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Anne-Frank-Realschule entlässt Zehner-Jahrgang

Sie nehmen mehr mit als reine Noten

Greven/Reckenfeld

Ein großer Tag für Schüler, Eltern und Lehrer: Die Anne-Frank-Realschule hat dem zehnten Jahrgang die Entlasszeugnisse überreicht.

Von Oliver Hengst

Foto: Stephan Heesch

Natürlich ging es nicht ganz ohne einen Hinweis auf Corona. Zu besonders die Zeiten und Herausforderungen, zu groß die Entbehrungen und Schwierigkeiten, als dass man es hätte ignorieren können. Aber der Blick richtete sich auch und vor allem nach vorne, angesichts der Aussicht, „dass es berechtigte Hoffnung auf bessere Tage gibt“, wie Pfarrer Uwe Völkel sagte. Schülerin Lucia Borgmann versprach gar: „Die guten Tage hören so schnell nicht auf.“

So war es wohl kein Zufall, dass sich bei der Entlassfeier des Zehner-Jahrgangs der Anne-Frank-Realschule am Freitag vieles um den Glanz des Augenblicks und um eine positive Zukunft drehte – in Liedern und Wortbeiträgen wurde mal auf die „perfekte Welle“ abgehoben, mal „An guten Tagen“ rezitiert.

Der zweite Corona-Abschlussjahrgang der Realschule feierte den Tag der Zeugnisübergabe auf dem Gelände der Reckenfelder Freilichtbühne. Das geschah – Stichwort Pandemie – in zwei „Schichten“. Die Freilichtbühne sei beileibe keine Notlösung, sondern „so ein schöner Ort, um das zu feiern“, sagte Konrektorin Andrea Frye, die der Bühne für die Gastfreundschaft dankte. Ihr Dank galt auch den Eltern, die mit ihren Kindern mitgezittert und mitgelitten hätten „und in diesen Zeiten auch selbst ein bisschen zu Lehrerinnen und Lehrern geworden sind“. Die Schüler wiederum wurden angesichts der besonderen Umstände besonders gewürdigt: „Ein dickes, fettes Dankeschön dafür, dass ihr das letzte Jahr so tapfer durchgehalten habt“, sagte Elternvertreterin Christiane Drieling. Sie hätten immer vom Erwachsensein und einem selbstbestimmten Leben geträumt. „Heute ist es soweit. Ihr habt den ersten wichtigen Schritt in die richtige Richtung gemacht.“

„Sie haben eine Wahnsinnszeit hinter sich“, resümierte die stellvertretende Bürgermeisterin Christa Waschkowitz-Biggeleben. Das sei mitunter sicher hart gewesen, habe die Schülerschaft aber auch „besonders gestärkt für die an sie gestellten Aufgaben. Sie werden mehr mitnehmen als Zeugnisse aussagen können.“

Apropos: 99 dieser Abschlusszeugnisse wurden am Freitag überreicht. Schulleiter Andreas Sornig freute sich, dass 98 Prozent den mittleren Schulabschluss geschafft haben, zwei Drittel davon mit Q-Vermerk – das beste Ergebnis, seit Sornig da ist. Für manche sei das Distanz-Lernen im Übrigen auch ein Vorteil gewesen.

Vor der feierlichen Zeugnis-Übergabe blickten Lucia Borgmann und Schülersprecher Janis Hülsmann augenzwinkernd und selbstironisch auf den gemeinsamen Weg an der AFR zurück.

Sornig bescheinigte dem Jahrgang „Kreativität, Disziplin und Zuverlässigkeit“. Die Schule habe das Fundament der Schüler erweitert – und damit sei längst nicht nur Fachliches gemeint. Er hofft, dass die Verbundenheit zur Namensgeberin Anne Frank und zur Schule erhalten bleibe. Sornig ermunterte den Jahrgang, das auch als Auftrag zu verstehen, im Leben, das nun vor ihnen liege, „für die Gemeinschaft einzustehen: selbstbestimmt, optimistisch und solidarisch.“

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