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Personalgeschäft in der Krise

Preußen Personal AG stellt Antrag auf Sanierung in Eigenregie

Greven/Münster/Telgte

Krise bei Preußen Personal. Der Personaldienstleister mit Büros in Greven, Telgte und Münster kündigt eine Sanierung in Eigenverwaltung an.

Das Büro von Preußen Personal an der Marktstraße wurde gerade erst eröffnet und soll nach Angaben des Vorstandes auch erhalten bleiben. Foto: Günter Benning

Gerade hat das Zeitarbeitsunternehmen Preußen Personal an der Marktstraße in Greven eine Zweigstelle eröffnet. Da kommt die Mitteilung, die Firma mit weiteren Niederlassungen in Telgte und Münster habe beim Amtsgericht Münster einen Antrag auf Sanierung in Eigenverwaltung gestellt. Das Gericht habe dem Antrag stattgegeben.

„In Greven gibt es viele Firmen, mit denen wir zusammenarbeiten“, erklärt am Dienstag auf Anfrage Vorstand Matthias Poppe in dem neuen Büro in Greven, „aber es wird immer schwieriger, passendes Personal zu finden.“

Der Personaldienstleister spricht von 160 Mitarbeitern, die an Firmen vermittelt würden. Bis Mitte dieses Jahres war er inhabergeführt, dann wurde es in eine AG umgewandelt. Der bisherige Inhaber Mügge ist nun Vertriebschef.

Der Vorstand bleibt bei der Sanierung in Eigenverwaltung – anders als bei klassischen Insolvenzverfahren – in ihren Funktionen aktiv, wird aber durch Sanierungsexperten unterstützt und überwacht, heißt es in einer Pressemitteilung.

Unter Aufsicht

Dabei berät Frank Stanitzke, Fachanwalt für Insolvenz- und Sanierungsrecht aus der Kanzlei Funk und Tenfelde in Osnabrück, gemeinsam mit Alexander Worstbrock von der Unternehmensberatung Worstbrock aus Osnabrück, Preußen Personal bei der Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen.

Zur Überwachung der Sanierung wurde Martin Gehlen, Betriebswirt sowie Fachanwalt für Insolvenz- und Sanierungsrecht aus der Kanzlei Willmerköster, vom Amtsgericht Münster zum vorläufigen Sachwalter bestellt.

Das Ziel ist es nach Angaben der Verantwortlichen, das Unternehmen im Eigenverwaltungsverfahren zu restrukturieren und so aufzustellen, dass das operative Geschäft nachhaltig abgesichert werde.

In diesem Zusammenhang werde unter anderem auch die laufende Suche nach einem neuen Investor vorangetrieben. Die Preussen Personal AG befindet sich nach eigenen Angaben seit längerer Zeit in einem tief gehenden Restrukturierungsprozess.

Das Unternehmen bietet Personaldienstleistungen und Zeitarbeit vorrangig für Industrie- und Logistikkunden und beschäftigt derzeit rund 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Jahresumsatz erreicht nach eigenen Angaben zuletzt rund 6,6 Millionen Euro.

Mitarbeiter informiert

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden nach Unternehmensangaben bereits über den aktuellen Stand und die nächsten Schritte im Eigenverwaltungsverfahren informiert. Alle Seiten betonen, dass der laufende Geschäftsbetrieb ohne Einschränkung fortgeführt werde.

Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter seien bis einschließlich Januar 2023 sichergestellt. Auch das Büro in Greven bleibt, so Matthias Poppe, erhalten.

In einer ersten Stellungnahme sagte Mario Gehlen, vorläufiger Sachverwalter: „Unser gemeinsames Ziel ist es, die laufende Restrukturierung zu beschleunigen. Dazu wollen wir zusammen die Sanierungschancen nutzen, die die Eigenverwaltung bietet. In den kommenden Wochen werden wir mit Hochdruck daran arbeiten, die notwendigen Strukturen zu schaffen, um handlungsfähig zu sein.“ Gleichzeitig richte sich der Fokus darauf, Zukunftsperspektiven zur umfangreichen Sicherung aufzubauen und den Erhalt der Arbeitsplätze zu sichern.

Neben Preußen Personal sind in Greven noch weitere Personaldienstleister für verschiedenen, teilweise sehr saisonal auf Mitarbeiter angewiesene Unternehmen tätig.

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