1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Lokales
  4. >
  5. Greven
  6. >
  7. Olena Vasylieva will anderen Flüchtlingen helfen

  8. >

Beratung für Ukrainer im Heimatverein

Olena Vasylieva will anderen Flüchtlingen helfen

Greven

Sie ist drei Wochen in Deutschland. Und nimmt ihr Schicksal in die Hand. Olena Vasylieva berät Flüchtlinge mit psychischen Problemen.

Von Günter Benning

Berät jetzt Ukrainer in regelmäßigen Sprechstunden: Olena Vasylieva (l.), ihre Tochter Alica Vasylieva (M.) und Bürgermeister Dietrich Aden. Foto: Günter Benning

Olena Vasylieva (52) ist Familientherapeutin. In ihrer Heimatstadt Kiew hat die Ukrainerin mit kleinen Kindern und deren Eltern gearbeitet (wir berichteten). Und auch nach der Flucht aus ihrer umkämpften Heimat will sie nicht die Hände in den Schoß legen: „Es ist schwer, gar nichts tun zu können.“

Vasylieva bietet jetzt an zwei Tagen in der Woche Sprechstunden für ukrainische Flüchtlinge in der Alten Post beim Heimatverein an. „Jeder kann kommen, der Ängste um die Zukunft hat“, sagt sie, „Stress oder Depressionen. Wir können darüber reden.“ Die Beratung ist kostenlos, es sei denn, jemand wolle dafür spenden. Auch online bietet sie – wie schon in der Ukraine – Beratungstermine an.

Olena Vasylieva ist mit ihrer Tochter Alica vor drei Wochen nach Greven gekommen. Auch ihre 75-jährige Mutter Natalya Kudrenetskaya aus Lwiw hat sie mitgebracht. Die drei leben bei der ältesten Tochter Yuliana Wedel und deren Mann, die in Greven als Betriebswirtin arbeitet.

In Kiew, erklärt Olena Vasylieva, normalisiere sich die Lage wieder. Ihr Mann sei am Mittwoch aus der grenznahen Stadt Lwiw wieder in die Hauptstadt zurückgekehrt. Er betreibt dort eine Starkbier-Brauerei: „Sie wollen wieder anfangen zu brauen.“

Vielleicht könne man das gute Bier aus der Ukraine ja auch nach Deutschland exportieren, schmiedet Alica Vasylieva (21) schon Pläne. Aber dafür müsse man wohl vier Papierkram meistern.

Die Sportstudentin und Volleyballerin, die bei ihrer Flucht kurz vor ihrem Master-Abschluss stand, hat schon Anschluss in der dritten Mannschaft des USC Münster gefunden. Und einen Job als Kellnerin im münsterischen Kleinen Kiepenkerl: „Da muss ich nichts sagen. Das geht so.“

Gleichzeitig werden Mutter und Tochter ab Mai einen Sprachkurs absolvieren – ein wichtiger Schritt in Richtung Integration und Arbeitswelt.

Als wir die Beiden gestern Mittag auf einer Bank am Marktplatz trafen, kam zufällig auch Bürgermeister Dietrich Aden vorbei und wünschte „Alles Gute für die Zukunft.“

Startseite
ANZEIGE