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Hausärzte appellieren an ihre Patienten

Nie den Termin und die Maske vergessen

Greven

Für den Hausarzt gibt es keinen Grund zur Entwarnung.

Günter Benning

Christoph Held ist Hausarzt und in seiner Praxis um besondere Hygiene bemüht. Bei manchen Patienten lässt allerdings die Vorsicht bereits nach. Foto: Günter Benning

Christoph Held ist Hausarzt. Er sitzt an seinem Schreibtisch, hinter einer Scheibe, geschützt durch eine FFP2-Maske: „Die schützt den Patienten und mich.“

So sieht der Alltag in der Pandemie-Notsituation aus. Doch Grevens Hausärzte haben das Gefühl, dass manche Patienten den Ernst der Lage aus dem Blick verlieren. „Sie kommen ohne Maske“, sagt Held, „und ohne einen Termin.“

Beides geht in diesen Zeiten natürlich nicht. Letztes Jahr noch war das anders, erinnert sich Held: „Da saßen die Leute manchmal in Zweierreihen im Wartezimmer.“

Zwar hatten seine Mitarbeiterinnen schon immer Termine vergeben, aber dringende Fälle wurden einfach noch dazugenommen. Jetzt appelliert Held auch im Namen seiner Kollegen aus dem Grevener Ärzteverein: „Patienten sollen immer anrufen und sich einen Termin geben lassen.“

Wenn sie an sich selbst Infektionsmerkmale wie hohes Fieber feststellen, dann müssen sie das unbedingt sagen. Diese Patienten werden zu Infektionssprechstunden eingeladen – auch dort nacheinander, aber so, dass für andere Kranke keine zusätzliche Gefahr entsteht. „Wenn wir einen Coronatest benötigen“, so Held, „dann können wir das gut draußen machen.“

Die Idee, vorübergehend eine Fieberpraxis in Greven zu eröffnen werde nicht weiter verfolgt, sagt der Allgemeinmediziner. Einerseits habe es Bedenken gegeben, weil dann zu viele Kranke dorthin umgelenkt worden wären. Andererseits: „Wenn jede der Hausarztpraxen jeden Tag 30 Infektionspatienten umleitet – das kann kein Arzt alleine schaffen.“

Auch Held hatte in den vergangenen Monaten mehrere Corona-Patienten. „Unter anderem eine Familie mit vier Erkrankten, die hatten sich gegenseitig angesteckt“, sagt er. Corona habe sich bei den meisten Patienten durch den Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns angekündigt. Und definitiv seien auch jüngere schwer Erkrankte unter seinen Patienten. „Einige klagen noch Monate nach der Erkrankung über die Folgen“, sagt er.

Also: Für den Hausarzt gibt es keinen Anlass zur Entwarnung. Und schon gar nicht dazu, bei den Schutzmaßnahmen nachlässig zu werden. Alle Flächen, mit denen Patienten in seiner Praxis in Berührung kommen könnten, sind mit einer Virenschutzschicht überzogen. Und wenn er Infektionspatienten behandelt, zieht er sich natürlich einen OP-Kittel über.

So führt der Arzt Besucher zum Ausgang: „Wir haben hier einen Vorteil. Vorn kommt man rein – hinten ist der Ausgang. Ein Einbahnstraßensystem.“

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