr einige ehrenamtliche Kräfte nötig sind, wird schnell klar, wenn man einen Blick auf die zahlreichen Produkte von Tee, Kaffee und Honig über eine große Auswahl an Weinen, Papierwaren, Tüchern bis hin zu Schokolade und vielen weiteren Geschenkartikeln wirft. Aber: Corona macht dem Eine-Welt-Laden stark zu schaffen, deswegen wollen die Ehrenamtlichen nun neue Ideen umsetzen, für die sie frische Kräfte brauchen.

Seit mehr als zehn Jahren ist Michaela Eixler dabei. Die gebürtige Emsdettenerin lebt seit 2005 in Reckenfeld und kam damals über die Mitarbeit in der Gemeinde und der Bitte einer Bekannten zum Eine-Welt-Laden. Bereut hat sie es bis heute nicht, ganz im Gegenteil: den Ausfall des Ladens seit Beginn der Corona-Pandemie bedauert sie sehr: „Wir haben gar nicht die Möglichkeit diese Anforderungen für Gesundheit und Sicherheit zu gewährleisten. Dafür bräuchten wir Plexiglasscheiben, mehr Platz und vieles mehr.“

Sollte der Pandemie-Spuk doch noch einmal ein Ende finden, dann möchten sie wieder direkt durchstarten. Mit acht Personen ist das Team, das von Sabine Randelhoff geleitet wird, zwar noch gut aufgestellt, einzig und alleine bleibt die Kundschaft aus. „Durch Corona können wir unsere Angebote nicht anbieten. Dazu kommen die sinkenden Zahlen der Kirchengänger. Wir sind so realistisch und sagen, es macht wenig Sinn das Konzept auf diese Weise weiterzuführen.“

Gleichzeitig, so schätzt sie die Lage ein, sei das Bedürfnis nach fair gehandelten Produkten und Waren noch nie so groß wie heute gewesen. „In allen Supermärkten gibt es mittlerweile ein sehr großes Angebot, das es noch vor sechs Jahren gar nicht gab. Das liegt natürlich daran, dass faire Arbeitsbedingungen und Nachhaltigkeit enorm in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit gerückt wurden.“ Dem Eine-Welt-Laden, der bereits vor vielen Jahren mit der einstigen Gründung durch Pastor Martin Fronhöfer diesen Weg beschritt, leidet nun aber auch unter der Konkurrenz durch die Supermärkte.

Eine Idee, die noch in der Findungsphase und deren Umsetzung noch nicht beschlossen ist, wäre ein Stand auf dem Wochenmarkt in Reckenfeld. Einmal im Monat, so stellen es sich Eixler und das Team vor, könne man die Waren auf dem Markt am Donnerstagvormittag anbieten. „Dafür brauchen wir aber auch Interessierte, die zu dieser Zeit nicht arbeiten müssen.“ Auch ein möglicher Weihnachtsmarkt im kommenden Jahr soll dazu dienen, das Angebot nach vorne zu treiben. „In den vergangenen beiden Jahre sind die Weihnachtsmärkte ja leider ausgefallen – das fehlt uns sehr“, gibt es Eixler im Gespräch mit unserer Zeitung zu.

Dass ein Engagement im Eine-Welt-Laden lohnenswert ist, kann Eixler mit großer Überzeugung und Freude rüberbringen: „Wir setzen uns dafür ein, dass Waren fair gehandelt werden und alles, was wir anbieten unter fairen und gut bezahlten Arbeitsbedingungen produziert wird.“ Alleine das sei in Zeiten, in denen Nachhaltigkeit auch aufgrund des menschengemachten Klimawandels immer wichtiger werde, bereits lohnenswert.

Ein weiterer Aspekt, der Eixler stets Freude schenkt, ist das engagierte Team. „Mit Gleichgesinnten, die alle das Ziel haben, etwas Gutes zu tun und gemeinsam zu wirken ist eine sehr bereichernde Erfahrung.“

Generell könne sie nur für das Ehrenamt werben. „Etwas für die Gemeinschaft tun – das ist wirklich wertvolle Arbeit.“ Die 49-Jährige ist neben dem Engagement im Eine-Welt-Laden als Lektorin aktiv, besonders wichtig sei in den kommenden Jahren auch die Jugendarbeit.

Mit dem Geld aus dem Eine-Welt-Laden unterstützen die Verantwortlichen immer wieder zwei konkrete Projekte, darunter das Hilfswerk Schwester Petra.

Interessierte, die sich im Eine-Welt-Laden engagieren wollen können sich bei Eixler unter

 0175 / 6667722 melden.

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