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Nutzungsordnung für städtische Hallen in der Diskussion

Neue Mensen wecken Begehrlichkeiten

Greven

Wer in städtischen Hallen feiern oder sporteln kann, das soll eine neue Nutzungssatzung klären. Die liefert noch einigen Diskussionsstoff.

Von Günter Benning

Veranstaltungen wie diese Modeschau in der Kulturschmiede werden auch künftig Miete kosten. Foto: Günter Benning

So lang ist es nicht her. Im Januar 2020 rockten Prinz Tanki und Pünte Janina die Emssporthalle zu ihrer Proklamation. Das soll auch künftig möglich sein, sieht ein Diskussionspapier vor, das dem Ausschuss für Kultur, Sport und Freizeit vorgestellt wurde. Ansonsten würden andere Sporthallen aber tabu für alles sein, was nicht mit Vereins- oder Schulsport zu tun hat.

Frank Hänel, Fachdienstleiter der Verwaltung, erklärte, warum es eine einheitliche Regelung für die städtische Säle geben muss: „Bisher haben wir das nicht einheitlich geregelt. Die neu gebauten Schulmensen haben Begehrlichkeiten geweckt.“ So hat beispielsweise die Martini-Grundschule eine repräsentative Mensa bekommen, die auch als Aula benutzt werden kann.

In Greven fehlen große Räume für große Feste. So sind in der Vergangenheit bereits Schulen nach Saerbeck oder in ein Zelt am FMO ausgewandert, um dort ihren Schulabschluss zu feiern. Ausschussvorsitzender Stevens Gomes findet das unbefriedigend: „Wir wollen nicht, dass unsere Kinder woanders zu Abschlussbällen hinfahren müssen. Wir müssten Greven attraktiv gestalten.“

Die geplante Nutzungsordnung legt im Entwurf klare Regeln vor:

Keine privaten Veranstaltungen

In städtischen Sporthallen und Mensen finden keine Veranstaltungen von Privatpersonen statt. Für private Veranstaltungen können die Räumlichkeiten der GBS gebucht werden.

In den städtischen Sporthallen finden nur Vereinssport und Schulsport statt. Daneben können sie für schulische Veranstaltungen genutzt werden.

In den Schulmensen finden nur schulische Veranstaltungen statt.

Ausnahmen: Die Emssporthalle wird für Veranstaltungen kultureller Art zur Verfügung gestellt. Hier können Veranstaltungen durchgeführt werden, die wegen der Personenzahl nicht in der GBS stattfinden können. Durch die in der Nähe vorhandenen Parkplätze ist die Erreichbarkeit der Emssporthalle gegeben.

In den Schulmensen können auf Antrag in einem beschränkten Umfang kulturelle Veranstaltungen durchgeführt werden, die keinen Party-Charakter haben.

Bedarf in Reckenfeld

Die Nachfragen der Kommunalpolitiker im Ausschuss zeigten aber, dass Begehrlichkeiten da sind.

So wollte Johannes Wilp (CDU) wissen, wie viel Platz es denn künftig in der Reckenfelder Walgenbachhalle gebe, in der zum Beispiel traditionell der Kinderkarneval gefeiert wird. Frank Hänel dazu: „Wir haben eine Ausschreibung über 400 Stühle laufen.“

Und Markus Ahlert von „unser Greven“ wollte wissen, ob die neue Mensa der Erich-Kästner-Schule, die derzeit im Bau ist, „der zentrale Veranstaltungsraum für Reckenfeld werden wird?“ Klare Antwort von Hänel: „Davon können sie nicht ausgehen.“

Mitarbeiter nötig

Denn es geht nicht nur um die vorhandenen Flächen, sondern um deren Betreuung. Man brauche Mitarbeiter des Betreibers, die bei Veranstaltungen präsent sein müssen, sagte der Fachdienstleiter: „Das führt zu organisatorischen Problemen.“

Diskussionsbedarf wird es auch bei den Gebühren geben. Die Sporthallen und Mensen sollen für schulische und sportliche Veranstaltungen kostenlos zur Verfügung stehen, schlägt die Verwaltung vor. Auch die Nutzung der Sporthallen für Turniere der Sportvereine erfolgt gebührenfrei.

Für alle anderen Veranstaltungen werden Nutzungsgebühren zuzüglich der Verbrauchskosten erhoben. Ausnahmen für Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche können auf Antrag gewährt werden.

Lore Hauschild verwies dabei auf die Angebote von „Bühne frei“, die in der kalten Jahreszeit in die Kulturschmiede ausweichen: „Die bringen uns kostenlos eine Leistung“, so die grüne Ratsfrau, „wenn sie dafür bezahlen müssen, passt das nicht zueinander.“

In dieser Woche wird die Vorlage noch einmal im Schulausschuss behandelt (Mittwoch, 17. November, 17 Uhr, Rathaus).

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