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Flüchtlinge und Helfer berichten

Sechs Gesichter des Ukraine-Krieges

Greven

Der Ukrainekrieg überwältigt durch große Zahlen. Opfer, Verluste, Materialschlachten. Wir stellen sechs Menschen vor, die direkt in Greven betroffen sind.

Foto: Günter Benning

Über 600 Flüchtlinge hat Greven seit Beginn des Ukraine-Krieges aufgenommen. Aber hinter jeder großen Zahl stehen Menschen. Sechs von ihnen stellen wir auf hier vor. Es sind geflüchtete Frauen, die sich mit ihren Kindern gerettet haben, während ihre Männer oft in der Ukraine blieben und teilweise an der Front kämpfen.

Es sind aber auch Menschen, die von der Not der Ukrainer persönlich ergriffen wurden und sich bei Hilfsaktionen beteiligen. Teilweise setzen sie sich dabei sogar Gefahren aus. Sie investieren Zeit und Geld, weil sie etwas gegen das Unrecht des Krieges tun wollen.

Hanna

Maryna

Piotr

Daria

Halyna

Uliana

Der Unterschied zu der Flüchtlingswelle vor sieben Jahren aus Syrien und dem Irak liegt hier auf der Hand. Die Ukrainer, die nach Greven kommen, haben oft Unterkunft und erste Hilfe bei Landsleuten gefunden, die teilweise schon jahrzehntelang in Deutschland leben und arbeiten.

Und die Hilfe für die notleidende Bevölkerung in ihrer Heimat lässt sich viel schneller organisieren und auf einfache Art und Weise per Lkw an ihren Bestimmungsort bringen. Zudem sind die Ukrainer gut organisiert, sie selber sammeln Spenden, organisieren Hilfe und bringen sie auf den Weg.

Auch wenn viele der Geflüchteten nach dem Ende des Krieges rasch wieder in ihre Heimat zurückwollen, wird sich zeigen, ob das auch funktioniert. Einerseits, weil Herkunftsorte und Wohnungen zerstört wurden, andererseits weil die unmenschliche Form der Kriegsführung die Infrastruktur der Ukraine so sehr schädigt, dass vorerst ein menschenwürdiges Leben in vielen Teilen des Landes schwer denkbar ist.

Bei allen steht die Dankbarkeit an erster Stelle, dass sie in Deutschland gut aufgenommen wurden – auch wenn die Wohnformen dafür oft provisorisch sind. Eine eigene Wohnung, das ist ein Herzenswunsch. Greven hat solche Herausforderungen in seiner Geschichte immer gemeistert. Seitdem die ersten Wohnsiedlungen für „Displaced Persons“ (DP) nach dem zweiten Weltkrieg in Reckenfeld eingerichtet wurden.

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